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Herzinfarkt: Im Osten ist die Sterblichkeit höher als im Westen

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Herz-Kreislauf-Erkrankungen  

Sterblichkeit an Herzinfarkt im Osten höher als im Westen

11.10.2013, 12:04 Uhr | dpa

Herzinfarkt: Im Osten ist die Sterblichkeit höher als im Westen. Herzinfarkt: In Deutschland sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Todesursache. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland häufigste Todesursache. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Immer weniger Menschen in Deutschland sterben an einem Herzinfarkt. Allerdings ist das Risiko im Osten deutlich höher als im Westen. Das teilte die Gesellschaft für Kardiologie (DGK) mit. Demnach liegt die Sterblichkeit in Sachsen-Anhalt bei 111 Menschen pro 100.000 im Jahr. Zum Vergleich: Am untersten Ende der Skala steht Berlin mit 56 Herzinfarkt-Toten pro 100.000 Menschen. Die DGK hat erstmals die regionale Herzinfarkt-Sterblichkeit erfasst und will nun die Gründe analysieren. Präsident Christian Hamm beantwortet zu diesem Thema die wichtigsten Fragen.

Wie sind die Risiken verteilt? 

Die Wahrscheinlichkeit, an einem Infarkt zu sterben, ist in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen fast doppelt so hoch wie in Schleswig-Holstein, Hessen, Berlin, Baden-Württemberg oder Bayern. Warum das so ist, muss nun analysiert werden. Eine mögliche Ursache könnte die unterschiedliche Versorgung sein, die in manchen Regionen exzellent und anderswo schlecht ist, oder aber auch die statistische Erfassung.

Wie ist die Versorgung der Herzpatienten in Deutschland? 

Sie ist im internationalen Vergleich hervorragend. Dank erfolgreicher Entwicklung bei der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sank die Sterblichkeit bei akutem Herzinfarkt in der Vergangenheit von über zehn auf unter sechs Prozent. Im Vergleich zu 1980 hat sich die Zahl der Todesfälle auf etwa 55.000 fast halbiert. Auch dank der flächendeckenden Einrichtung von Herzkatheter-Labors, wo Patienten mittels Ballon und Gefäßstützen, sogenannten Stents, behandelt werden. 

Warum sind Herzerkrankungen die häufigste Todesursache? 

Die größten Gefahren bergen der persönliche Lebensstil und die noch zu langsame Reaktionszeit im Notfall. Lebensgewohnheiten wie zu wenig Bewegung und ungesundes Essen lassen die Zahl Übergewichtigen stark steigen. Die Folgen sind Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen. Zwar wirk sich schon das Rauchverbot positiv aus, aber die Überalterung der Bevölkerung und die starke Zunahme von Übergewicht und Zuckerkranken auch schon bei Kindern und Jugendlichen läuft einer positiven Entwicklung entgegen. 

Was ist in Deutschland zu tun?

Angesichts der Defizite und Fehlentwicklungen im Gesundheitsverhalten schon bei Kindern und Jugendlichen braucht es dringend ein Umdenken. Wir plädieren für ein früh integriertes Schulfach "Wie lebe ich gesund", wo das Wissen zu gesunder Ernährung und Lebensweise sowie Freude an Bewegung vermittelt werden. Dann könnte auch mit dem Aberglauben aufgeräumt werden, dass Shisha-Rauchen nicht schadet.

Gibt es auch noch Defizite beim Verhalten im Notfall? 

Wir gehen davon aus, dass etwa jeder dritte, mindestens jeder vierte Herzinfarkt tödlich endet. Wenn man das Krankenhaus erreicht, stirbt nur noch jeder Fünfte von 100. Ein Herzinfarkt kann nur innerhalb der ersten sechs Stunden ohne Folgeschäden behandelt werden, aber im Schnitt dauert es noch immer mehr als drei Stunden, bis der Betroffene die Notrufnummer wählt. Auch die beste Technik kann diese verlorene Behandlungszeit nicht aufholen.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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