Sie sind hier: Home > Gesundheit > Krankheiten & Symptome > Prostataprobleme >

Von Prostata-Problemen bis Haarausfall: Das erwartet Männer im Alter

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Prostata-Experte erklärt  

Das erwartet Männer im Alter

19.11.2016, 15:09 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Von Prostata-Problemen bis Haarausfall: Das erwartet Männer im Alter. Prostata: Ein Experte erklärt, was Männer im Alter wirklich erwartet.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ob Haarausfall oder Erektionsstörungen - beides verursacht bei Männern Gänsehaut. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Vergrößerte Prostata, Haarausfall, Erektionsstörungen und Inkontinenz sind Begriffe, die Männern Gänsehaut verursachen. Die meisten scheuen den Gang zum Arzt und leiden vor sich hin, oftmals aus Angst oder Unwissenheit. Wir erklären, welche Leiden Männer im Alter erwarten und wie diese behandelt werden.

Eine vergrößerte Prostata trifft jeden Mann irgendwann. "Ab dem 45. Lebensjahr beginnt die Prostata zu wachsen", erklärt Doktor Wolfgang Bühmann, Urologe und Pressesprecher des Berufsverbandes der Deutschen Urologen e.V. . "Verhindern kann man das nicht. Es ist keine Krankheit, sondern ein ganz normaler Vorgang." Man solle diese Veränderung des Körpers annehmen und einen Arzt um Rat fragen, wenn man erste Symptome bei sich beobachte und unter diesen leide, rät der Experte. Dazu zählen unter anderem häufiger Harndrang, das sogenannte Nachtröpfeln, nachdem der Mann auf Toilette war sowie ein abgeschwächter Urinstrahl.

Zwei Medikamente helfen bei vergrößerter Prostata

Es gibt zwei Medikamente, die bei einer vergrößerten Prostata zum Einsatz kommen können. Zum einen sind das Präparate mit dem Wirkstoff Finasterid und zum anderen sogenannte Alphablocker. "Finasterid verkleinert die Prostata, da der Wirkstoff das Drüsenwachstum hemmt", erklärt der Urologe. "Allerdings dauert es bis zu einem halben Jahr, bis der Betroffene eine Besserung spürt." Eine weitaus häufigere Therapie ist die Gabe von Alphablockern. Diese sorgen dafür, dass sich der Blasenhals lockert. Ist dieser Muskel entspannt, fließt der Urin viel besser ab und die Blase kann sich vollständig entleeren. Der ständige Harndrang lässt nach.

Beckenbodentraining hilft bei Männern kaum

Kommt zu den Beschwerden einer vergrößerten Prostata auch Inkontinenz, also plötzlicher Harnverlust, hinzu, können bestimmte Blasenmedikamente helfen, das überreizte Organ zu beruhigen. Auch Einlagen seien mögliche Hilfsmittel, sagt Bühmann. "Beckenbodentraining hilft bei Männern leider so gut wie gar nicht", ergänzt er. "Es ist schwer, als Mann zu versuchen, den Beckenboden anzuspannen, da man diesen nicht spürt. Bei Frauen ist das wesentlich einfacher." Auch die Maßnahme, immer wieder seinen Urinstrahl einzuhalten und dadurch für einige Sekunden den Blasenschließmuskel zu fordern, sei nicht effektiv genug, um im Alltag eine Linderung der Symptome zu erfahren. Am effektivsten sei der Gang zum Arzt.

Nicht nur ums Auto kümmern, sondern auch um die Gesundheit

Eigene Experimente hält der Urologe nicht für sinnvoll: "Ärzte sind dazu da, um zu helfen. So wie ich mein Auto in die Werkstatt bringe, sollte ich mich auch um meinen Körper kümmern. Wer selbst an seinen Bremsen bastelt, riskiert, gegen einen Baum zu fahren. So ist das mit der Gesundheit auch", betont Bühmann.

