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Was ist Colitis ulcerosa? Autoimmunerkrankung im Überblick

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Colitis ulcerosa  

Was ist Colitis ulcerosa? Autoimmunerkrankung im Überblick

22.04.2016, 11:17 Uhr | hm (CF)

Was ist Colitis ulcerosa? Autoimmunerkrankung im Überblick. Colitis ulcerosa gehört hierzulande zu den häufigsten chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Colitis ulcerosa gehört hierzulande zu den häufigsten chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Colitis ulcerosa gehört hierzulande zu den häufigsten chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Beschwerden sind häufig auf den Bereich des Darms beschränkt, können jedoch auch andere Körperregionen betreffen. Lesen Sie hier, was es rund um den Krankheitsverlauf und die Therapie zu beachten gibt.

Was ist Colitis ulcerosa? Definition der Autoimmunerkrankung

Colitis ulcerosa ist eine Erkrankung des Dickdarms. Beginnend im Mastdarm breitet sich die Entzündung meist kontinuierlich dort aus, bis sie im Bereich des Übergangs zwischen Dick- und Dünndarm von einer weiteren Verbreitung aufgehalten wird. Hier liegt auch der entscheidende Unterschied zu Morbus Crohn sowie weiteren entzündlichen Erkrankungen im Darmbereich, die den gesamten Verdauungstrakt betreffen können. Die Krankheit verläuft chronisch.

Aus diesem Grund ist der Überbegriff "CED" recht verbreitet – die Abkürzung steht für "chronisch-entzündliche Darmerkrankung". Typisch für den Krankheitsverlauf sind außerdem einzelne Schübe, während derer Betroffene unter verschiedenen Beschwerden leiden.

In Deutschland sind laut der Deutschen Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV) e.V. rund 168.000 Menschen an Colitis ulcerosa erkrankt. Frauen und Männer haben ein etwa gleich hohes Risiko, die Krankheit zu entwickeln, meist geschieht dies zwischen dem 25. und 35. Lebensjahr. Grundsätzlich können jedoch auch ältere Erwachsene oder Kinder erkranken.

Typische Symptome: Beschwerden im Bereich des Darms

Colitis ulcerosa-Symptome ähneln den Beschwerden, die eine Morbus-Crohn-Erkrankung mit sich bringen kann. Typisch ist schwerer Durchfall, der sowohl schleimig als auch blutig sein kann. Auch krampfhafte Bauchschmerzen gehören zu den gängigen Symptomen. Zudem können unmittelbar vor oder nach dem Stuhlgang Schmerzen im Unterbauch sowie im Bereich des Kreuzbeins auftreten. Auch unabhängig vom Stuhl kann der Darm zudem Blut abgeben. Die Autoimmunerkrankung geht darüber hinaus häufig mit einem Verlust von Eiweiß einher, das in zu großen Mengen über den Darm ausgeschieden wird. Als Folge können Patienten sich abgeschlagen und müde fühlen sowie Gewicht verlieren. Auch Blutarmut, Fieber und eine Zunahme der weißen Blutkörperchen sind mögliche Symptome der CED.

Schmerzen in den Gelenken

Üblicherweise beschränken sich die Symptome, die auf die Autoimmunkrankheit hinweisen, auf den Darmbereich. Gelegentlich jedoch können auch andere Körperteile betroffen sein: So sind beispielsweise auch Entzündungen oder Schmerzen in den Gelenken denkbar. Sind hierbei die großen Gelenke betroffen, treten die Schmerzen innerhalb eines Krankheitsschubes auf und verschwinden anschließend wieder. Im Bereich der kleineren Gelenke jedoch bestehen die Symptome laut dem medizinischen Online-Portal "Onmeda" unter Umständen über Monate oder sogar Jahre.

