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Gicht-Symptome: Typisch sind Schmerzen im großen Zeh

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Gicht-Symptome  

Hinter Gelenkschmerzen kann Gicht stecken

23.08.2015, 07:28 Uhr | dpa-tmn

Gicht-Symptome: Typisch sind Schmerzen im großen Zeh. Bei ersten Gicht-Attacken schmerzt häufig der große Zeh.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bei ersten Gicht-Attacken schmerzt häufig der große Zeh. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wenn plötzlich die Gelenke heftig schmerzen, denken viele sofort an Arthrose. Doch manchmal liegt die Ursache woanders. Hinter den Beschwerden kann nämlich auch eine Gicht stecken. Wer sich nicht behandeln lässt, riskiert noch schlimmere Schmerzen und im Extremfall Nierenversagen. Doch so weit muss es nicht kommen. Denn die Erkrankung lässt sich mit einer Ernährungsumstellung und Medikamenten gut in den Griff bekommen.

Bei einer Gichterkrankung ist der Purin-Stoffwechsel gestört. Purine sind in allen Körperzellen und in Lebensmitteln enthalten. Alles, was davon nicht gebraucht wird, baut der Körper ab. Dabei entsteht Harnsäure, die normalerweise komplett ausgeschieden wird. Bei manchen funktioniert das nicht.

Erhöhter Harnsäurespiegel weist auf Gicht hin

"Die Betroffenen haben einen erhöhten Harnsäurespiegel", sagt Internist Klaus Krüger. Es lagern sich Harnsäurekristalle ab, und die Gelenke schmerzen. Ohne Behandlung kann es zu Nierenversagen kommen, sagt Apotheker Rolf-Günther Westhaus.

Im Blut ist ein erhöhter Harnsäurespiegel oft früh nachweisbar. "Manchmal dauert es aber bis zu 30 Jahre, bis Schmerzen an den Gelenken zu spüren sind", erklärt Heilpraktiker Rene Gräber. Steigt der Harnsäurespiegel permanent an, dann kann es plötzlich zu einem Gichtanfall kommen.

Typisch sind Schmerzen im großen Zeh

"Gicht tritt häufig am großen Zeh auf." Aber auch an anderen Stellen, die dann gerötet, geschwollen und empfindlich sind. Bei einer Weichteil-Gicht, etwa am Ohrknorpel, lagern sich Kristalle unter der Haut ab, und es bilden sich kleine Knoten. Der erste Gichtanfall trifft einen oft nachts. Oft vergehen bis zum nächsten Anfall Monate oder Jahre. Werden die häufiger, kann das die Beweglichkeit einschränken.

Männer trifft es häufiger

"Männer trifft es nach den bisherigen Erfahrungen häufiger als Frauen", sagt Krüger. Und es sind eher ältere Menschen zwischen 40 und 60 Jahren betroffen. Gicht ist in den Industrienationen verbreiteter als in ärmeren Ländern. "Grund sind vor allem unterschiedliche Essgewohnheiten", erklärt Westhaus. Auch Diabetes und Bluthochdruck gehen nicht selten mit Gicht einher.

"Zu 99 Prozent ist Gicht erblich bedingt", sagt Krüger. Gicht kann aber auch die Folge von schweren Erkrankungen sein. "Auch bestimmte Medikamente oder eine Chemotherapie können eine erhöhte Produktion von Harnsäure verursachen", erklärt Gräber.

Verursacht Fingerknacken Gicht?

Dafür gibt es keine wissenschaftlichen Belege. Zwar werden mit dem Fingerknacken die Gelenke überdehnt. "Solange dabei aber keine Schmerzen auftreten, ist alles absolut harmlos", erklärt Westhaus.

Falsche Ernährung als Risiko

Risikofaktoren für Gicht sind üppige Mahlzeiten mit purinreichen Nahrungsmitteln sowie regelmäßiger und reichlicher Alkoholkonsum. Purinreich sind Fleisch, Wurst und vor allem Innereien. Aber auch Fischsorten wie Lachs und Hering oder Meerestiere wie Miesmuscheln. Auch in Softdrinks und Säften finden sich viele Purine. "Neben ungesunder Ernährung können auch Übergewicht und Bewegungsmangel Gicht auslösen", warnt Westhaus.

Wie sieht eine mögliche Therapie aus?

"Ein häufig gegen Gicht verschriebenes Medikament ist Allopurinol", sagt Krüger. Auch eine Änderung der Ess- und Lebensgewohnheiten kann den Harnsäurespiegel senken. "Wichtig ist vor allem, täglich mindestens zwei Liter zu trinken - etwa Wasser oder Tee", rät Westhaus. Heilpflanzen wie Brennnessel können ebenfalls helfen.

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