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Frühere Alzheimer-Diagnose dank neuen Verfahren möglich

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Frühere Alzheimer-Diagnose dank neuem Verfahren möglich

25.04.2012, 12:10 Uhr | dpa, dpa

Frühere Alzheimer-Diagnose dank neuen Verfahren möglich. Neues Verfahren ermöglicht frühere Alzheimer-Diagnose. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Neues Verfahren ermöglicht frühere Alzheimer-Diagnose. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Diagnose von Alzheimer gilt als schwierig. Ein neues Verfahren soll die Krankheit schon Jahre vor dem Auftreten erster Symptome erkennen. Doch was bringt das den Patienten tatsächlich? Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft hält den Nutzen solcher Entwicklungen für begrenzt.

Eiweiß-Ablagerungen frühzeitig erkennen

Bei den Alzheimer-Patienten lagern sich im Gehirn spezielle Eiweiße ab. Die Ablagerungen, die sogenannten Beta-Amyloid-Plaques, entstehen nach Angaben von einer Forschergruppe um den Leipziger Nuklearmediziner Osama Sabri mindestens zehn Jahre, bevor bei den Patienten erste Gedächtnisstörungen einsetzen. Diese Plaques können die Mediziner mit einem bildgebenden Verfahren jetzt darstellen.

Leipziger Forschungsgruppe gelingt Durchbruch

Die Forschergruppe hat zwei schwach strahlende Substanzen entwickelt, die die Veränderungen im Hirngewebe bei einer speziellen Tomographie (Positronen-Emissions-Tomographie) erkennbar machen können. In den USA ist eines dieser so genannten Radiopharmaka bereits zugelassen.

Abgrenzung von anderen Formen der Demenz erleichtert

"Das ist eine signifikante Verbesserung der Diagnostik", sagte der Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin der Universität Leipzig. Denn dadurch könne eine mögliche Erkrankung nicht nur früh entdeckt, sondern auch von anderen Formen der Demenz abgegrenzt werden. Für eine zweite Substanz läuft eine Studie mit 20 Patienten, die an Alzheimer im Frühstadium erkrankt sind. Dieser Marker soll eine Störung bestimmter Rezeptoren im Gehirn nachweisen, welche von löslichen Vorstufen der Beta-Amyloid-Plaques verursacht werden. Bisher sei das nur mit Hilfe von aufwendigen Messungen möglich, sagte Sabri.

Die Suche nach Alzheimer-Therapie geht weiter

Das neue Verfahren werde die Dauer der Aufnahme in der Röhre verkürzen und die Bildqualität verbessern. Zudem könne damit künftig kontrolliert werden, ob Medikamente bei Alzheimer-Patienten anschlagen und die Veränderungen im Gehirn aufhalten. "Die neuen Verfahren verbessern die Versorgung der Patienten", sagte Sabri. Zugleich betonte er, dass diese nur ein Anfang seien. Denn noch immer gebe es für Alzheimer keine geeignete Therapie.

Nicht alle Ablagerungen führen zu Alzheimer

Aus diesem Grund hält die Deutsche Alzheimer Gesellschaft die neuen Diagnose-Verfahren zwar aus wissenschaftlicher Sicht für interessant, aber "den Patienten wird das heutzutage nichts bringen, solange keine Therapie zur Verfügung steht", sagte Sprecher Hans-Jürgen Freter. "Man wird sicherlich nicht sagen können, ob die Krankheit mit 70, 80 oder 90 Jahren ausbricht." Außerdem würden Eiweiß-Ablagerungen im Gehirn nicht zwangsläufig bedeuten, dass jemand erkranken werde.

Betroffene sollten bei Beschwerden früh zum Arzt gehen

Die bestehenden Diagnosemöglichkeiten, zu denen unter anderem psychologische Tests und eine Computertomographie gehören, wären nach Ansicht von Freter deshalb zurzeit ausreichend, würden aber zu selten genutzt. Nach seinen Angaben leben etwa 1,2 Millionen Demenzkranke in Deutschland, zwei Drittel davon leiden an Alzheimer. Wichtig sei, dass die Betroffenen so früh wie möglich zum Arzt gingen und dieser ihre Beschwerden ernst nehme, sagte Freter. Mit Medikamenten könne das Fortschreiten der Krankheit um etwa ein Jahr verzögert werden.

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