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Multiple Sklerose: Schnelles Handeln ist entscheidend

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Multiple Skerose  

Bei Multiple Sklerose schnell handeln

09.09.2013, 11:34 Uhr | t-online.de

Multiple Sklerose: Die Immunkrankheit ist noch vielen unbekannt, dabei werden immer mehr Fälle diagnostiziert. In Deutschland leiden rund 250.000 Patienten darunter. Häufig trifft es junge Menschen zwischen 20 und 30, besonders oft sind Frauen betroffen.

Erstes Anzeichen können Sehstörungen, Depressionen, Sexualstörungen oder Inkontinenz sein. Solche Warnzeichen sollte man unbedingt ernst nehmen. Denn besonders wichtig ist bei Multiple Sklerose eine schnelle Diagnose und eine Behandlung der Krankheit. Sie ist nicht heilbar, doch die Häufigkeit und Schwere der Schübe kann gemindert werden. Geschieht dies nicht, greift die Krankheit mit voller Kraft an. Jeder Schub verletzt die Nervenbahnen und kann bleibende Schäden zurücklassen.

Doppelbilder können erstes Anzeichen sein

Wie schnell solche Warnzeichen aus dem Nichts auftauchen können, hat Rebecca R. erfahren. Plötzlich sah die 29-Jährige Doppelbilder. Während einer Autofahrt ließen ihre Nerven und Augen die Fahrbahn zweifach übereinander erscheinen. Rebecca wusste zunächst nicht, was das zu bedeuten hat. Blinzeln und auch schlafen half nicht - die falsche Ansicht blieb über Tage. Bäume und Häuser erschienen dadurch doppelt so hoch. Ein beängstigender Zustand für die junge Frau. Nur, wenn sie sich ein Auge zuhielt, ging es etwas besser. Besorgt suchte die junge Frau die Essener Uniklinik auf.

Nervenwasser-Test liefert endgültige Diagnose

Nach ergebnislosen Augenuntersuchungen wurde sie in der Neurologie untersucht. Dort wurden Tests durchgeführt und Nervenwasser aus dem Rücken genommen. Innerhalb von 24 Stunden stand die Diagnose MS zu 99 Prozent fest, das endgültige Ergebnis war nur noch eine Formalität. Doch im Nervenwasser fanden die Ärzte auch ältere Entzündungsmarker. Das heißt, die MS war schon länger unbemerkt aktiv.

Kortison gegen akuten Schub

Zur Behebung der Sehstörung bekommt Rebecca über drei Tage hochkonzentriertes Kortison. Nun ist es besonders wichtig, eine Therapie zu finden finden und mit dieser die Schübe aufzuhalten. Denn ohne Medikamente steigt die Gefahr eines neuen sofort. Werden die Entzündungen im Nervensystem nicht gehemmt, greifen sie die Nervenbahnen an und schädigen diese in unterschiedlichem Maße. Allerdings gibt es verschiedene Formen von Multiple Sklerose. Bei den meisten Betroffenen verläuft MS schubförmig. Jedoch gibt es auch eine Erkrankungsform, bei der die Krankheit stetig fortschreitet.

Zurzeit gibt es drei Wirkstoffe zur Langzeittherapie

Um langfristig weitere Schübe aufzuhalten, spritzen sich viele MS-Patienten Beta-Interferone und Glatirameracetat. Beta-Interferone sind Botenstoffe, die regulierend in das Immunsystem eingreifen. Glatirameracetat hingegen ist ein Eiweiß-Molekül, das die MS begünstigenden Zellen umprogrammiert. Ein weiterer Stoff zur MS-Therapie ist Mitoxantron. Er hemmt das Immunsystem insgesamt. Doch trotz der Einnahme von Medikamenten kann es zu weiteren Schüben kommen. Sie sind dann nur seltener und fallen meist schwächer aus. Für die schubförmige MS wurde in mehreren Studien belegt, dass Interferon die Schübe um 30 Prozent reduziert. In der Folge schreitet MS langsamer fort und es kommt zu weniger krankhaften Veränderungen im Gehirn. Ähnliches wurde bei Glatirameracetat beobachtet, wie die Deutsche Gesellschaft für Multiple Sklerose (DMSG) berichtet.

Nebenwirkungen sind nicht selten

Wie viele Medikamente können auch die genannten Nebenwirkungen haben. Interferon kann zu Fieber Schüttelfrost und Muskelschmerzen führen. Auch kann es passieren, dass der Körper im Laufe der Behandlung Abwehrstoffe gegen den Wirkstoff bildet. Sie können den Therapieerfolg mindern. Für Glatirameracetat sind weniger Nebenwirkungen bekannt. Diese bestehen meist in Hautirritationen an der Einstichstelle.

Nicht handeln ist fatal

Für die nicht schubförmige MS gibt es bislang kein Medikament, dessen Wirksamkeit belegt ist. Allerdings ist ebenso wenig bewiesen, dass die Therapie wirkungslos ist. Hier stößt die Wissenschaft bislang an ihre Grenzen. Eines aber ist klar: Nach der Diagnose einfach nichts zu tun, ist am schädlichsten. Auch Physiotherapie, Psychotherapie und die Behandlung akuter Symptome sind wichtige Säulen der MS-Therapie.

Multiple Sklerose hat viele Gesichter

Viele Symptome von Multiple Sklerose sind für Außenstehende nicht sichtbar. Dazu gehören Depressionen, eine lähmende Müdigkeit, Seh- und Gleichgewichtsstörungen, Sexual- sowie Blasenentleerungsstörungen. Deshalb nennt man sie auch die Krankheit der 1000 Gesichter. Kein Krankheitsverlauf gleicht dem anderen. Auch Spasmus, Krämpfe und Gehbehinderungen gehören zu den Symptomen von Multiple Sklerose. Die Krankheit ist nicht heilbar. Wird sie aber behandelt, landet heute längst nicht mehr jeder Erkrankte im Rollstuhl.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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