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Schlaganfall: Neues Verfahren kann Langzeitschäden verhindern

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Medizinische Revolution  

Dieses Verfahren kann Langzeitschäden durch Schlaganfall verhindern

29.04.2015, 13:35 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Schlaganfall: Neues Verfahren kann Langzeitschäden verhindern. Bei einem Schlaganfall verhindert ein Gerinnsel eine ausreichende Blutversorgung des Gehirns. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bei einem Schlaganfall verhindert ein Gerinnsel eine ausreichende Blutversorgung des Gehirns. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Jedes Jahr erleiden über 250.000 Deutsche einen sogenannten ischämischen Schlaganfall, bei dem ein Gerinnsel die Blutversorgung des Gehirns blockiert. Jeder dritte Patient muss danach mit starken geistigen und körperlichen Einschränkungen leben. Wissenschaftler suchen schon lange nach einer Möglichkeit, Langzeitschäden zu verhindern. Jetzt lässt ein kleines, flexibles Drahtgitter hoffen.

Eine Methode, mit der es gelingt, Patienten mit schweren Schlaganfällen zu retten und vor bleibenden Schäden zu bewahren: Es scheint, als sei die Wissenschaft so weit. "Immer mehr Studien zeigen, dass wir auf die endovaskuläre Therapie hoffen dürfen", erklärt Professor Hans-Christoph Diener, Direktor der Neurologischen Klinik der Universitätsmedizin in Essen und Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN).

Revolution in der Schlaganfall-Therapie

Man könne durchaus von einer Revolution in der Schlaganfall-Therapie sprechen, so der Experte. Doch was genau macht dieses Verfahren so besonders? "Es ist die Kombination aus Medikamenten und einem Stent, die so erfolgversprechend ist", erklärt Diener, der selbst auch auf diesem Gebiet forscht.

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"Spektakuläre Therapieerfolge zu verzeichnen"

Ganz neu ist diese Therapie nicht. In großen Schlaganfall-Zentren kommt sie immer wieder zum Einsatz. Auch kleinere Stroke-Units haben Ärzte, die auf dieses Verfahren eingestellt sind. Über den tatsächlichen Vorteil für den Patienten wurde in Fachkreisen allerdings diskutiert. "Bisher war nur der Nutzen noch nicht eindeutig belegt. Doch nun konnten insgesamt sechs Studien spektakuläre Therapieerfolge aufzeigen", sagt der Experte.

Stent kommt zum Einsatz, wenn Medikamente versagen

Bisher setzen Ärzte hauptsächlich Medikamente ein, die in eine Vene gespritzt werden, um das Gerinnsel in den Hirngefäßen zu beseitigen. Doch in etwa zehn Prozent der Fälle reicht diese Maßnahme nicht aus. "Kann das Medikament das Gerinnsel nicht auflösen, kommt der Stent zum Einsatz“, sagt der Experte.

Drahtgitter erreicht über die Aorta das blockierte Blutgefäß

Dabei handelt es sich um ein kleines Drahtgitter, das aufgerollt ist und dem Patienten über einen Mikrokatheter von der Leiste durch die Aorta bis zu dem blockierten Blutgefäß geschoben wird. Das Besondere: "Ein kleiner Draht durchstößt den Blutpfropf. Dann wird der Stent entfaltet und verhakt sich in dem Blutgerinnsel. So kann es von dem Operateur komplett aus dem Körper entfernt und die Blutzufuhr zum Gehirn normalisiert werden“, erklärt Diener den Eingriff.

Zudem öffnet sich hinter den Gerinnsel ein kleiner Ballon. Dieser verhindert, dass kleinste Teile des Gerinnsels weiter in das Gehirn geschwemmt werden.

Stent bleibt nicht dauerhaft im Gehirn

Anders als bei Stents, die bei einem kranken Herzen zum Einsatz kommen, verbleibt dieser nicht im Körper des Patienten, sondern hilft lediglich bei der Entfernung der Blockade. "Das funktioniert, da die verstopfte Ader nicht aufgrund einer Verkalkung dauerhaft gedehnt werden muss, wie das beim Herzen der Fall ist. Es geht hier hauptsächlich um die Säuberung der betroffenen Stelle", verdeutlicht der Neurologe.

Eingriff dauert eine Dreiviertelstunde

Ist der Eingriff erfolgreich, wird die Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff und Nährstoffen wieder hergestellt. "Bleibenden Schäden kann so vorgebeugt werden", erklärt Diener. Etwa eine Dreiviertelstunde dauert der Eingriff. Wichtig ist, dass er in einem Zeitrahmen von unter sechs Stunden nach dem Schlaganfall durchgeführt wird. Danach sind die Schäden zu groß.

Verfahren funktioniert nur in großen Arterien

Allerdings profitiert nicht jeder Patient mit einem ischämischen Schlaganfall von dem Verfahren. "Es sind etwa sechs bis zehn Prozent der Betroffenen, denen dieses Verfahren Leid erspart", weiß der Neurologe. Denn der Stent kann nur in den größeren Arterien des Gehirns eingesetzt werden.

"Große Studien gibt es aktuell zu den zwei großen, vorderen Arterien, die links und rechts am Hals in das Gehirn laufen. Zu der dritten Ader, die im hinteren Bereich des Kopfes verläuft, müssen noch Untersuchungen durchgeführt werden."

Bei starker Arterieosklerose versagt die Therapie

Doch nicht nur bei kleinen Gefäßen wird es schwierig. Bei Patienten, die unter einer schweren Arteriosklerose leiden und deren Arterien so stark verkalkt sind, dass der Katheter nicht hindurch kommt, ist die Therapie ebenfalls nicht durchführbar.

"Außerdem gibt es Schlaganfälle, die so heftig verlaufen, dass ein großer Teil des Gehirngewebes sehr schnell abstirbt. Da kann auch der Stent nicht mehr helfen", bedauert Diener.

Ersthelfer spielen die Hauptrolle

Doch nicht nur die Ärzte spielen eine bedeutende Rolle bei der Rettung des Patienten. Nur wenn der Schlaganfall rechtzeitig erkannt und Hilfe gerufen wird, stehen die Chancen für den Betroffenen gut. "Bei Verdacht auf einen Schlaganfall dürfen Sie auf keinen Fall zögern. Rufen Sie sofort den Notruf unter 112", betont Diener.

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