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Prostatakrebs: Wie wichtig ist der PSA-Test für die Früherkennung?

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Prostatakrebs  

Wie wichtig ist der PSA-Test für die Krebs-Früherkennung?

06.11.2013, 15:23 Uhr | akl

Prostatakrebs: Wie wichtig ist der PSA-Test für die Früherkennung? . Prostatakrebs: In Deutschland erkranken jährlich über 67.000 Männer neu.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Prostatakrebs ist die häufigste Tumorart bei Männern. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart beim Mann. Um Tumore schon im Frühstadium zu erkennen, raten viele Urologen, regelmäßig einen PSA-Test durchführen zu lassen. Doch die Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht und das Risiko der Überdiagnose wird stark diskutiert. Wir haben Doktor Wolfgang Bühmann, Urologe und Pressesprecher des Berufsverbandes der Deutschen Urologen e.V. gefragt, welche Bedeutung der PSA-Test für Männer hat und wie sie sich bei erhöhten Werten verhalten sollen.

Hat der Krebs gestreut, ist er nicht mehr heilbar

Ob durch erbliche Faktoren, das Alter oder eine ungesunde Lebensweise: Jedes Jahr erkranken in Deutschland mehr als 67.000 Männer an Prostatakrebs, schätzt die Deutsche Krebshilfe. Doch es ist nicht unbedingt so, dass die Prostatakrebsrate in den letzten Jahren gestiegen ist, sagt der Urologe. Es gebe jetzt eben die Möglichkeit, ihn frühzeitig zu erkennen. Und das ist wichtig. Habe der Krebs erst einmal gestreut, sei er nicht mehr heilbar. Zwar sieht der Gesetzgeber für Männer ab 45 Jahren die kostenlose Krebsfrüherkennung vor - der PSA-Test ist aber nicht enthalten. Krankenkassen vertreten die Meinung, dass die Untersuchung nicht qualitätsgesichert ist und Überdiagnosen drohen.

"PSA-Test ist bester Tumormarker in der Medizin"

Urologen haben hierzu eine andere Meinung. "Der PSA-Test ist der beste Tumormarker in der Medizin", betont Bühmann. "Seit der PSA-Messung konnte die Sterblichkeitsrate der Patienten mit Prostatakrebs signifikant gesenkt werden. Dass Krankenkassen die Kosten generell nicht übernehmen, ist unsinnig." Eine gute Alternative gebe es nicht, auch wenn die Medizin neben Gen-Tests auch an Blut- und Urintests forscht.

Mit 40 Jahren einen Basiswert ermitteln lassen

Bühmann rät Männern, mit 40 Jahren einen sogenannten PSA-Basiswert ermitteln zu lassen und dann in weiteren Untersuchungen den Verlauf zu betrachten. Von dem ermittelten Werten hängt auch ab, wie häufig Nachkontrollen erfolgen müssen. Es sei der Verlauf, der zählt und nicht der Wert an sich, betont der Urologe. "Es kann durchaus sein, dass ein Mann mit einem Wert von 15 keinen Prostatakrebs hat, ein Mann mit einem Wert von drei aber schon - das ist individuell verschieden." Wichtig sei, dass der Arzt die Werte der Untersuchung richtig deutet.

Viele Tumore müssen nie behandelt werden

Bei erhöhten PSA-Werten ist es wichtig, herauszufinden, warum die Werte gestiegen sind - es kann auch eine Entzündung der Prostata zugrunde liegen. Hat sich ein Tumor gebildet, muss der Arzt einschätzen, wie riskant dieser ist. Um eine Überdiagnose zu vermeiden, kann jeder Patient, wenn er sich nicht sicher fühlt, nach einer Krebsdiagnose eine zweite Meinung einholen und sich ausführlich beraten lassen - und versuchen, Ruhe zu bewahren. Häufig sei eine Behandlung gar nicht notwendig, viele Tumore könnten über viele Jahre hinweg beobachtet werden, so Bühmann.

Eingegriffen werden müsse erst dann, wenn die PSA-Werte mit einer gewissen Geschwindigkeit ansteigen, denn das deutet auf ein Fortschreiten des Tumors hin. Untersuchungen an aus anderen Gründen verstorbenen 90-jährigen Männern haben ergeben, dass über 80 Prozent einen Prostatakrebs in sich trugen, den sie nie gespürt haben. Das Ziel besteht darin, herauszufinden, welche Männer behandelt werden müssen und welche nicht.

Viele Männer entscheiden sich aktiv für eine Operation

Beim Thema Überdiagnose darf man auch die Psyche des Mannes nicht unbeachtet lassen: "Viele Männer kommen seelisch nicht damit klar, zu wissen, dass sie einen bösartigen Tumor in sich haben und alle drei Monate zur Untersuchung müssen. Sie haben das Gefühl 'auf einer Mine zu sitzen' und entscheiden sich dann für eine Operation beziehungsweise für eine Bestrahlung." Damit nehmen sie auch Nebenwirkungen wie Impotenz und Inkontinenz in Kauf, die mit der Therapie einhergehen können.

Es sei das Wort "Krebs", das elektrisiere und Ängste schüre - und viele Männer verständlicherweise handeln lasse. "Besteht jedoch die seelische Stabilität, sich mit der Krankheit zu arrangieren, ist diese Form der "aktiven Überwachung" eine echte Alternative im Hinblick auf erhaltenswerte Lebensqualität", rät Bühmann.

Prostatakrebs sprenkelt das Organ

Doch warum wird im Zuge einer Operation nicht nur ein Teil der Prostata entfernt, sondern das ganze Organ? Das liegt daran, dass es sich bei Prostatakrebs nicht um einen kleinen, begrenzten Tumor handelt, erklärt der Experte. Über die Drüsengänge verteilt sich der Krebs häufig über das gesamte Organ und lässt sich nicht isoliert entfernen. Also muss bisher das gesamte Organ behandelt werden.

Prostatakrebs spürt man nicht

Wie wichtig die Früherkennung ist, beweist auch die Tatsache, dass Männer nicht merken, wenn Prostatakrebs in ihnen wächst: "Einen bösartigen Tumor spürt man zu Beginn nicht. Symptome wie beispielsweise Probleme beim Wasserlassen oder Schwierigkeiten mit der Potenz treten bei der gutartigen Vergrößerung der Prostata auf, nicht unbedingt bei Tumoren", erklärt Bühmann. Bis man den Krebs merke, habe er oft schon die Organgrenzen überschritten und sei damit nicht mehr zu heilen.

Jeder muss sich die Frage stellen, wie wichtig ihm das Thema Früherkennung ist, ob er bereit ist, die Kosten für den PSA-Wert zu tragen. "Inklusive Beratung kostet dieser etwa 35 Euro - also ungefähr so viel wie zwei Kinokarten einschließlich Popcorn und Getränk", so der Urologe. Fragen und Zweifel zu dieser Thematik sollten Männer offen mit ihrem Urologen als "Dolmetscher" für den PSA-Wert und Berater besprechen.

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