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Herzkrankheiten: Kardiologen befürchten eine Zunahme von Herzkrankheiten

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Herzkrankheiten  

Immer mehr Menschen leiden an Vorhofflimmern

22.08.2012, 15:23 Uhr | dpa, dpa

Herzkrankheiten: Kardiologen befürchten eine Zunahme von Herzkrankheiten . Vorhofflimmern ist eine häufige Herzerkrankung.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Vorhofflimmern gehört zu den häufigsten Herzerkrankungen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Vorhofflimmern gilt bereits heute als Volkskrankheit und zählt zu den häufigsten Erkrankungen des Herzens. Übergewicht, Bluthochdruck und übermäßiger Konsum von Alkohol fördern Herzkrankheiten. Manchmal können sogar schon Rotwein oder Prosecco Herzrasen auslösen. Kardiologen erwarten in den nächsten Jahrzehnten eine deutliche Zunahme von Herzerkrankungen und warnen vor den Risiken. Unsere Checkliste verrät, ob Sie einen Arzt aufsuchen sollten.

Vorhofflimmern ist die häufigste Rhythmusstörung

Die Bevölkerung werde immer älter - und im Alter steigt auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sagt Prof. Ellen Hoffmann, Chefärztin der Kardiologie am Klinikum München-Bogenhausen. Beim Vorhofflimmern als häufigste anhaltende Rhythmusstörung werde bis 2050 mit einer Verdopplung der Patientenzahl gerechnet. "Vorhofflimmern ist mit ein bis zwei Prozent Betroffenen in der Bevölkerung schon jetzt eine Volkskrankheit." Beim Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) werden vom 25. bis 29. August 30.000 Teilnehmer aus 150 Ländern in München erwartet.

Herzrasen beeinträchtigt die Lebensqualität

Beim Vorhofflimmern wachse das Risiko von unter einem halben Prozent bei 40- bis 50-Jährigen auf fünf bis 15 Prozent mit 80 Jahren, sagt Hoffmann. Neben dem Alter spielten Bluthochdruck und die koronare Herzerkrankung eine Rolle. Vorhofflimmern habe nichts mit dem plötzlichen Herztod durch Rhythmusstörungen aus der Herzkammer zu tun und sei an sich nicht lebensbedrohlich. Häufig seien die Patienten aber durch plötzliches Herzrasen in der Lebensqualität deutlich beeinträchtigt. Zudem steige das Schlaganfallrisiko. "Das ist die gefürchtetste Komplikation und daher ein großes Thema. Etwa 30 Prozent aller Schlaganfälle sind auf die Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern zurückzuführen."

Medikamente helfen das Risiko zu reduzieren

Um dieses Risiko zu reduzieren, werden zur Blutverdünnung seit fast 50 Jahren Medikamente mit dem Wirkstoff Phenprocoumon, bekannt als Marcumar, eingesetzt. Es erfordert eine sehr genaue Einstellung und ständige Kontrolle der Patienten. Die Ärzte haben nun zwei neue Blutverdünner, die nicht mehr solch regelmäßiger Kontrollen bedürfen. Allerdings sei ihr Einsatz an bestimmte Kriterien gekoppelt, weitere Substanzen seien noch im Zulassungsprozess.

Vorhofflimmern ist nicht leicht zu behandeln

Das Vorhofflimmern selbst ist bis heute gar nicht so leicht zu behandeln. Auf Medikamente sprechen nur höchstens die Hälfte der Patienten an, dabei nehme die Effektivität über die Jahre ab und es gibt Nebenwirkungen, so Chefärztin Ellen Hoffmann. Deshalb versuche man immer öfter, den Patienten mit Eingriffen über Katheter zu helfen. Dabei werden über Radiofrequenzstrom oder Vereisung mit einem in der Vene platzierten Ballon gezielt Narben im Herzen gesetzt, um die Weiterleitung der falschen Impulse zu unterbrechen.

Katheterablation kann bei Herzrasen helfen

Diese sogenannte Katheterablation bringe bei anderen Formen des Herzrasens seit mehr als zwanzig Jahren sehr gute Ergebnisse mit über 90 Prozent Erfolg und unter einem Prozent Komplikationen. Anders beim Vorhofflimmern: Hier funktioniert die Methode nur bei 60 bis 80 Prozent der Patienten. Gelegentlich müssen die Betroffenen einen zweiten Eingriff über sich ergehen lassen und bei drei Prozent kommt es zu Komplikationen. Deshalb ist diese Methode nur für bestimmte Patienten geeignet betont Hoffmann.

Übergewicht und Bluthochdruck vermeiden

Sport, Verzicht aufs Rauchen sowie Vermeidung von Übergewicht und Bluthochdruck seien wichtige Maßnahmen zur Vorbeugung. In einigen Fällen ist Vorhofflimmern zunächst leicht zu behandeln: Alkohol - Prosecco und vor allem Rotwein, der nach der Volksmeinung doch gut fürs Herz sein soll - kann den Rhythmus durcheinanderbringen. Bei diesem sogenannten Holiday-Heart-Syndrom beginnt vier bis sechs Stunden nach dem Alkoholkonsum das Vorhofflimmern. Hier ist die Therapie zunächst am einfachsten - meist reicht Abstinenz.

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