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Herz: Plötzlicher Herztod trifft vor allem Männer

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Aus dem Leben gerissen  

Plötzlicher Herztod trifft vor allem Männer

10.09.2013, 17:10 Uhr | cme

Herz: Plötzlicher Herztod trifft vor allem Männer. Plötzlicher Herztod: Männer trifft es besonders häufig. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Das Risiko für Männer, am Herztod durch Sport zu sterben, ist 20-mal höher als für Frauen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Zwischen 80.000 und 100.000 Menschen sterben in Deutschland jährlich am plötzlichen Herztod. Oft sind unerkannte Herzfehler die Ursache. Bei mehreren hundert Betroffenen tritt der Tod während oder nach sportlicher Betätigung auf. Eine Studie aus Frankreich zeigt nun: Der plötzliche Herztod beim Sport ist vor allem Männersache. Das berichtet die Ärztezeitung. Demnach scheint Radfahren gefährlicher zu sein als andere Sportarten.

Stirbt ein Mensch während oder bis zu einer Stunde nach dem Sport am plötzlichen Herztod, ziehen Ärzte die körperliche Belastung als Auslöser in Betracht. Das Forscherteam aus Paris wertete Daten von medizinischen Notfalldiensten im ganzen Land aus den Jahren 2005 bis 2010 aus. Dabei stellten die Wissenschaftler 775 Fälle von plötzlichem Herztod fest, die in direktem Zusammenhang mit Sport aufgetreten waren.

Risiko für Männer 20-mal höher

Unter den plötzlich Verstorbenen waren nur 42 Frauen (fünf Prozent). Demnach sei das Risiko für Männer, am Herztod durch Sport zu sterben, 20-mal höher als für Frauen, errechneten die Forscher. Hochgerechnet auf die Bevölkerung trifft es 10 pro eine Million männliche Sportler, während nur 0,5 pro eine Million Sportlerinnen betroffen sind. Das Durchschnittsalter betrug bei den Männern 46 Jahre, bei den Frauen 44 Jahre. Bei den Männern nahm zudem das Risiko mit dem Alter zu, während dies bei den Frauen nicht der Fall war.

Männliche Radfahrer am stärksten gefährdet

Die Wissenschaftler analysierten zudem, bei welcher Sportart das Risiko für den plötzlichen Herztod am höchsten war. Betrachtet wurden Radfahren, Joggen und Schwimmen. Dabei zeigte sich, dass die meisten Betroffenen beim Radfahren gestorben waren, während die Schwimmer relativ selten betroffen waren. Diese Beobachtung wurde allerdings nur bei Männern gemacht. Bei den Frauen gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den einzelnen Sportarten.

Sport stärkt normalerweise das Herz

Laut der Deutschen Herzstiftung liegt in den meisten Fällen eine unerkannte Vorerkrankung des Herzens vor, wenn dieses beim Sport unerwartet versagt. Zwar könne das Risiko für einen plötzlichen Herztod während des Sports kurzfristig ansteigen, doch der schützende Effekt überwiege, so die Experten. Sport gehöre zu den besten Möglichkeiten, einer koronaren Herzkrankheit entgegenzuwirken. Somit zähle regelmäßiger Sport auch zu den besten Mitteln, um einen plötzlichen Herztod ab dem 35. Lebensjahr vorzubeugen. Das gelte auch dann, wenn man schon längere Zeit keinen Sport mehr getrieben hat, übergewichtig ist oder raucht.

Wiedereinsteiger sollten es langsam angehen

Dennoch sollte man einige Regeln beachten, bevor man sich sportlich betätigt. Wer lange keinen Sport mehr gemacht hat, ist auf der sicheren Seite, wenn er sich vor der ersten Sportstunde von einem Arzt durchchecken lässt. Gerade bei Wiedereinsteigern sei das Risiko besonders hoch, so die Deutsche Herzstiftung. Außerdem gilt: Langsam starten und langsam steigern. Geeignete Sportarten sind Walken, Joggen, Radfahren oder Schwimmen.

Wichtig ist, dass man auf seinen Körper hört und ihn nicht überfordert. Wer beim Sport Schmerzen im Brustbereich oder ein Engegefühl verspürt, sollte sofort eine Pause einlegen. Besondere Vorsicht gilt bei Infekten wie beispielsweise Erkältungen oder Grippe: Wichtig ist, dass man sich richtig auskuriert und eine Sportpause einlegt. Danach sollte man nur langsam wieder einsteigen.

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