Lichtem Haar kann man nicht vorbeugen

Wird bei Männern das Kopfhaar dünner, greifen sie zu allen möglichen angeblichen Helfern. Doch stoppen lässt sich dieser Prozess nicht. "Meist beginnt sich das Haar mit ungefähr 30 Jahren langsam zu lichten", erklärt der Urologe. Diese Entwicklung sei eng mit dem Hormon Testosteron verknüpft, besser gesagt mit seinem Abbauprodukt, dem Dihydrotestosteron. "Vorbeugen kann man dem Haarausfall  nicht. Die einzige Möglichkeit wäre, um es drastisch auszudrücken, wenn sich der Mann die Hoden abnehmen ließe. Denn nur so lässt sich die Bildung des Hormons unterbinden", verdeutlicht der Experte.

Natürlich kann man mit Medikamenten versuchen, die Glatzenbildung hinauszuzögern, aber wie erfolgreich das ist, kann man nicht genau vorhersagen. "Finasterid wird auch bei Haarausfall eingesetzt, da es verhindert, dass das Testosteron umgewandelt wird", sagt Bühmann. Die Einnahme müsse dann aber schon zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr erfolgen. Setze man das Medikament ab, drohe erneuter Haarverlust. Die Kosten müssten zudem selbst getragen werden. "Aber warum sorgen sich überhaupt so viele Männer um eine Glatze? Ein kahler Kopf kann auch sehr attraktiv sein, man sehe sich Bruce Willis an", so der Experte.

Erektionsstörungen gehören zum Älterwerden dazu

Auch Potenzprobleme bekommt jeder Mann im Alter. "Der liebe Gott hat uns nur für 40 Jahre konstruiert und nur mit dem Ziel, dass wir uns vermehren. Daher ist es ganz normal, dass mit fortschreitendem Alter auch Lust und Penissteife nachlassen", sagt Bühmann. "Der Verschleiß lässt sich nicht umgehen. Sie müssen es sich so vorstellen: Der Penis ist wie ein Schwamm. Die Elastizität der Zellwände sorgt dafür, dass Blut in den Penis fließt und dieses speichert, damit der Penis steif bleibt. Je älter die Zellwände werden, desto weicher werden sie. Genauso wie bei einem Schwamm, der nach häufiger Benutzung ganz wabbelig ist."

Die Zellwände kann man nur in Grenzen stärken: "Ganz einfach ist das nicht, immerhin braucht der Penis innerhalb kürzester Zeit einen viertel Liter Blut, um steif zu werden", verdeutlicht der Experte. Viagra sei zwar eine mögliche Hilfe, doch das Medikament funktioniere nur, wenn auch genügend Lust und Erregung vorhanden seien. Und die Lust lasse im Alter ebenfalls nach. "Männer sollten entspannter werden, was ihre Sexualität angeht und annehmen, dass ihre Potenz im Alter nachlässt", rät Bühmann. "Es gibt so viele andere Dinge, die das Leben bereichern. Sex spielt irgendwann nicht mehr die Hauptrolle."

Drei Alternativen zu Medikamenten

90 Prozent der Männer mit Potenzproblemen, die nach einer Lösung suchen, entscheiden sich für Tabletten. Wer Potenzmittel zum Einnehmen nicht verträgt oder aufgrund eines kranken Herzens nicht einnehmen darf, hat drei mögliche Alternativen: ein Gel, eine Spritze und eine Vakuumpumpe. "Der Spritze stehen Männer nicht selten zunächst skeptisch gegenüber. Die Anwendung kostet natürlich zuerst Überwindung, die aber mit Hilfe des Urologen überwunden werden kann", sagt Bühmann. "Denn diese muss direkt in den Penis injiziert werden." Das Gel hingegen wird mit Hilfe eines kleinen Röhrchens in die Harnröhre gegeben. "Der Wirkstoff sorgt dafür, genau wie bei der Spritze auch, dass sich die Blutgefäße weiten und der Blutabfluss gehemmt wird. Das Gel wirkt ungefähr zehn bis 15 Minuten", erklärt der Urologe. Allerdings könne es etwas brennen, da die Harnröhre sehr empfindlich sei. Gel und Spritze gibt es nur auf Rezept. Die Kosten muss der Patient selbst zahlen.