Krankheitsschübe bringen Beschwerden mit sich

Wie bereits erwähnt, verläuft Colitis ulcerosa üblicherweise in Schüben beziehungsweise Phasen, während derer einzelne oder mehrere Beschwerden auftreten können. Während eines sogenannten akuten Schubs können Durchfall oder auch schmerzhafter beziehungsweise ergebnisloser Stuhlgang auftreten. Ein fulminanter Schub wird zusätzlich von weiteren Beschwerden wie Fieber, Gewichtsverlust oder auch beschleunigtem Herzschlag begleitet. Ein chronisch aktiver Verlauf zeichnet sich durch anhaltende Beschwerden aus, die auch durch medikamentöse Behandlung nicht vollständig verschwinden. Die sogenannten Remissionsphasen schließlich bezeichnen Abschnitte der Erkrankung, in denen Patienten keine Symptome oder Beschwerden aufweisen.

Mögliche Ursachen und Risiken

Bisher ist, wie bei den meisten chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, nicht vollständig geklärt, worin genau die Ursachen oder die Risiken für Colitis ulcerosa liegen. Mittlerweile ist geklärt, dass sie auf einem sogenannten multifaktoriellen Geschehen beruht. Das bedeutet: Die Krankheit hat nicht eine einzelne Ursache, vielmehr sind mehrere Faktoren für ihren Ausbruch verantwortlich.

Darüber hinaus können Wissenschaftler bisher jedoch nur Vermutungen über die Entstehung von Colitis ulcerosa anstellen. So ist es laut dem medizinischen Online-Portal "NetDoktor" beispielsweise denkbar, dass eine sogenannte genetische Prädisposition (also eine familiäre Veranlagung) eine mögliche Ursache sein kann: Anscheinend sind einige Gene bei Colitis-ulcerosa-Patienten verändert. Sind innerhalb einer Familie bereits Personen an der CED erkrankt, steigt das Risiko für die übrigen Familienmitglieder ebenfalls. Auch die körpereigene Immunabwehr könnte eine Rolle spielen: Liegt hier eine Fehlfunktion vor, könnte dies zu der Autoimmunerkrankung führen. Auch bestimmte Darmbakterien stellen möglicherweise einen Risikofaktor dar. Dagegen scheint geklärt, dass psychische Faktoren bei einer Erkrankung keine Rolle spielen. Stress kann jedoch unter Umständen einen akuten Schub der Krankheit begünstigen. Der Verzicht auf Tabakkonsum scheint dagegen das Risiko einer Erkrankung zu verringern.

Ist die Autoimmunerkrankung heilbar?

Grundsätzlich ist Colitis ulcerosa nicht heilbar. Allgemeine Aussagen zu einer Prognose sind jedoch schwierig, da laut "Onmeda" der Krankheitsverlauf von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein kann. Ist die Entzündung jedoch auf den Bereich des Mastdarms und das Ende des Dickdarms beschränkt, ist die Prognose üblicherweise laut dem medizinischen Online-Portal "NetDoktor" sehr günstig. Patienten können hier meist von einer normalen Lebenserwartung ausgehen. Im Verlauf der Krankheit ist jedoch gegebenenfalls ein sogenanntes Dickdarmkarzinom, also eine Krebserkrankung im Dickdarm, möglich, die die Lebenserwartung einschränken kann. Um das Risiko einer Erkrankung an Krebs möglichst gering zu halten, wird Patienten etwa ab dem achten bis zehnten Jahr der Erkrankung einmal jährlich eine Darmspiegelung inklusive Gewebeentnahmen empfohlen.

