Sie sind hier: Home > Gesundheit > Krankheiten & Symptome >

Jahrbuch Sucht: Deutsche sind süchtig nach Alkohol und Zigaretten

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Irrglaube über Alkoholismus  

Alkoholsucht beginnt nicht erst durch Exzesse

23.04.2014, 10:54 Uhr | dpa, AFP

Jahrbuch Sucht: Deutsche sind süchtig nach Alkohol und Zigaretten. Es gibt keine risikofreie Menge Alkohol oder Zigaretten.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Es gibt keine risikofreie Menge Alkohol oder Zigaretten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Alkoholismus wird einer Umfrage zufolge weithin unterschätzt. Jeder Dritte meint, Abhängigkeit entstehe erst durch häufige Trinkexzesse bis fast zum Vollrausch. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Gesundheitsportals www.apotheken-umschau.de. Zugleich gibt aber etwa jeder Achte zu, wegen seines Alkoholkonsums schon ein schlechtes Gewissen gehabt zu haben. Für die Umfrage befragte die GfK Marktforschung Nürnberg 1977 Frauen und Männern ab 14 Jahren. 


Bei den 14- bis 19-Jährigen meinte sogar jeder Zweite, um vom Alkohol wirklich abhängig zu werden, müsse man sich "bestimmt über einen längeren Zeitraum immer wieder fast bis zum Vollrausch betrinken". "Das stimmt nicht", sagte Michaela Goecke, Leiterin des Referats für Suchtprävention in der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Sucht entsteht meist schleichend

"Häufiges Rauschtrinken kann zwar das Suchtrisiko erhöhen, aber meist entsteht eine Sucht schleichend." In der Regel ebne ein regelmäßiger Konsum, der sich langsam erhöht, den Weg in die Abhängigkeit. 

UMFRAGE
Wie oft trinken Sie Alkohol?


Etwa jeder Zehnte der Befragten trinkt eigenen Angaben zufolge abends regelmäßig Alkohol, um abschalten zu können. 15,7 Prozent fällt es am Abend oder in Gesellschaft schwer, auf das gewohnte Gläschen zu verzichten. Männer gaben eher als Frauen an, zu viel zu trinken oder sich darüber Gedanken zu machen.


Alkoholkonsum ist nie risikofrei

Immerhin sagten drei Viertel der Befragten, es gebe immer wieder längere Zeiten, etwa einige Wochen, in denen es ihnen nichts ausmache, gar keinen Alkohol zu trinken. 
Mit zunehmendem Alkoholkonsum steigt die Gefahr für zahlreiche akute und chronische gesundheitliche Probleme, für psychosoziale Störungen, sozialen Abstieg und Verelendung. Darauf, dass es weder für Alkohol noch für Tabak risikofreie Konsummengen gibt, weist auch die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) hin. Je mehr konsumiert werde, desto höher steige das individuelle Risiko, zu erkranken oder vorzeitig zu sterben. 

"Jahrbuch Sucht": Alle sieben Minuten ein Toter durch Alkohol

Wie groß die Gefahr ist, an den Folgen von Rauchen und Alkohol zu sterben, zeigt das gerade erschienene "Jahrbuch Sucht" der DHS. Ihm zufolge stirbt in Deutschland alle sieben Minuten ein Mensch durch Alkoholkonsum oder durch den kombinierten Konsum von Alkohol und Tabak. Das sind 74.000 Menschen pro Jahr.

An den Folgen des Rauchens allein sterben demnach jedes Jahr zwischen 100.000 und 120.000 Menschen, was der Einwohnerzahl einer mittelgroßen Stadt wie Jena, Koblenz oder Ulm entspricht.


Jeder Deutsche trinkt 9,5 Liter Reinalkohol pro Jahr

Doch auch der Alkoholkonsum bleibt in Deutschland groß. Dem aktuellen "Jahrbuch Sucht" zufolge trank im vergangenen Jahr jeder Deutsche 9,5 Liter Reinalkohol, nur geringfügig weniger als 2012. Enthalten war diese Menge in durchschnittlich 105,5 Litern Bier, 20,4 Litern Wein und 5,4 Litern Spirituosen. 


Nur in vier EU-Ländern wird mehr getrunken

Damit liegt Deutschland laut der Untersuchung beim Alkoholkonsum unter den ersten fünf der 34 Mitgliedsstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Nur in Luxemburg, Frankreich, Österreich und Estland wird nach DHS-Angaben mehr getrunken. Die Grenzwerte für einen relativ risikoarmen Alkoholkonsum gesunder Erwachsener liegen nach DHS-Angaben für Frauen bei nur zwölf Gramm und für Männer bei 24 Gramm reinen Alkohols pro Tag. Ein 0,3-Liter-Glas Bier enthält rund 13 Gramm reinen Alkohol, ein 0,2-Liter-Glas Wein rund 16 Gramm. 


Keine Entwarnung: 34 Prozent der Erwachsenen rauchen noch immer

Trotz seit Jahren sinkender Raucher-Zahlen sehen die Suchtexperten auch beim Tabakkonsum keinen Grund zur Entwarnung. Immer noch rauchen demnach 34 Prozent der 18- bis 64-jährigen Männer und 26,2 Prozent der 18- bis 64-jährigen Frauen. 42 Prozent der Männer und 26 Prozent der Frauen sind mindestens einmal pro Woche dem blauen Dunst ausgesetzt und rauchen passiv.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.


shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017