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Herzschwäche: Harmlose Erkältung kann Herzschwäche auslösen

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Herz  

Grippaler Infekt kann Herzschwäche auslösen

13.11.2013, 12:11 Uhr | hut

Herzschwäche: Harmlose Erkältung kann Herzschwäche auslösen. Herzschwäche: Erkältungsviren können den Herzmuskel befallen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Erkältungsviren können den Herzmuskel befallen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Mindestens einmal im Jahr erwischt sie uns: die Erkältung. Die meisten tun sie als harmlos ab und quälen sich auch mit Schnupfen und Husten zur Arbeit. Doch das kann gefährliche Folgen haben. Denn wird die Erkältung nicht auskuriert und der Körper zu früh belastet, kann der Herzmuskel in Mitleidenschaft gezogen werden. Im schlimmsten Fall droht der plötzliche Herztod, aber auch eine permanente Herzschwäche kann die Folge sein, warnen Mediziner. Wie Sie den grippalen Infekt gut überstehen und eine Herzmuskelentzündung rechtzeitig erkennen.

Bereits geringste Anstrengungen schlauchen

Eigentlich hatte sich Felix H. schon besser gefühlt. Nach zwei Wochen mit Husten, Schnupfen und Gliederschmerzen hatte er genug vom Betthüten. Er wollte endlich wieder an die frische Luft und zurück an die Arbeit. Doch bereits das Treppensteigen fiel ihm schwer. Der kurze Weg zur Arbeit schlauchte ihn. Immer wieder verspürte er Atemnot. Der ambitionierte Freizeitsportler kennt so etwas eigentlich nicht. Als sich die Beschwerden auch nach Monaten nicht besserten, ging Felix schließlich zum Arzt. Der erkannte: Sein Patient leidet an einer Herzmuskelentzündung und warnt: Wenn er sich weiter nicht schont, können Herzschäden zurückbleiben.

Viren greifen das Herz an

Ursache der Herzmuskelentzündung sind in der Regel Viren, die das Organ befallen. "Diese lösen Abwehrreaktionen in der Muskelzelle aus, die zu einer Entzündung führen", erklärt Dr. Norbert Smetak, Bundesvorsitzender des Bundesverbandes Niedergelassener Kardiologen. Durch die Entzündung des Herzmuskels, die sogenannte Myokarditis, kommt es zu einer Störung und Schwächung der Kontraktionsfähigkeit des Herzens. Dadurch wird die allgemeine Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Betroffene fühlen sich oft müde und abgeschlagen.

Kommen außerdem Herzschmerzen und Atemnot hinzu, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen, sagt Prof. Michael Böhm, Direktor der Klinik für Innere Medizin am Universitätsklinikum Saarland und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der deutschen Herzstiftung. Denn das könnten wichtige Hinweise sein, dass das Herz erkrankt ist.

Erkältung ernst nehmen

Das Problem sei, dass Erkältungen zu oft verharmlost werden, meint Böhm. Umso wichtiger sei es, genau auf die Signale des Körpers zu achten. "Die Frühsymptome müssen erkannt und ernst genommen werden", betont Böhm. Wenn eine Erkältung länger als gewohnt daure, vor allem aber wenn Begleitsymptome wie Herzstolpern, Schmerzen und Luftnot auftreten, sei eine ärztliche Diagnose erforderlich.

In den meisten Fällen heile die Herzmuskelentzündung zwar ohne Folgen aus. Bei drei bis fünf Prozent aller Erkrankten entwickle sich daraus aber eine dauerhafte Herzschwäche, so Böhm. Vor allem hoher Alkoholkonsum, Bluthochdruck und Sport begünstigen die Erkrankung. "Bei zehn Prozent aller Sportler, die plötzlich verstorben sind, hat man eine Myokarditis als Ursache festgestellt", fügt Smetak hinzu.

Frühe Behandlung beugt dauerhaften Herzproblemen vor

"Um mögliche lebensgefährliche Komplikationen zu vermeiden, sollte die Erkrankung so früh wie möglich ärztlich behandelt werden", rät deshalb auch Smetak. Die einsetzende Herzschwäche und die Herzrhythmusstörungen lassen sich mit Medikamenten behandeln - im Gegensatz zur Ursache der Erkrankung: "Da es nur gegen wenige Viren eine direkte Behandlungen gibt, beschränkt sich die Behandlung auf Allgemeinmaßnahmen", erklärt der Kardiologe. Am wichtigsten sei dabei die körperliche Schonung. Sporttraining oder körperliche Anstrengung sollten bei einem grippalen Infekt oder einer Durchfallerkrankung vermieden werden, erläutert Smetak. Stattdessen stehe Bettruhe an: "Ausreichender Schlaf ist bei einer Erkältung das beste Mittel zur Wiederherstellung der Kräfte."

Auch Felix profitierte von der erzwungenen Auszeit. Sport war für ihn zunächst tabu. Der Herzmuskel musste sich erst einmal wieder erholen. Seine Herzfunktionen wurden während der nächsten Wochen regelmäßig überprüft. Heute arbeitet es wieder ganz normal. Beim nächsten grippalen Infekt wird er es sich aber zweimal überlegen, ob er sich aus dem Bett quält oder lieber nochmal eine Runde Erholungsschlaf gönnt.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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