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Stress schadet Frauenherzen: Risikofaktor für Herzinfarkt

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Weibliche Risikofaktoren für Herzinfarkt  

Stress gefährdet Frauenherzen

08.03.2016, 07:23 Uhr | tze, t-online.de

Stress schadet Frauenherzen: Risikofaktor für Herzinfarkt. Herzinfarkt: Ständig im Stress zwischen Arbeit und Familie – das kann Herzkrankheiten Frauen begünstigen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ständig im Stress zwischen Arbeit und Familie – das ist auf Dauer schädlich fürs Herz. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Frauen nehmen sich Stress zu Herzen. Das ist keine Floskel, sondern eine ernste Bedrohung. Immer häufiger erleiden jüngere Frauen einen Herzinfarkt. Der Einfluss von psychosozialem Stress auf Frauenherzen sei lange unterschätzt worden, sagt Alexandra Kautzky-Willer von der Medizinischen Universität Wien.

Bei vielen Frauen prägt die Mehrfachbelastung durch Beruf, Haushalt und Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen den Alltag. Das verursacht Stress, der "sich organisch im Herzen manifestieren" könne, erklärt die Professorin für Gender Medicine. Dieser Wissenschaftszweig erforscht Unterschiede zwischen den Geschlechtern bei Körperfunktionen, Krankheitsbildern und der Wirkung von Medikamenten.

Kautzky-Willer rät Frauen, sich im Alltag genug Zeit für Erholung freizuschaufeln. Es sei erwiesen, dass Wellness-Angebote, Entspannungstherapien und Anti-Stress-Programme die Risikowerte verbesserten. Außerdem trügen Sport oder wenigstens ausreichend Bewegung zum Stressabbau bei.

Ob Trauer oder Glück: ein emotionaler Schock schlägt aufs Herz  

In letzter Zeit bestätigten mehrere Studien, dass emotionale Extremsituationen – sowohl schlimme. als auch glückliche –  Herzbeschwerden bis hin zum Herzinfarkt auslösen können. Frauen sind insgesamt anfälliger für das "Broken Heart", beziehungsweise "Happy Heart Syndrom".

Herzinfarkt äußert sich bei Frauen anders

Inzwischen wissen Mediziner, dass der gewisse Unterschied zwischen Männern und Frauen auch im Herzen liegt. Zwar sterben in Deutschland mehr Männer als Frauen an einem Herzinfarkt. Allerdings wird er bei Frauen oft später erkannt, weil die Symptome zunächst untypisch erscheinen. Bei ihnen kündigt sich der Infarkt nicht immer durch ausstrahlende Brustschmerzen an. Oft spüren sie unspezifische Schmerzen im Oberbauch oder Übelkeit. 

Wenn deshalb bei der Behandlung wertvolle Zeit verloren geht, erhöht sich für Frauen das Risiko, am Herzinfarkt zu sterben oder bleibende Schäden zu behalten.

Insgesamt sterben mehr Frauen als Männer an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wenn außer dem Herzinfarkt auch HerzschwächeHerzrhythmusstörungen und Schäden an den Herzklappen dazu gezählt werden. Das geht aus dem Herzbericht 2013 der Deutschen Herzstiftung hervor. 

Die Professorin aus Wien meint dazu: "Die meisten Risikofaktoren wirken sich bei Frauen dramatischer aus als bei Männern". Dies gilt für Rauchen, erhöhte Blutfettwerte, Bluthochdruck Übergewicht und Bewegungsmangel.

Risikofaktoren für Frauenherzen

Hinzu kämen geschlechtsspezifische, oft hormonell bedingte Risikofaktoren für Frauenherzen: 

  • unregelmäßiger Zyklus
  • Schwangerschaftsdiabetes
  • langjährige Einnahme der Pille
  • Hormonersatztherapien
  • erhöhter Blutdruck nach den Wechseljahren
  • ungünstige Veränderung der Körperfettverteilung nach den Wechseljahren

Blutfettsenker für Männer und für Frauen

Die Experten für Gender-Medizin finden auch immer mehr Indizien dafür, dass Medikamente in Männer- und Frauenkörpern unterschiedlich wirken. Kautzky-Willer beschreibt das am Beispiel von Cholesterinsenkern. Sie werden verordnet, um einen Herzinfarkt durch verstopfte Blutgefäße vorzubeugen. Bislang sind Statine die Standardmedikation. Sie blockieren die Bildung des "schlechten" LDL-Cholesterins. 

Nach Aussage von Kautzky-Willer wirken Statine bei Frauen weniger gut als bei Männern. Nun setzen Mediziner auf eine neue Art von Cholesterinsenkern, sogenannten PCSK9-Hemmern. Sie beschleunigen den Abbau von LDL-Cholesterin im Blut. Ein Nachteil ist, dass sie unter die Haut gespritzt werden müssen. 


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