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Trockenes Auge - Augenkrankheit kann böse enden

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Trockenes Auge - wenn jedes Blinzeln brennt

10.02.2012, 10:51 Uhr | dpad, ug

Trockenes Auge - Augenkrankheit kann böse enden. Unterschätzte Augenkrankheit: Trockene Augen sind alles andere als harmlos. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Unterschätzte Augenkrankheit: Trockene Augen sind alles andere als harmlos. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Das Gefühl ist äußerst unangenehm. Wie Schmirgelpapier fühlt es sich bei jedem Lidschlag an. Es schmerzt genau dort, wo das Auge normalerweise zehn bis 15 Mal in der Minute aufs Neue vom Lid mit Tränenflüssigkeit benetzt. Betroffene klagen über brennende, verklebte Augen und geschwollene Lider. Wer die Augen reibt, um das juckende Gefühl zu vertreiben, macht alles noch viel schlimmer: Keime geraten in das ohnehin geschwächte Auge und verursachen eine Entzündung. Experten warnen vor Selbstbehandlung bei der Augenkrankheit. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie rechtzeitig handeln.

Jeder zweite Patient betroffen

Immer mehr Menschen leiden unter Keratokonjunctivitis sicca, dem "Trockenen Auge". Laut Experten hat sich die Zahl der Betroffenen innerhalb der vergangenen 20 Jahre verdoppelt. Vor allem gegen Ende des Winters komme jeder zweite Patient wegen trockener Augen in eine Augenarztpraxis. Insgesamt sind nach Angaben des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands rund zehn bis zwölf Millionen Menschen in Deutschland betroffen.

Schlimmstenfalls droht Erblindung

Das Problem dabei: Trockene Augen werden häufig verharmlost und ihre Gefahr unterschätzt. Bei allen chronischen Formen kommt es nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu einer Entzündung der Augenoberfläche. "Unbehandelt können trockene Augen bis zur Erblindung führen", sagt Professor Gerd Geerling von der Universitäts-Augenklinik Düsseldorf. "Rund 100.000 Menschen gelten als schwer erkrankt."

Ursachen der Augenkrankheit

Doch wie kommt es zu dem verbreiteten Leiden? Trockene Augen sind eine Folge der modernen Lebensumstände. Die geringe Luftfeuchtigkeit in klimatisierten und zentralbeheizten Büros, Autos und Flugzeugen fördern die schnellere Verdunstung des Tränenfilms, der die Augenoberfläche ständig feucht halten soll. Am Computerbildschirm vergisst man zu blinzeln. Im Schnitt sind es nach Angaben des "Fachverbandes Trockenes Auge" nur noch vier bis sieben Lidschläge pro Minute. "Der Tränenfilm wird nicht mehr so häufig frisch auf die Hornhaut verteilt und reißt, weil die Lipidschicht instabil ist", sagt Vorstand Stefan Kroll. Hinzu kommen Ozon- und schadstoffreiche Luft, Tabakrauch, aber auch Kontaktlinsen, die den gesunden Tränenfluss versiegen lassen. Jeder zweite Kontaktlinsen-Träger leidet nach Expertenangaben unter trockenen Augen. Zudem können falsch aufgetragene Kosmetika die Drüsen auf der Lidkante verschließen.

Medikamente mindern Tränenfluss

Viele immunologisch bedingte Erkrankungen gehen mit trockenen Augen einher. Dazu gehören Rheuma, Diabetes, entzündliche Gefäß- und Schilddrüsenerkrankungen. Aber auch die dauerhafte Einnahme von Medikamenten wie Antidepressiva, Betablocker und Hormone greifen in den Tränenfluss ein. Dabei leiden Frauen häufiger an trockenen Augen als Männer. Auch Kinder gehören zu seinen Patienten, sagt Professor Geerling.

Augentropfen helfen nicht immer

Die Tränen enthalten keimtötende Substanzen und schützen das Auge so vor Infektionen. Fehlt der schützende Tränenfilm, drohen chronische Entzündungen sowohl der Binde- als auch Hornhaut, warnt der Berufsverband der Augenärzte. Bleibende Schädigungen des Auges können die Folge sein. Die Experten raten dringend davon ab, der Krankheit per Selbstmedikation zu Leibe zu rücken. Freiverkäufliche Tropfen, unter anderem zum Gefäßverengen, helfen zunächst nur scheinbar. Paradoxerweise fördern sie noch die trockenen Augen, alarmieren Augenärzte.

Patienten leiden mitunter lange

Zur Diagnose der Krankheit misst der Augenarzt Menge und Zusammensetzung des Tränenfilms. Filterpapierstreifen, die in den Bindehautsack eingesetzt werden, geben Auskunft über die Flüssigkeitsmenge. Um zu erkunden, wie lange es dauert, bis der Tränenfilm über dem Augapfel reißt, färbt der Mediziner die Tränen mit einem fluoreszierenden Farbstoff ein. Die Therapie ist laut Geerling schwierig und langwierig, weil meist eine Vielzahl von Ursachen am Leiden beteiligt ist und die optimale Behandlungsstrategie nicht auf den ersten Blick erkennbar ist. "Der Erfolg stellt sich manchmal erst nach Wochen oder Monaten ein", sagt der Experte. Meist werden Tränenersatzmittel zur Linderung der Symptome verschrieben. Um den Tränenabfluss zu vermindern, werden gegebenenfalls die Tränenabflusskanäle verschlossen. Denkbar ist auch eine speziell angepasste Brille, die die Verdunstung der Tränen verhindert. Lokal wirkende, entzündungshemmende Medikamente stehen nach Angaben des Berufsverbandes der Augenärzte neuerdings zur Verfügung oder befinden sich noch in der klinischen Erprobung.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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