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Grippeschutz: Kassen-Impfstoff schützt nicht gegen alle Grippe-Typen

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Grippeschutzimpfung  

Kassen-Impfstoff schützt nicht gegen alle Grippe-Typen

22.10.2015, 15:12 Uhr | t-online, pag

Grippeschutz: Kassen-Impfstoff schützt nicht gegen alle Grippe-Typen. Mit einem kleinen Piks in den Oberarm sind ältere und geschwächte Menschen gegen Grippe geschützt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Mit einem kleinen Piks in den Oberarm sind ältere und geschwächte Menschen gegen Grippe geschützt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Risikopatienten, Schwangere und Kinder sollten sich im Oktober oder November gegen Grippe impfen lassen. Das empfehlen Impfexperten vom Robert-Koch- und Paul-Ehrlich-Institut. Impfschutz bieten sogenannte drei- und viervalente Impfstoffe. Wie sicher wirken sie?

Immer noch verwechseln viele Menschen die gefährliche Influenza mit einer harmlosen Erkältung. Auch misstrauen sie der Impfung, wozu es jedoch keinen Anlass gibt. Das sind häufige Gründe, warum sich Risikopatienten nicht gegen die Erreger schützen. Dabei sind gerade die über 60-Jährigen besonders gefährdet.

Virologen warnen vor mangelndem Grippeschutz

"In der letzten Saison 2014/15 haben sich nur etwa 50% der über 60-Jährigen impfen lassen, bei chronisch Kranken war es sogar nur jeder Vierte", erklärt der Impfexperte Dr. Cornelius Remschmidt vom Robert-Koch-Institut.

Dabei rät die WHO (World Health Organisation) zu einer Impfquote von mindestens 75%. Seit 2013 empfiehlt die Organisation zusätzlich zum gängigen H1N1 plus H3N2 plus einen Influenza-B-Stamm noch den zweiten B-Stamm mit in die nationalen Vorsorgekataloge aufzunehmen. Dieser steckt im sogenannten viervalenten Impfstoff.

Die WHO empfiehlt den Immunschutz allen ab 60 Jahren. Auch Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder Schwangeren ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel sollten sich impfen lassen.

Sind Kassenpatienten die Verlierer?

Kassenpatienten erhalten in diesem Jahr jedoch nur eine dreivalente Grippeschutzimpfung. Darin stecken zwei Subtypen des Influenza-A-Virus und eine Linie des Virusstamms B. Ob diese Grippeschutzimpfung wirklich alle Erreger bekämpft, lässt sich noch nicht sicher sagen. Sollte es zum Ausbruch des Virus mit der seltenen zweiten B-Variante (B-Victoria) kommen, würden sich Kassenpatienten möglicherweise infizieren. "Wichtig ist es, überhaupt geimpft zu sein", erklärt hingegen Dr. Remschmidt.

Auch die ständige Impfkommission (STIKO) des RKI (Robert-Koch-Instituts) will sich auf keinen bestimmten Impfstoff festlegen. Nach ihrer Empfehlung können beide Impfstoffe verwendet werden. Damit ermöglicht es die STIKO den gesetzlichen Krankenkassen jedoch, ganz auf den kostengünstigeren Dreifachschutz zu setzen.

"Breitere Abdeckung mit viervalentem Impfstoff"

Tatsache ist: Nur der viervalente Wirkstoff enthält die fehlende B-Variante des Virus und dies wird von den gesetzlichen Kassen nicht getragen.

Dr. Remschmidt lenkt ein: „Mit dem dreivalenten Impfstoff wird der Geimpfte vor einem Großteil der zirkulierenden Viren geschützt. Der viervalente Impfstoff enthält noch eine weitere Komponente und in manchen Saisons hat dieser Impfstoff dann eine etwas breitere Abdeckung."

Doch von einer generellen Aussage, dass der erweiterte Impfstoff besser sei, hält er nichts: "Im vergangenen Jahr hat die Komponente H3N2 bei drei- und viervalenten Impfstoffen nicht gut gepasst, meint der Experte. Der viervalente Impfstoff habe deshalb in der vorigen Saison insgesamt keinen Vorteil gebracht, so Remschmidt. Es zeigt sich also erst während der laufenden Grippesaison, ob die Vierfach-Variante wirksamer schützt.

