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Bei Schwerhörigkeit steigt das Risiko an Demenz zu erkranken

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Studie  

Schwerhörige haben höheres Risiko an Demenz zu erkranken

22.01.2013, 11:51 Uhr | dapd

Bei Schwerhörigkeit steigt das Risiko an Demenz zu erkranken. Sinkende Hörfähigkeit im Alter kann Demenz begünstigen. (Quelle: dpa)

Sinkende Hörfähigkeit im Alter kann Demenz begünstigen. (Quelle: dpa)

Schwerhörigkeit hat offenbar Folgen fürs Gehirn. Der Hirnabbau beschleunigt sich gegenüber gesunden Menschen um bis zu 41 Prozent, zeigt eine aktuelle Studie. Das Risiko einer Demenz oder weiterer geistiger Beeinträchtigungen erhöht sich um ein Viertel, wie US-Mediziner im Fachjournal "JAMA Internal Medicine" berichten.

Forscher erklären Zusammenhang

Sowohl die Hörfähigkeit als auch die geistige Leistungsfähigkeit lassen bei vielen Menschen im Alter nach. Ob zwischen beiden Entwicklungen ein Zusammenhang besteht, war bislang jedoch strittig. Studien mit unterschiedlichen Ansätzen waren zu widersprüchlichen Ergebnissen gekommen. Die Forscher um Frank Lin vom Johns Hopkins Center on Aging and Health in Baltimore präsentieren nun einen starken Beleg für einen solchen Zusammenhang.

Zwei Tests geben Hinweis auf Demenz

Lins Team untersuchte sechs Jahre lang 1.984 Menschen mit einem Durchschnittsalter von 77 Jahren, die zu Beginn der Studie geistig fit waren und selbstständig lebten. Als Indikator der geistigen Fähigkeiten galten der sogenannte "3MS-Test" und der neuropsychologische "DSS-Test". Der 3MS-Test untersucht Orientierungsfähigkeit, Konzentration, Sprache, Gedächtnis und den praktischen Gebrauch des Verstands. Der DSS-Test prüft, wie schnell die Testperson mentale Aufgaben motorisch umsetzen kann.

Ab wann gilt man als schwerhörig?

Als schwerhörig galten in der Studie jene 1.162 Teilnehmer, die Geräusche unterhalb von 25 Dezibel nicht mehr wahrnehmen konnten. Das ist etwas lauter als das Ticken einer Armbanduhr und geringfügig leiser als Flüstern. Bei den schwerhörigen Studienteilnehmern sank das Ergebnis im 3MS-Test um 41 Prozent schneller als bei Teilnehmer ohne Hörprobleme. Der DSS-Test verschlechterte sich um 32 Prozent schneller. Eine neu einsetzende geistige Beeinträchtigung war für Schwerhörige rund ein Viertel wahrscheinlicher. Auch Einflussfaktoren wie Rauchen, frühere Schlaganfälle und Hörgeräte berücksichtigten die Forscher bei ihrer Auswertung.

Hörverlust und geistiger Abbau hängen zusammen

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Hörverlust unabhängig von anderen Faktoren mit einem beschleunigten geistigen Abbau und dem Auftreten mentaler Beeinträchtigungen zusammenhängt", kommentieren die Forscher. Während ein Mensch mit gesundem Gehör im Alter alle 10,9 Jahre fünf Punkte im 3MS-Test nachlasse, sei dies für Schwerhörige schon nach 7,7 Jahren der Fall.

Als mögliche Erklärung für den beobachteten Zusammenhang gelten eine geringe Förderung des Gehirns und weniger soziale Teilhabe. Ob diese Hypothesen stimmen, sollen nun weitere Untersuchungen zeigen.

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