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Cholesterin: Sind Cholesterinsenker ein Segen oder Fluch?

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Blutfett  

Cholesterinsenker: Segen oder Fluch?

19.02.2015, 11:10 Uhr | Tonja Ariane Schewe

Cholesterin: Sind Cholesterinsenker ein Segen oder Fluch?. Schlucken zu viele ältere Menschen Cholesterinsenker? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Schlucken zu viele ältere Menschen Cholesterinsenker? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Hohe Blutfettwerte gelten als Haupt-Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall. Millionen Menschen schlucken deshalb Cholesterinsenker. Allein in Deutschland sind es vier Millionen, weltweit geschätzte 220 Millionen. Sie gehören damit zur umsatzstärksten Medikamentengruppe. Doch die Pillen geraten immer wieder in die Kritik. Umstritten ist vor allem der Einsatz der Statine bei ansonsten gesunden Menschen. Werden die Medikamente insbesondere bei Älteren zu leichtfertig verordnet? Und wie gefährlich sind ihre Nebenwirkungen?

Generell ist zu unterscheiden zwischen dem "guten" HDL-Cholesterin und dem "schlechten" LDL-Cholesterin. Während das gute Cholesterin die Gefäße schützt, fördert das schlechte nach gängiger Meinung Arteriosklerose (Gefäßverkalkung). Wann der persönliche LDL-Wert zu hoch ist, hängt allerdings von vielen Faktoren ab.

Entscheidend ist das Gesamtrisiko

Eine klare Faustregel gibt es deshalb beim Blutfettwert nicht. Professor Dr. F. Ulrich Beil vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf nennt zwei Beispiele zum Vergleich: Ein 70-Jähriger, der einen LDL-Wert von 170 mg/dl und ansonsten ein niedriges Herz-Kreislauf-Gesamtrisiko hat, müsse nicht behandelt werden. Ein 40-jähriger mit demselben Bluttfett-Wert, der allerdings regelmäßig raucht, sollte seinen Cholesterinspiegel hingegen unbedingt senken.

"Wenn jemand nur einen leicht erhöhten Cholesterinwert hat und ansonsten gesund ist, also einen normalen Blutdruck hat, nicht raucht und keine Vorstufe von Diabetes hat, braucht er kein Statin", betont der Hamburger Spezialist auf dem Gebiet der Fettstoffwechselstörung. "Ob, wann und wie viel Statine verordnet werden, ist immer eine Risikoabschätzung. Dabei müssen unterschiedliche Faktoren berücksichtigt werden, wie Bluthochdruck, Übergewicht, Rauchen oder eine Diabetes. Auch Alter, Geschlecht und erbliche Veranlagung spielen eine Rolle. Je mehr Risikofaktoren zusammenkommen, umso höher ist das Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko. Und desto eher kommen Cholesterinsenker - vor allem bei älteren Menschen - zum Einsatz. Speziell Ältere profitieren Beil zufolge nämlich von einer Statintherapie.

"Bei Statinen nie an die Behandlungsgrenze gehen"

Ulrich Beil stellt den Nutzen der Cholesterinsenker beim Schutz vor Herzinfarkt und Schlaganfall in den Vordergrund. Der Experte betont: "Statine richten keinen Schaden an." Nebenwirkungen wie Muskelschmerzen seien zwar bekannt. Allerdings sei gar nicht sicher, ob hierfür wirklich die Statine verantwortlich sind. So ergab eine britische Metastudie von 2014 an 80.000 Teilnehmern, dass Patienten durch Cholesterinsenker nur unwesentlich mehr Nebenwirkungen hatten als durch Placebos. "Ein Großteil der Patienten, die Statine über einen langen Zeitraum, also 20 Jahre lang, eingenommen haben, hat gar kein Problem", fasst Beil die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zusammen. Allerdings müsse insbesondere bei älteren Menschen darauf geachtet werden, dass das Medikament nicht zu hoch dosiert werde. "Gerade bei Senioren sollte der behandelnde Arzt niemals an die Behandlungsgrenze gehen", warnt Ulrich Beil.

Veränderter Lebensstil reicht in vielen Fällen aus

Um bei dem Beispiel des 40-jährigen Rauchers zu bleiben: Bei ihm ließe sich der Blutfettwert möglicherweise schon mit einer Ernährungsumstellung und mehr Bewegung in den Griff bekommen. "Gerade bei der Primärprävention steht die Ernährungsumstellung absolut im Vordergrund", betont der Facharzt für Innere Medizin und Endokrinologie. Allerdings muss ein Gesundheitscheck zeigen, dass tatsächlich keine weiteren Risikofaktoren vorliegen. "Viele Patienten stufen sich selbst als gesund ein", warnt Beil, "und haben dabei beispielsweise einen hohen Blutdruck, ohne es zu wissen.

Schnelles Gehen besser als exzessives Training

Wer seinen Cholesterinspiegel ohne Medikamente dauerhaft senken möchte, der muss seine gesamte Ernährungsweise umstellen. "Dabei geht es nicht um die Einzelbestandteile der Ernährung", so der Experte. Bewährt habe sich die sogenannte Mittelmeerdiät, die viel Gemüse und wenig Fleisch auf den Speiseplan setzt. Dabei sei es besonders wichtig, das gesamte soziale Umfeld mit einzubeziehen. "Eine solche Umstellung bekommen Sie alleine nicht hin!" Ebenso wichtig wie die Ernährungsumstellung ist ausreichend Bewegung. Dabei geht es nicht um intensives Krafttraining oder exzessiven Ausdauersport - im Gegenteil. "Mäßiger Sport hilft hier mehr", weiß Beil. "Dabei genügt bereits 30 Minuten schnelles Gehen am Tag."

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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