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Herzinfarkt: Bei Schmerzen in der Brust die 112 wählen

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Bei Brustschmerzen die richtige Nummer wählen

30.04.2012, 15:36 Uhr | vdb

Herzinfarkt: Bei Schmerzen in der Brust die 112 wählen. Brustschmerzen können auf einen Herzinfarkt hindeuten.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Brustschmerzen können auf einen Herzinfarkt hindeuten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bei Schmerzen in der Brust, die auf einen Herzinfarkt hindeuten könnten, ist immer die Nummer 112 zu wählen. Das betont die Deutsche Herzstiftung. Die neu eingeführte bundesweite Notdienstnummer 116 117 ist dafür kein Ersatz. "Die 112 ist die einzige Notrufnummer. Sie ist besonders für Infarktpatienten und Menschen in anderen schweren Notsituationen überlebenswichtig und darf keinesfalls mir der neuen sechsstelligen Rufnummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst verwechselt werden", sagt Professor Dr. Dietrich Andresen, von der deutschen Herzstiftung.

Bei lebensbedrohlichen Notfällen muss die 112 gewählt werden

"Allein der Begriff 'Notdienst' für den Ärztlichen Bereitschaftsdienst ist irreführend", kritisiert Andresen. Diese Nummer sollte bei Erkrankungen gewählt werden, mit denen man einen niedergelassenen Arzt aufsuchen würde, zum Beispiel bei einer Magenverstimmung an den Festtagen. Bei lebensbedrohlichen Notfällen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Unfällen ist und bleibt die 112 zu wählen. Deutschlandweit sterben jährlich rund 60.000 Menschen an einem Herzinfarkt. Rund jeder vierte davon ist tot, bevor er die Klinik erreicht. Ein wesentlicher Grund dafür ist, so die Herzstiftung, dass die Infarkt-Symptome häufig nicht rechtzeitig erkannt werden und erst verzögert Hilfe gerufen wird. Wenn dann nicht gleich die richtige Nummer gewählt wird, kann das fatale Folgen haben. "Das kostet den Betroffenen wertvolle Zeit, in der die verheerenden Folgen des Herzinfarktes aber auch des Schlaganfalls ihren Lauf nehmen - ein lebensgefährlicher Umweg", warnt der Facharzt.

Verdacht auf Herzinfarkt deutlich äußern

Wer die 112 wählt, sollte außerdem seinen Verdacht auf einen Herzinfarkt deutlich äußern, damit kein einfacher Krankenwagen, sondern ein Rettungswagen mit Notarzt geschickt wird. Die typischen Anzeichen für einen Infarkt sind: schwere, länger als fünf Minuten andauernde Schmerzen im Brustkorb, die auch in Arme, Schulterblätter, Hals, Kiefer und Oberbauch strahlen können. Auch ein starkes Engegefühl, heftiger Druck und ein Brennen im Brustkorb gehören dazu. Zudem sind Schweißausbrüche, Übelkeit und Atemnot häufige Begleiterscheinungen.

Im Zweifelsfall in die Chest Pain Unit

Wer sich nicht entschließen kann, die 112 zu wählen, weil die Schmerzen nicht so stark sind oder Zweifel bestehen, ob es sich um einen Herzinfarkt handelt, kann sich in eine CPU ( Chest Pain Unit) fahren lassen. Die Herznotfallambulanz steht allen Patienten mit akuten Brustkorbbeschwerden 24 Stunden offen und kann sofort rettend eingreifen. CPUs gibt es deutschlandweit derzeit an 139 Standorten. Ist die CPU weiter als 30 Kilometer entfernt, sollten Betroffene sich allerdings nicht mit dem Auto dorthin fahren lassen, sondern mit der 112 den Rettungsdienst rufen.

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