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Virusinfektion  

Tollwut: Übertragung, Symptome, Behandlung, Verbreitung

02.08.2016, 12:27 Uhr | om (CF)

Tollwut: Übertragung, Symptome, Behandlung, Verbreitung. Tollwut kann besonders bei Wildtieren wie den Fuchs auftreten (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Tollwut kann besonders bei Wildtieren wie den Fuchs auftreten (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Tollwut, auch Rabies genannt, ist eine Viruserkrankung, die vor allem durch den Biss von Säugetieren wie Hunden, Katzen oder Füchsen auf den Menschen übertragen wird. Damit die Krankheitserreger nicht ins Gehirn gelangen, ist schnelles Handeln wichtig. Im Folgenden finden Sie Informationen zu Übertragung, Symptomen und Diagnose sowie zur Behandlung und der Situation in Deutschland.

Was ist Tollwut?

Tollwut ist eine Viruserkrankung, die das zentrale Nervensystem betrifft. Sie ist unter verschiedenen Namen bekannt: Wutkrankheit, Lyssa, Rabies oder Rage. Die Erreger, die zumeist über eine Bisswunde von Hunden, Katzen oder wilden Säugetieren in den menschlichen Körper gelangen, sind die sogenannten Lyssaviren. Sie befinden sich im Speichel infizierter Tiere.

Tollwut: Übertragung und Inkubationszeit

Das Virus breitet sich im zentralen Nervensystem betroffener Tiere aus und wird durch den Speichel ausgeschieden. Entsprechend erfolgt die Übertragung des Virus durch den Biss eines anderen Lebewesens. Doch auch eine einfache Hautverletzung, über die ein infiziertes Tier leckt, kann zur Übertragung von Rabies ausreichen. Häufiger sind jedoch wild lebende Tiere, wie Füchse, mit Tollwut infiziert. Sie verlieren die Scheu vor dem Menschen und greifen ihn mitunter an.

Nach einem Biss beträgt die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit, zwischen etwa drei bis acht Wochen. In seltenen Fällen liegt sie sogar unter neun Tagen. So weit sollten es Betroffene nicht kommen lassen: Laut dem Gesundheitsportal "NetDoktor" verläuft die Krankheit fast immer tödlich, wenn sie einmal ausgebrochen ist.

Symptome der Tollwut: Drei Phasen

Die Symptome bei einer Ansteckung mit Tollwut zeigen sich beim Menschen vor allem in drei Phasen. 

  1. Anfangsstadium (Prodromalstadium)
    Im Anfangsstadium entwickeln sich unspezifische Beschwerden wie Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit. Mitunter wird der Patient fiebrig und die Bisswunde beginnt zu brennen und zu jucken.
  2. Erregungsstadium (akute neurologische Phase)
    In diesem Stadium breitet sich eine Nervosität aus, die weiter intensiviert Angstgefühle und motorische Unruhe verursacht. Darüber hinaus ist das zentrale Nervensystem in dieser Phase bereits eingeschränkt. Es stellen sich das Gehirn betreffende Funktionsausfälle ein. Das Schlucken wird mitunter von Krämpfen erschwert. Auch andere Teile des Körpers können von Krämpfen geplagt werden. Der Patient produziert vermehrt Speichel und Tränenflüssigkeit und bildet möglicherweise eine Scheu vor Wasser aus. Sein neurologischer Zustand verschlechtert sich zunehmend: Wahnvorstellungen wechseln sich mitunter mit Episoden geistiger Klarheit ab: Ebenso kann eine aggressive Phase in eine depressive übergehen.
  3. Lähmungsstadium (Koma)
    Bei dieser letzen Phase der Infektion verliert der Betroffene über immer mehr Körperregionen die Kontrolle. Es bildet sich Schaum vor dem Mund, der Gesamtzustand des Betroffenen verschlechtert sich drastisch. Laut dem Robert Koch Institut (RKI) liegen bei einem unbehandelten Patienten maximal sieben Tage zwischen den ersten Anzeichen der Krankheit und dem Tod. Setzt die Atemmuskulatur aus, sterben Infizierte an der Lähmung.

