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Herzbericht 2015: Deshalb sterben im Osten mehr Menschen am Herzinfarkt

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Deutscher Herzbericht 2015  

Im Osten sterben mehr Menschen am Herzinfarkt

29.01.2016, 12:34 Uhr | cme

Herzkrankheiten zählen noch immer zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Allerdings gibt es große Unterschiede zwischen den Bundesländern, wie der "Deutsche Herzbericht 2015" der Deutschen Herzstiftung zeigt. So sterben in Sachsen-Anhalt - bezogen auf 100.000 Einwohner - rund doppelt so viele Menschen an einem Herzinfarkt wie in Berlin

Die diesjährige Herzbericht basiert auf Statistiken aus dem Jahr 2013. Demnach starben in Deutschland im Laufe des Jahres rund 338.000 Menschen an einer Herzkrankheit, darunter Koronare Herzkrankheiten wie Herzinfarkt, Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen.

Immer weniger Todesfälle durch Herzkrankheiten 

Die Gesamtzahl der tödlichen Herzleiden geht seit Jahren kontinuierlich zurück. Der Bericht zeigt: Zwischen 1990 und 2013 hat sich die Zahl der Sterbefälle durch Herzerkrankungen um 17,2 Prozent verringert. Von Herzinfarkten sind Männer nach wie vor fast doppelt so häufig betroffen wie Frauen.  (Quelle: Deutscher Herzbericht 2015) (Quelle: Deutscher Herzbericht 2015)

Betrachtet man die Sterbefälle nach Bundesländern, so zeigt sich ein deutliches Ost-West-Gefälle: Mit Ausnahme von Berlin ist die Wahrscheinlichkeit, einer Herzkrankeit zu erliegen, im Osten am höchsten. So beträgt die Sterbeziffer für Herzkrankheiten - also die Zahl der Todesfälle bezogen auf 100.000 Einwohner - in Sachsen-Anhalt 389, in Sachsen 360. Zum Vergleich: In Berlin liegt die Sterbeziffer bei 193 in Hamburg bei 214.   

Die Grafik veranschaulicht die Unterschiede am Beispiel Herzinfarkt: Die Wahrscheinlichkeit, an einem Infarkt zu sterben, ist in Sachsen-Anhalt und Brandenburg am höchsten. In Schleswig-Holstein, Hamburg und Berlin sind - bezogen auf 100.000 Einwohner - nur rund halb so viele Todesfälle zu verzeichnen  

Für den Herzbericht untersuchten die Mediziner auch die Ursachen für die großen Unterschiede zwischen den Bundesländern. So spielt unter anderem die Altersstruktur eine Rolle: Im Osten sind die Menschen im Durchschnitt älter.

Weniger Kardiologen im Osten

 (Quelle: Deutscher Herzbericht 2015 ) (Quelle: Deutscher Herzbericht 2015 )

Die höheren Sterbeziffern im Osten lassen sich teilweise auch durch eine schlechtere Versorgung mit Fachärzten erklären. So kommen in Thüringen fast 35.000 Einwohner auf einen Kardiologen. In Bremen hingegen ist ein Herzspezialist durchschnittlich für rund 18.400 Menschen zuständig. 

Im Nordosten wird am meisten gequalmt

Erstmals wurden im diesjährigen Herzbericht auch verschiedene Risikofaktoren für die koronare Herzkrankheiten eingehend betrachtet. So zeigt sich, dass die östlichen Bundesländer auch bei den Risikofaktoren an der Spitze liegen. So ist der Anteil der Raucher in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Berlin und Bremen am höchsten. Die prozentual meisten fettleibigen Menschen leben in Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Der Anteil der Menschen mit Bluthochdruck ist in Thüringen und Sachsen-Anhalt am höchsten. 

"In Sachsen-Anhalt ist die Konstellation der Risikofaktoren am ungünstigsten", bestätigt Professor Andreas Stang, Leiter des Zentrums für Klinische Epidemiologie (ZKE) am Universitätsklinikum Essen, der diesen Aspekt für den Herzbericht untersucht hat, gegenüber t-online.de. "Das erklärt viel".   

Mediziner fordern mehr Präventionsmaßnahmen

Die Mediziner fordern daher, mehr in die Prävention zu investieren. "Viele Sterbefälle (...) könnten durch verbessertes Wissen über richtiges Notfallverhalten bei den Betroffenen, durch eine konsequentere Behandlung, durch Vorsorgemaßnahmen wie frühzeitige Blutdruckmessung sowie einen gesunden Lebensstil vermieden werden. Deswegen sind Anstrengungen in der Aufklärung über diese Themen unverzichtbar“, betont Herzspezialist Professor Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, bei der Vorstellung des Berichts. 

Der Deutsche Herzbericht wird jährlich von der Deutschen Herzstiftung in Zusammenarbeit mit den ärztlichen Fachgesellschaften für Kardiologie (DGK), Herzchirurgie (DGTHG) und Kinderkardiologie (DGPK) herausgegeben. Er analysiert die Erkrankungs- und Todesraten verschiedener Herzerkrankungen, deren Entwicklung sowie die kardiologische Versorgung in Deutschland. Dazu werden verschiedene Statistiken ausgewertet, unter anderem von Krankenhäusern, Fachgesellschaften und dem Statistischen Bundesamt.  

Weitere Informationen zum neuen Herzbericht finden Sie unter www.herzstiftung.de/herzbericht 

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