Gespaltene Expertenmeinung

Auch die Barmer GEK meint, dass "die Befürchtungen einzelner Ärzte" unbegründet seien. Der zusätzlich enthaltene Virus-Typ komme nach derzeitigen Erkenntnissen "nur selten vor".

Dr. Caroline Isner, Infektologin der Berliner Charité sieht die Lage ebenfalls entspannt. Wenn der Impstoff nicht so passe wie im vergangenen Jahr, sei das die Ausnahme. "Da muss man nicht gleich am Impfstoff zweifen, auf keinen Fall", sagt sie. "Vielleicht hat man etwas mehr Glück mit dem Vierfach-Impfstoff", aber bei diesem einen Stamm "weiß keiner, ob das noch mehr Schutz bringt."

Ganz anders äußert sich der Wiesbadener Klinikdirektor und Infektiologe Professor Dr. Markus Knuf gegenüber dem Berliner "Tagesspiegel": Es sei skandalös, dass man, nur um Geld zu sparen und trotz Alternativen "bewusst in Kauf nimmt, dass die verwendeten Impfstoffe nicht gut wirken."

Australien als Indikator?

Lässt sich das Risiko einschätzen, ob die fehlende B-Variante des Virus tatsächlich in Deutschland auftritt? Manche Forscher blicken dabei auf Australien, das uns eine Grippesaison voraus ist. Dr. Cornelius Remschmidt vom RKI dazu: "In Australien war die Grippewelle in dieser Saison ziemlich stark. Doch hieraus können keine Vorhersagen für Deutschland abgeleitet werden." Ob also tatsächliche eine Gefährdung durch die nicht abgedeckte Komponente beim "Kassenimpfstoff" vorliegt, wird sich erst bei Ausbruch der Grippe beurteilen lassen.

Eine eindeutige Empfehlung für den Verbraucher lässt sich daraus kaum ableiten. Diejenigen, die beim Grippeschutz absolut sicher gehen wollen, werden vermutlich den vierfachen Schutz selbst zahlen. Weniger Besorgte werden sich mit dem für über 60-Jährige und chronisch Kranke kostenlosen Kassenimpfstoff zufrieden geben.

Viervalente Impfstoffe für Kinder und Erwachsene

In Deutschland gibt es neben den dreivalenten auch zwei viervalente Impfstoffe. Einer ist für Kinder und Jugendliche vorgesehen und einer für Erwachsene. Gefährdete Erwachsene müssen den vierfachen Rundum-Schutz aus eigener Tasche zahlen. Eltern von Risiko-Kindern, die eine Vorerkrankung haben, können damit rechnen, ihn von der gesetzlichen Kasse erstattet zu bekommen. Der Präsident des PEI in Deutschland, Klaus Cichutek, weist jedoch vorsorglich darauf hin, dass die Vorräte des Vierfach-Schutzes vermutlich nicht ausreichen werden.

Mit einem kleinen Piks in den Oberarm sind Risikopatienten größtenteils geschützt vor den gefährlichen Grippeviren. Wer noch an einem akuten Infekt leidet, eine Erkältung oder Fieber hat, sollte die Impfung verschieben, bis der Körper wieder fit ist. Auch wirkt der Impfstoff erst nach etwa ein bis zwei Wochen. Diese Zeit benötigt er, um sich vollständig im Körper aufzubauen.

Die ganz Kleinen bekommen einen Sprühstoß in die Nase, der den viervalenten Impfstoff enthält. „Im direkten Vergleich hat das Nasenspray bei zwei- bis sechsjährigen Kindern eine bessere Wirkung gezeigt, als die Spritze in den Oberarm. Dehalb sollten Kinder in diesem Alter bevorzugt mit dem Nasenspray geimpft werden", erklärt Virusexperte Dr. Remschmidt.

Remschmidt rät Risikopatienten außerdem: "Abstand halten von Menschen, die an Grippe erkrankt sind. Rechtzeitig zum Arzt gehen und Zuhause bleiben, wenn Sie selbst erkrankt sind.“

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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