Colitis ulerosa behandeln: Medikamentöse Therapieansätze

Da, wie bereits erwähnt, die Ursachen für die Autoimmunerkrankung nicht geklärt sind, wird sie entsprechend nicht ursächlich behandelt. Die Therapie erfolgt üblicherweise durch entzündungshemmende Medikamente. Diese werden meist direkt in der Nähe des entzündeten Darms eingesetzt, da sie hier laut "NetDoktor" vergleichsweise geringe Nebenwirkungen hervorrufen. Sie können die Beschwerden, die ein akuter Schub mit sich bringt, lindern und gleichzeitig die Zeit zwischen zwei Schüben verlängern, sodass Betroffene länger beschwerdefrei bleiben. Für die Behandlung kommen unterschiedliche Medikamente infrage: Sogenannte 5-ASA-Präparate, beispielsweise in Form von Mesalazin, sind entweder als Kapseln, als Einlaufpräparat oder Zäpfchen verfügbar. Bei besonders schweren Schüben, bei denen diese Präparate keine Wirkung erzielen, kann dagegen Kortison, beispielsweise in Form von Prednisolon, zum Einsatz kommen, entweder in Form von Tabletten oder ebenfalls als Einlauf beziehungsweise Zäpfchen.

Vertragen Betroffene dagegen Mesalazin nicht, können alternativ bestimmte Bakterien, die selbst nicht krank machen, Beschwerden der Colitis ulcerosa lindern und die Zeit bis zum nächsten Schub verlängern. Denkbar sind hier beispielsweise Antibiotika, die mit entzündungshemmenden Medikamenten kombiniert werden. Bei einigen Patienten kann die Behandlung mit Kortison wiederum entweder nicht ausreichend stark wirken oder erhebliche Nebenwirkungen auslösen. In diesem Fall ist alternativ eine Behandlung mit sogenannten Immunsuppressiva denkbar – also Mitteln, die das Immunsystem bremsen. Bei dieser Form der Behandlung empfiehlt sich laut dem Apothekermagazin "Apotheken Umschau" unter Umständen eine Impfung gegen Pneumokokken, Grippe sowie Hepatitis B, da das Abwehrsystem geschwächt ist.

Operation als letzte Therapiemöglichkeit

Die Colitis ulcerosa kann unter Umständen Komplikationen mit sich führen, die eine Operation notwendig machen. Ein Beispiel sind anhaltende und starke Blutungen, ein weiteres sind extrem starke Schübe, die sich durch Medikamente nicht kontrollieren lassen. Auch im Falle eines Darmkrebses oder bei Krebsvorstufen ist eine Operation als Behandlung laut "NetDoktor" meist erforderlich. Der Chirurg entfernt hier in einigen Fällen den gesamten Dickdarm, in anderen Fällen dient der Eingriff dagegen der Öffnung von Darmverengungen. Um einen künstlichen Darmausgang beziehungsweise eine Stuhlinkontinenz für den Patienten nach Möglichkeit zu vermeiden, lässt sich im Rahmen der OP mithilfe des Dünndarms ein künstlicher Enddarm bilden. Im Anschluss an die Operation muss der betroffene Patient laut "Apotheken Umschau" dann meist eine Weile ein sogenanntes Stoma tragen, das den Stuhl auffängt und mehrmals täglich geleert werden muss.

Colitis ulcerosa: Welche Rolle spielt die Ernährung?

Auch gewisse Anpassungen in der Ernährung können für Colitis-ulcerosa-Patienten empfehlenswert sein. Grundsätzlich empfehlen Fachleute laut "Onmeda" die sogenannte Vermeidungsdiät: Demnach sollten Betroffene konsequent Lebensmittel vermeiden, die ihnen nicht bekommen. Außerhalb von aktiven Schüben sollten Patienten darüber hinaus in der Ernährung ausreichend Ballaststoffe und Eiweiß aufnehmen. Während eines aktiven Schubs können diese jedoch eher schädlich sein, da sie schwer löslich sind und deshalb die Schleimhäute des Dickdarms zusätzlich reizen können. Einige Betroffene profitieren außerdem davon, höchstens einmal die Woche Fleisch zu essen, viel Obst und Gemüse zu sich zu nehmen, dafür jedoch auf Alkohol, sehr fettreiche Lebensmittel und gezuckerte Getränke weitestgehend zu verzichten. Nur in sehr schweren Fällen empfehlen Ärzte unter Umständen drastischere Anpassungen in der Ernährung, beispielsweise Astronautennahrung oder eine künstliche Ernährung, mit der sich der Verdauungstrakt vollständig umgehen lässt.

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