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Spielsucht: Wann Sportwetten zur Sucht werden

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Neun Anzeichen  

Wann Sportwetten zur Sucht werden

26.08.2017, 19:11 Uhr | Nina Bürger, t-online.de

Spielsucht: Wann Sportwetten zur Sucht werden. Mann macht Online-Wetten am Handy (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/scyther5)

Die vor allem männlichen Kunden erhoffen sich durch Sportwetten Spaß, Nervenkitzel und das schnelle Geld. (Quelle: scyther5/Thinkstock by Getty-Images)

Lotto, Online-Poker und Sportwetten: Bei diesem mitunter harmlos wirkenden Zeitvertreib handelt es sich um Glücksspiel – und das kann süchtig machen. Aber wann ist die Grenze überschritten? Neun Anzeichen zeigen, ob aus dem Spiel bereits eine Sucht geworden ist.

Die Nachfrage für Sport- und Onlinewetten ist offensichtlich da: Kaum eine Stadt, in der es nicht mindestens ein Wettbüro gibt. Allein "Tipico"  betreibt über 750 Wettbüros in Deutschland und es werden beständig mehr. Andere, wie "mybet", versuchen ebenfalls, den Sport- und Onlinewettenmarkt zu erschließen. "Mybet" hat 1,5 Millionen registrierte Kunden, bei "Tipico" sind es mehr als 1,1 Millionen.

Nervenkitzel und das schnelle Geld

Die vor allem männlichen Kunden erhoffen sich Spaß, Nervenkitzel und das schnelle Geld. Doch besonders Live-Wetten, um die es sich auch bei Sportwetten handelt, können in den Sog der Sucht ziehen: "Die schnelle Abfolge eines Spiels mit verschiedenen Spielereignissen, auf die Wetten abgegeben werden können, birgt ein hohes Suchtpotenzial, das unter anderem dazu führen kann, dass Menschen den Überblick über ihre Einsätze verlieren", weiß Dr. Anja Bischof, von der Universität Lübeck, Sprecherin der Nachwuchsgruppe der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie.

Sportwetten bergen großes Suchtpotenzial

Dies könne dazu führen, dass die Spieler gedanklich immer stärker vom Wetten eingenommen werden. Zudem können sie einer Kontrollillusion unterliegen: Sie meinen, das Glücksspiel unter Kontrolle zu haben, obwohl sie diese schon lange verloren haben.

Die Möglichkeit des schnellen Einsatzes im Internet kann diese Risiken laut Bischof weiter verstärken. Daten aus einer großangelegten Studie aus dem Jahr 2011 ergaben zudem, dass Menschen, die Glücksspiele spielen, ein fünffach erhöhtes Risiko für die Lebenszeitdiagnose "pathologisches Glücksspiel", also Spielsucht, haben, wenn sie sich an Sportwetten beteiligen.

Laut Untersuchungen zu Glücksspielverhalten und -sucht der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) verfallen besonders häufig junge Männer zwischen 21 und 25 sowie 36 bis 45 Jahren der Spielsucht. Doch woran erkennen Betroffene oder ihr Umfeld, ob es sich um eine Sucht handelt?

Drei Fragen weisen auf Spielsucht hin

Wer zweifelt, sollte sich drei Fragen stellen: "Wird heimlich gespielt?", "Werden Schulden gemacht?" und "Findet ein Rückzug vor Freunden und Familie statt?".

Zudem gibt es klar definierte Kriterien für eine Spielsucht, weiß Bischof. Diese sind:

  • 1. Starkes Eingenommensein vom Glücksspiel
  • 2. Steigerung der Einsätze, um die gewünschte Erregung zu erreichen
  • 3. Wiederholte, erfolglose Versuche, das Spiel zu kontrollieren
  • 4. Unruhe und Gereiztheit beim Versuch, das Spiel einzuschränken
  • 5. Spielen, um Problemen oder negativen Stimmungen zu entkommen
  • 6. Der Drang, Verlusten hinterherzujagen
  • 7. Lügen, um das Ausmaß des Spiels vor anderen zu vertuschen
  • 8. Gefährdung oder Verlust wichtiger Beziehungen, des Arbeitsplatzes oder von Zukunftschancen
  • 9. Sich darauf verlassen, dass andere Geld zum Spielen oder für Schulden bereitstellen

Um eine Spielsucht zu diagnostizieren, müssen vier dieser Kriterien erfüllt sein. Jedoch können schon ernsthafte Probleme vorliegen, wenn es weniger Kriterien sind, so die Expertin.

Selbsttest verschafft erste Klarheit

Einen Selbsttest zum Thema Glücksspiel der BZgA finden Angehörige und Betroffene unter www.spielen-mit-verantwortung.de. "Wichtig ist, dass man frühzeitig auf Warnsignale reagiert und sich bereits in einem frühen Stadium Hilfe sucht – egal, ob als Spieler oder Angehöriger", so Bischof.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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