Sie sind hier: Home > Gesundheit > Krankheiten & Symptome > Gelenke >

Gelenkschmerzen durch Darmkeime

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Gelenkschmerzen durch Darmkeime - Yersinien lauern in rohem Fleisch

23.01.2013, 17:40 Uhr | dpa

Gelenkschmerzen durch Darmkeime. Yersinien können für Gelenkentzündung verantwortlich sein. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Yersinien können für Gelenkentzündung verantwortlich sein. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Erst tagelang Durchfall und Magenschmerzen, dann ohne ersichtlichen Grund stark schmerzende Kniegelenke. Im ersten Moment deuten die Symptome auf zwei unterschiedliche Beschwerden hin, die nicht miteinander in Verbindung stehen. Doch bestimmte Darmkeime können auch für eine Gelenkentzündung verantwortlich sein. Yersinien sind die häufigsten Auslöser für Magen-Darm-Infekte in Europa und können noch weitere Beschwerden auslösen.

Gefährlichste Yersinienart ist "Yersinia pestis"

Der Erreger gehört zur Familie der Darmbakterien. "Es gibt mehr als zehn Yersinienarten, von denen einige beim Menschen Krankheiten hervorrufen können", erläutert Karsten Nöckler vom Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin. Am gefährlichsten sei Yersinia pestis - der Erreger der Pest, der vor allem von Rattenflöhen übertragen wird und bei einer Infektion unbehandelt oft zum Tod führt. "Er spielt heute aber weltweit eine geringe Rolle und gilt in Europa als ausgerottet." Bedeutender ist Yersinia enterocolitica.

Ansteckung selten über direkten Kontakt

Dieser Erreger führt zur intestinalen Yersiniose, einer der häufigsten bakteriellen Magen-Darm-Infektionen in Europa. Er wird wie sein pesterregender Verwandter vom Tier auf den Menschen übertragen. Als Wirt fungieren in der Regel Schweine, aber auch andere Haus- und Nutztiere. Allerdings erfolgt die Ansteckung selten über den direkten Kontakt.

Infektion durch verunreinigte Lebensmittel

"Die meisten der Betroffenen infizieren sich über verunreinigte Lebensmittel, im Speziellen über rohes oder unzureichend gegartes Schweinefleisch", sagt Professor Jürgen Heesemann vom Lehrstuhl für Bakteriologie am Max von Pettenkofer-Institut der Universität München. Hackepeter und blutiges Steak sind also in jedem Fall mit Vorsicht zu genießen. Möglich ist die Infektion auch über verunreinigtes Wasser, Milchprodukte, Gemüse und Salate.

Symptome einer Yersiniose

Wenn jemand den Erreger aufgenommen hat, bricht die Yersiniose in der Regel nach drei bis sieben Tagen aus. Sie zieht Entzündungen der Darmwand und der Schleimhaut des Dünn- und Dickdarms nach sich. Außerdem können sich entzündliche Lymphknotenschwellungen im Dünndarm entwickeln. "Die Symptome sind heftiger Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe und Fieber", erklärt Heesemann.

Beschwerden können chronisch werden

Der Nachweis einer Infektion ist im akuten Anfangsstadium über eine Stuhlprobe möglich, später durch Antikörper im Blut. Normalerweise beschränken sich die Beschwerden auf den Magen und Darm und verschwinden nach einigen Tagen. In wenigen Fällen werden sie chronisch, oder es kommt zu Folgeerkrankungen an anderen Körperorganen. "Das ist in der Regel nur bei Patienten mit einem erhöhten Infektionsrisiko wie kleinen Kindern, Senioren oder Personen mit einer geschwächten Immunabwehr der Fall", sagt Nöckler.

Infektion kann Autoimmunerkrankungen auslösen

Zu den Komplikationen gehören Hirnhaut- und Herzmuskel-Entzündungen sowie Blutvergiftungen. Außerdem kann die Infektion Autoimmunerkrankungen auslösen. "Die Yersiniose kann zum Beispiel das Entstehen einer Hautveränderung namens Erythema nodosum nach sich ziehen", erklärt Martin Aepfelbacher, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf. Dabei handelt es sich um eine Entzündung des Unterhautfettgewebes, die mit schmerzhaften roten Knötchen einhergeht.

Knie-und Sprunggelenke können sich entzünden

Ebenfalls immer wieder beobachtet wird eine reaktive Arthritis, also eine bakteriell ausgelöste Gelenkentzündung. "Sie betrifft vor allem die Knie- und Sprunggelenke und manifestiert sich durch Rötung, Erwärmung, Schwellung, Bewegungsbeeinträchtigung und Schmerzen", erklärt Heesemann. In den meisten Fällen klinge sie nach spätestens einem bis vier Monaten wieder ab.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Video des Tages

Shopping
Shopping
Vom Fleck weg gekauft: Beko Haushaltsgeräte
OTTO.de
Shopping
MagentaZuhause für 19,95 € mtl. im 1. Jahr bestellen
zur Telekom
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Meistgesuchte Themen A bis Z
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Gesundheit > Krankheiten & Symptome > Gelenke

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Prepaid-Aufladung
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • MagentaCLOUD
  • Homepages & Shops
  • De-Mail
  • Freemail
  • Mail & Cloud M
  • Sicherheitspaket
  • Hotspot
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017