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Blut im Urin: Fünf häufige Ursachen bei Frauen und Männern

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Plötzlich rot  

Fünf häufige Gründe für Blut im Urin

23.11.2016, 16:52 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, t-online.de

Blut im Urin: Fünf häufige Ursachen bei Frauen und Männern. Bei Blut im Urin sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bei Blut im Urin sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Im Normalfall hat unser Urin eine gelbliche Farbe. Mischt sich plötzlich Rot hinzu, sollte man nicht zögern, einen Arzt aufzusuchen. Denn nicht immer sind es Nahrungsmittel wie Rote Beete oder Medikamente wie Blutgerinnungshemmer, die den Harnstrahl färben. Oft steckt eine Erkrankung hinter dem Symptom. Fünf häufige Ursachen für Blut im Urin.

Die Rotfärbung entsteht, wenn sich im Harn vermehrt rote Blutkörperchen ansammeln. Meist haben die Blutungen in den Nieren, den Harnleitern, der Harnblase oder der Harnröhre ihren Ursprung.

Blut nicht immer sichtbar

Hat der Urin nicht mehr seine gewohnte hell- bis dunkelgelbe Farbe, liegt das in den meisten Fällen an färbenden Lebensmitteln wie Rote Beete, Heidelbeeren, Brombeeren oder Rhabarber. Antibiotika, Gerinnungshemmer und Vitamintabletten können den Harn ebenfalls färben.

Der Urin kann sogar ganz normal aussehen, obwohl der Anteil roter Blutkörperchen bedenklich hoch ist. Diese sogenannte Mikrohämaturie kommt meist nur über eine Laboruntersuchung ans Licht. Bei deutlich sichtbaren Blutbeimengungen im Urin sprechen Mediziner von einer Makrohämaturie. Jede Hämaturie muss ärztlich abgeklärt werden. 

Blasenentzündung ist häufigster Auslöser für blutigen Urin

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Urologie ist eine Blasenentzündung der häufigste Grund für Blut im Urin. Schätzungen zufolge leidet jede zweite Frau mindestens ein Mal in ihrem Leben unter der Infektion. Das liegt daran, dass die weibliche Harnröhre kürzer ist als die der Männer. Bakterien gelangen so schneller an die Blase. Bei einer Blasenentzündung bereitet das Wasserlassen meist große Schmerzen, auch wenn oft kaum Urin abgeht. Verstärkter Harndrang und Unterleibsschmerzen sind ebenfalls typische Symptome.

Bleibt Besserung aus und bemerken Betroffene Blut im Urin, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Bei der Behandlung kommen meist Antibiotika zum Einsatz und die Entzündung heilt in der Regel schnell und folgenlos ab.

Blut kann auf Nieren-Erkrankung hindeuten

Blasenentzündungen können dazu führen, dass Bakterien bis zum Nierenbecken wandern und dort Entzündungen verursachen. Neben Blut im Urin, Schmerzen beim Wasserlassen und häufigem Harndrang, ist dabei hohes Fieber möglich. Die gleichen Symptome stellen sich auch bei einer Nierenentzündung ein, allerdings ist die bakterielle Infektion dann in den meisten Fällen bereits deutlich fortgeschritten. Kopf- und Gliederschmerzen, erhöhter Blutdruck und Müdigkeit sind erste Anzeichen und treten in der Regel auf, bevor sich Blutbeimengungen im Urin finden. Auch ein Blutgerinnsel kann hinter dem gefärbten Urin stecken und etwa auf Nierenvenenthrombosen oder einen Niereninfarkt hindeuten. 

Harnsteine können empfindliches Gewebe verletzen

Ein weiterer Auslöser für Blut im Urin sind Steine in Nieren, Harnleiter und Blase. Setzen sich die kleinen, spitzen Kristalle fest, reizen sie die Schleimhäute und verursachen häufig auch Verletzungen. Die Harnsteine können unter anderem entstehen, wenn die tägliche Trinkmenge zu gering ist, um die ableitenden Organe ausreichend zu spülen. Auch Übergewicht, Stoffwechselstörungen sowie Harnwegsentzündungen zählen zu den Ursachen. Je nachdem wo sich der Harnstein festgesetzt hat, klagen Betroffene über Rücken- und Unterleibsschmerzen. Auch in den Genitalien schmerzt es gelegentlich. Bei Blasensteinen muss man öfter Wasserlassen, doch meist geht wenig Urin ab.