Bei der Vakuumpumpe übernehmen Kassen Teil der Kosten

Die Vakuumpumpe hingegen ist frei verkäuflich. "Sie kostet um die 250 Euro", sagt Bühmann. "Ein Nachteil allerdings ist, dass nachdem sich der Penis versteift hat, ein Ring um den Penis angebracht wird, damit die Erregung erhalten bleibt. Dies kann beim Orgasmus schmerzhaft werden, da das Ejakulat nicht so leicht aus dem Penis austreten kann." Die Krankenkassen übernehmen einen Anteil der Kosten für die Pumpe. "Am besten ist es, wenn Männer mit Erektionsstörungen ihren Urologen fragen, welche Methode für sie geeignet ist." 

Männer wollen Sex, Frauen Zärtlichkeit

Männer sollten dem Thema Sex gelassener gegenüber stehen. Schließlich nehme das Liebesspiel mit den geringsten Zeitanteil in unserem Leben ein. "Das Paar muss sich einig sein. Um unnötigen Druck und Ängste zu vermeiden, ist ein offenes Gespräch der beste Weg, um herauszufinden, welche Wünsche und Bedürfnisse der andere hat. Außerdem braucht der Mann den Penis eigentlich nicht, wenn er eine Frau glücklich machen möchte", sagt Bühmann. "Zärtlichkeiten und die richtigen Berührungen an den richtigen Stellen können für eine Frau sogar noch viel befriedigender sein."

So werden Männer glücklich alt

Zufrieden leben und Körper und Seele in Einklang bringen. Das sind für Bühmann die wichtigsten Punkte, damit Männer glücklich alt werden. "Man sollte es akzeptieren, wenn der Körper nachlässt und nicht andauernd dagegen ankämpfen." Wer immer nur mit dem Älterwerden hadere, werde unzufrieden. "Genießen Sie das Leben, nehmen Sie das Unvermeidbare an und gehen Sie gegen das Vermeidbare vor", sagt Bühmann und spielt damit auch auf das Thema Vorsorgeuntersuchung an. Die Angst, zum Urologen zu gehen sei unbegründet, betont er. "Es lohnt sich, seine Scham zu überwinden. Die Untersuchung selbst besteht zum großen Teil aus Gesprächen und normalen Untersuchungen." Wer ein Problem damit habe, dass ihn ein Mann anfasse, der könne sich an eine Urologin wenden, empfiehlt der Experte. "Wichtig ist, dass Erkrankungen, die das Leben verkürzen können, rechtzeitig erkannt werden. Das geht eben nur aufgrund von regelmäßigen Untersuchungen", schließt Bühmann.

Liebe Leserinnen und Leser, leider können wir bei bestimmten Themen und bei erhöhtem Aufkommen die Kommentarfunktion nicht zur Verfügung stellen. Warum das so ist, erfahren Sie in einer Stellungnahme der Chefredaktion.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Shopping
Shopping
Perfekt aussehen in nur einer Minute mit Magic Finish
Make-up-Mousse bei asambeauty entdecken
Shopping
congstar „wie ich will“: Wunsch- tarif in bester D-Netz Qualität
zu congstar.de
KlingelBabistabonprix.deESPRITStreet OneCECILMADELEINEdouglas.demyToys

 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Meistgesuchte Themen A bis Z

Anzeige
shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Prepaid-Aufladung
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • MagentaCLOUD
  • Homepages & Shops
  • De-Mail
  • Freemail
  • Mail & Cloud M
  • Sicherheitspaket
  • Hotspot
  • Telekom Fotoservice
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017