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Grauer Star: Eine 33-Jährige berichtet über ihre Krankheit

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Grauer Star als Kind  

Bei Vanessa hat ein Auge nie gelernt zu sehen

27.04.2016, 12:53 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Grauer Star: Eine 33-Jährige berichtet über ihre Krankheit. Grauer Star ist eine Alterskrankheit. In seltenen Fällen kann die Linsentrübung aber auch schon in jungen Jahren auftreten. (Symbolbild) (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Grauer Star ist eine Alterskrankheit. In seltenen Fällen kann die Linsentrübung aber auch schon in jungen Jahren auftreten. (Symbolbild) (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Graue Star ist eigentlich ein Leiden alter Menschen. Doch in seltenen Fällen kommt es vor, dass die Linse im Auge von Geburt an trüb ist. So war es auch bei Vanessa*. Auf ihrem rechten Auge sieht sie fast nichts mehr und auch eine voll funktionsfähige Kunstlinse kann ihr nicht mehr helfen.

"Die meisten Ärzte sind fasziniert, wenn ich vor ihnen sitze“, sagt Vanessa. "Sie erwarten eine alte Frau im Wartezimmer und sind dann erst mal kurz sprachlos, wenn sie mich sehen."

Die 33-Jährige leidet seit ihrer Geburt unter Grauem Star im rechten Auge. Ihr Sehvermögen beträgt dort nur 30 Prozent, alles was sie sieht, ist stark verschwommen.

Drei Symptome können Hinweise auf eine Erkrankung geben.
Was Sie über den Grauen Star wissen sollten

Warnzeichen für Grauer Star Viele alternde Menschen sind von der Augenkrankheit Grauer Star betroffen. Diese drei typischen Symptome können Hinweise auf eine Erkrankung geben

Was Sie über den Grauen Star wissen sollten.

(Quelle: t-online.de)


"Meine Welt ist zweidimensional"

"Zwar hat mein gesundes Auge gelernt, vieles auszugleichen. Dennoch kann ich Abstände nur schwer einschätzen. Auch räumlich sehen kann ich nicht, bei mir ist alles zweidimensional. Außerdem ist mein Sichtfeld auf der rechten Seite deutlich eingeschränkt", erklärt Vanessa.

Grauer Star im Kindesalter äußerst selten

Die Trübung der Augenlinse, von Medizinern Katarakt genannt, ist eigentlich ein Altersleiden. Meist beginnt die Sehverschlechterung ab dem 60. Lebensjahr. Die Linse verhärtet sich und wird trüb. Der Betroffene sieht irgendwann nur noch stark verschwommen.

"Dass Kinder von Geburt an eine Trübung der Linse aufzeigen, ist in unseren Breitengraden ein seltenes Phänomen", sagt Dr. Georg Eckert, Augenarzt und Pressereferent des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands (BVA).

Auge hat nie gelernt zu sehen

Während Grauer Star im Erwachsenenalter meist erfolgreich mit dem Einsetzen einer Kunstlinse behandelt werden kann, hat Vanessa diese Chance heute nicht mehr. Denn selbst mit einer klaren Linse könnte sie nicht besser sehen.

Der Grund: "Das Sehvermögen bildet sich bis zum sechsten Lebensjahr aus. Kommt es in dieser Zeit zu Lernlücken beim Zusammenspiel von Augen und Gehirn, in diesem Fall durch die Trübung, kann das nicht mehr aufgeholt werden", so Eckert. "Ein Eingriff würde, wenn überhaupt, daher nur eine minimale Verbesserung bringen."

Grauer Star: Behandlung bei Kindern ein Risiko

Als Kind hätte man Vanessa zwar operieren können, doch die Ärzte rieten ihren Eltern davon ab: Zu groß sei das Risiko, dass der Körper die Linse abstoße und Vanessa dauerhaft Cortison nehmen müsse.

Zudem sind Eingriffe an einem noch nicht vollständig entwickelten Auge riskant. "Da das kindliche Auge noch wächst, können Probleme mit der implantierten Linse auftreten und unter Umständen weitere Operationen notwendig werden", sagt Eckert.

Rechtes Auge mit Pflaster abgeklebt

Also versuchten die Ärzte, Vanessas rechtes Auge so gut es geht zu fördern. "Jahrelang musste ich immer wieder ein Pflaster auf mein gesundes Auge kleben, damit sich das rechte anstrengen musste. Das war für mich wirklich schlimm. Ich habe mich dann immer hilflos und unsicher gefühlt", erinnert sie sich. Noch heute empfindet sie so, wenn sie ihr gesundes Auge schließt.

"Ich habe total Angst, dass meinem gesunden Auge etwas passiert. Es ist mein großer Schatz und ich versuche es so gut es geht zu schützen." Dass im Alter auch ihr gesundes Auge trüb werden kann, daran möchte sie jetzt noch nicht denken. Doch Eckert beruhigt: "Dann könnte ihr eine Kunstlinse auf jeden Fall helfen. Und in der Regel wird diese auch gut vertragen."

*Name auf Wunsch der Betroffenen von der Redaktion geändert.

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