Etwa 1,2 Millionen Patienten werden jährlich wegen Erkrankungen dieser Art behandelt, wie die Deutsche Gesellschaft für Urologie weiß. Heute ist fast jeder 20. Deutsche ein Mal oder mehrfach im Leben von Harnsteinen betroffen. 

Blutungen durch Zysten und Polypen

Auch gutartige Tumore wie Schleimhautausstülpungen, sogenannte Polypen, sowie Zysten, also kleine mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, können zu blutigem Urin führen. Zum Beispiel, wenn diese verletzt werden oder aufplatzen. Meist sind Nieren, Harnröhre und Blase betroffen. Doch auch wenn die Geschwülste harmlos sind, müssen Ärzte wachsam bleiben. Denn die Polypen können mutieren. Daher werden sie entweder unter Beobachtung behalten oder vorsichtshalber entfernt.

Blut im Urin kann auf Blasenkrebs hinweisen

Es kann auch vorkommen, dass bösartige Tumore hinter dem Symptom stecken. So tritt laut der Deutschen Krebsgesellschaft Blut im Urin als frühestes Warnzeichen von Blasenkrebs auf. Einer der Hauptrisikofaktoren für Blasenkrebs ist das Rauchen.

Ohne Fieber und eindeutige Hinweise auf eine Harnwegsinfektion sei Blut immer verdächtig, warnen die Krebsexperten und empfehlen, Blut im Urin von einem Arzt abklären zu lassen. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts erkranken jedes Jahr 29.000 Deutsche an Blasenkrebs – die Mehrheit davon sind Männer.

Schwangere sollten besonders vorsichtig sein

Während der Monatsblutung ist es normal, dass auch der Urin verfärbt ist. Frauen sollten jedoch vorsichtig sein, wenn sie auch an anderen Tagen Blut im Urin finden und unter Unterleibsschmerzen leiden. Die Symptome deuten möglicherweise auf eine Endometriose hin. Dabei sammelt sich Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter an.

Schwangere lassen blutigen Urin besser sofort von einem Arzt untersuchen, um sicherzustellen, dass das Kind nicht gefährdet ist. Häufig sind aber auch hier die Ursachen harmlos: Bewegen sich Schwangere zu viel, können kleine Blutgefäße platzen.

Blut im Urin ist auch Männerthema

Neben Blasenkrebs kommen bei Männern zudem Entzündungen der Samenblasen, der Harnröhre sowie der Prostata als Auslöser des Blut-Harns in Betracht. Auch bei einer gutartig vergrößerten Prostata kann es vermehrt zu Harnwegsinfekten kommen, die sich unter anderem durch verfärbten Urin bemerkbar machen.

Wie die Deutsche Krebshilfe mitteilt, gehört die Rotfärbung des Harns auch zu den Warnzeichen für fortgeschrittenen Prostatakrebs. Bei 80 Prozent aller Patienten mit Blasenkrebs oder anderen bösartigen Tumoren der ableitenden Harnwege trete dieses Symptom auf, so die Krebshilfe. An Prostatakrebs erkranken jedes Jahr etwa 70.000 Männer.

Kinder leiden im schlimmsten Fall am Wilms-Tumor

Bemerken Eltern Blut im Urin ihres Kindes, sollten sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Neben Entzündungen können auch Zystennieren der Auslöser sein. Bei dieser Nierenerkrankung bilden sich viele Zysten, die das Organ in seiner Funktion stark einschränken. Im schlimmsten Fall ist der bösartige Wilms-Tumor die Ursache. Symptome wie Gewichtszunahme, Appetitlosigkeit und Fieber deuten jedoch weitaus häufiger auf diese Krebserkrankung hin.

Vermehrte weiße Blutkörperchen sind nicht im Urin sichtbar

Auch wer ohne Blut im Urin unter Schmerzen beim Wasserlassen leidet, lässt sich besser untersuchen. Ärzte finden dann möglicherweise vermehrt weiße Blutkörperchen, also Leukozyten, im Harn und diagnostizieren eine Leukozyturie. Weiße Blutkörperchen können - genau wie rote Blutkörperchen - ab einer bestimmten Anzahl auf andere Erkrankungen hindeuten. Harnwegsinfekte, Nierenbeckenentzündungen, Tumore in den Harnwegen, aber auch andere Infektions- und Geschlechtskrankheiten sind mögliche Auslöser. Rheuma oder eine Entzündung der Prostata lassen sich ebenfalls anhand der Zahl der weißen Blutkörperchen im Urin erkennen.

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