Rabies: Diagnose und Behandlung

Eine akute Entzündung des Gehirns ist für den Arzt oftmals ein Anlass, den Patienten auch auf Tollwut zu untersuchen – selbst dann, wenn Hinweise auf einen Tierbiss fehlen. Eine Computertomografie zeigt jedoch laut "Apotheken Umschau" in den meisten Fällen nur unspezifische Veränderungen. Bei konkretem Verdacht sollten spezielle Tests durchgeführt werden. Beispielsweise suchen Mediziner im Blut der Betroffenen nach Abwehrstoffen gegen den Tollwut-Erreger. Zeigen sich Antikörper bei einer nicht gegen Tollwut geimpften Person, spricht der Befund für eine Infektion. Die sogenannte Virus-RNA, welche die genetische Information des Virus enthält, lässt sich darüber hinaus im Speichel, Nervenwasser und in einer Hautbiopsie des Nackens überprüfen.

Bezieht sich der Verdacht auf Tollwut auf einen Biss durch ein auffälliges Tier, sollte die Wunde sofort ausgeschnitten und mit einer starken Desinfektionslösung gereinigt werden. Darüber hinaus umspritzt der behandelnde Arzt die Wunde in der Regel mit einem Serum, das Tollwutantikörper enthält. Dieses Mittel kann auch in den Muskel gespritzt werden. Darauf folgt die Tollwut-Schutzimpfung, die in regelmäßigen Abständen wiederholt werden muss. Im Falle eines Bisses ist es lebensrettend, schnell mit der Behandlung zu beginnen, damit die tödliche Krankheit nicht ausbricht. Maximal drei Tage lang hat der Patient laut der "Apotheken Umschau" Zeit, bei dieser sogenannten Postexpositionsprophylaxe mit der Immunisierung zu beginnen, um die Infektion noch rechtzeitig abzuwehren.

Bei Tieren verläuft die Behandlung in den meisten Fällen anders. Gebissene Tiere werden zunächst etwa zehn Tage lang in Quarantäne beobachtet. Zeigen sich Symptome und wird das Tier auffällig, sollte es eingeschläfert werden. Daraufhin kann der Tierarzt das Gehirn auf Tollwut untersuchen. Wildtiere werden sogar in den meisten Fällen direkt nach einem Biss eingeschläfert und auf Rabies getestet.

Tollwut in Deutschland

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Deutschland bereits 2008 zum tollwutfreien Land erklärt. In den 1990er Jahren wurde damit begonnen, Köder mit integriertem Impfschutz auszulegen. Wissenschaftler sahen die größte Gefahr einer Infektion in Wildtieren, vor allem in Füchsen. Deshalb entwickelten sie die Schluckimpfung, welche die Tiere immun gegen die Krankheit machen sollte. Mit Erfolg: Bereits 2006 wurde kein Tollwut-Fall mehr in Deutschland verzeichnet. Trotzdem überprüfen Experten weiterhin den Tierbestand, um den Schutz aufrechtzuerhalten. Laut "Onmeda" ist Tollwut in Deutschland nur noch durch Fledermäuse übertragbar.

Schutzimpfung im Ausland

Auch wenn das Risiko einer Ansteckung in Deutschland gering ist, sollten Sie sich vor Reisen ins Ausland über dort herrschende Zustände informieren und gegebenenfalls eine Schutzimpfung von Ihrem Arzt durchführen lassen. Gerade in asiatischen und afrikanischen Entwicklungsländern werden jedes Jahr immer noch zahlreiche Tollwut-Fälle gezählt. Die Impfung schützt in der Regel mindestens sechs Monate zuverlässig vor einer Infektion. Darüber hinaus sollten Sie wilde Tiere nicht anfassen und von besonders zutraulichen Exemplaren Abstand nehmen.

Am 28. September ist Welt-Tollwut-Tag

Auch wenn die Tollwut in Deutschland erfolgreich bekämpft wurde, stellt sie in Afrika und Asien weiterhin ein großes Problem dar. Jährlich sterben dort etwa 55.000 Menschen an der Krankheit. Die gemeinnützige Alternative "Alliance for Rabies Control" ruft daher jedes Jahr am 28. September zum Welt-Tollwut-Tag auf, um durch Aufklärungskampagnen und Veranstaltungen auf die Krankheit aufmerksam zu machen. Ziel ist es, die Tollwut weltweit zu bekämpfen und die Zahl der Infektionen von Menschen zu reduzieren, wie die "Nationale Forschungsplattform für Zoonosen" auf ihrer Seite erklärt.

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