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Schlaganfall-Ursachen: Neun von zehn Schlaganfällen vermeidbar

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So schützen Sie sich  

Neun von zehn Schlaganfällen vermeidbar

04.07.2017, 10:10 Uhr | jb, t-online.de

Schlaganfall-Ursachen: Neun von zehn Schlaganfällen vermeidbar. Ein Schlaganfall wird auf dem CT sichtbar.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ein Schlaganfall wird auf dem CT sichtbar. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Mit einem gesunden Lebensstil könnten neun von zehn Schlaganfällen verhindert werden. Dies belegt der zweite Teil der INTERSTROKE-Studie, der nun im Fachmagazin "The Lancet" vorgestellt wurde.

Ein Team an der kanadischen McMaster Universität in Hamilton wertete Daten von insgesamt 13.447 Schlaganfallpatienten und 13.472 Kontrollpersonen aus 32 Ländern aus.

Häufigste Ursache ist Bluthochdruck

Die wichtigste Ursache für einen Schlaganfall ist der Studie zufolge Bluthochdruck. Die betroffenen Personen hatten ein dreifach erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall. Da Bluthochdruck in den meisten Gesellschaften weit verbreitet ist, vermuten die Forscher, dass er weltweit sogar für jeden zweiten Schlaganfall verantwortlich ist. Zu beachten ist bei diesem Ergebnis, dass viele der im Folgenden genannten Faktoren ebenfalls die Verkalkung der Arterien und somit auch Bluthochdruck begünstigen.

Bewegungsmangel auf Platz zwei

Die zweithäufigste Ursache für einen Schlaganfall laut Studienergebnis zu wenig Bewegung. Schon vier Stunden Sport oder andere körperliche Aktivität pro Woche reichen aus, um das Risiko für einen Schlaganfall um 40 Prozent zu senken. Interessant ist dabei auch der weltweite Vergleich: Während in Afrika Bewegungsmangel nur für 4,7 Prozent der Schlaganfälle verantwortlich ist, sind es in China knapp 60 Prozent. In Nordamerika und Westeuropa beträgt das Risiko für die Bevölkerung hingegen 17,7 Prozent.

Übergewicht fordert die Gesundheit hinaus

Dort geht hingegen von Übergewicht ein besonders großes Risiko aus. 36,7 Prozent der Schlaganfälle werden in den westlichen Ländern durch  Adipositas verursacht. Auch ungesunde Ernährung ist in diesen Nationen ein Problem: Sie wird in 33,3 der Fälle für einen Schlaganfall verantwortlich gemacht. Zum Vergleich: In Afrika sind es nur 0,7 Prozent.

Auch individuelle Faktoren beeinflussen der Studie von Martin O'Donnell und Salim Yusuf zufolge das Schlaganfallrisiko entscheidend. Hier nennen sie besonders Herzerkrankungen wie das Vorhofflimmern- und flattern. Zudem erhöhen hohe Cholesterinwerte, psychosoziale Faktoren und Diabetes die Gefahr, einen Schlaganfall zu erleiden.

Weitere Risikogruppen

Neben einem erhöhten Blutdruck und Übergewicht spielt auch das Alter eine Rolle bei einem Schlaganfall. So sind etwa 80 Prozent der Betroffenen über 60 Jahre alt. In diesem Alter hat der Schlaganfall besonders heftige Folgen. Patienten erleiden häufig eine Behinderung oder werden pflegebedürftig. Auch ist der Hirninfarkt – neben einer Krebserkrankung oder einer Herz-Kreislauf-Erkrankung – eines der häufigsten Todesursachen im Alter. 

Wie Sie einem Schlaganfall vorbeugen können

In 90 Prozent aller Fälle ist ein Schlaganfall vermeidbar. Deswegen raten  die Autoren, auf Alkohol und Nikotin zu verzichten. Ersterer erhöhte in ihrer Studie das Schlaganfallrisiko der Bevölkerung um 5,8 Prozent, Zigaretten um 12,4 Prozent.

Alkohol und Rauchen verengen die Gefäße und begünstigen so Bluthochdruck. Wer sich dann noch gesund ernährt und ausreichend bewegt, hält seine Gefäße elastisch und verringert so das Risiko für einen Schlaganfall sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Schlaganfall ist zum Teil genetisch veranlagt und altersbedingt. Dennoch können Sie Ihr Risiko durch eine Umstellung der Lebensweise verringern:

  • Achten Sie auf ein Normalgewicht sowie ausreichend Bewegung.
  • Hören Sie auf zu Rauchen.
  • Trinken Sie keinen Alkohol mehr.
  • Achten Sie auf Ihre Cholesterinwerte.
  • Geben Sie sich mit Ihrer Diabetes mellitus in Behandlung.
  • Lassen Sie sich bei Migräne ärztlich behandeln und betreuen.

Sorgen Sie für eine regelmäßige, ärztliche Untersuchung bei Vorhofflimmern.

Welche Arten gibt es?

Allgemein werden zwei Arten eines Schlaganfalls (Hirnschlag, Apoplex) unterschieden:

  • hämorrhagischer Schlaganfall
  • ischämischer Schlaganfall

Gemein haben beide die verringerte beziehungsweise blockierte Durchblutung, deren Folge eine verringerte Sauerstoffversorgung des Gehirns und somit das absterben der Hirnzellen hat. Allerdings unterscheiden sich der hämorrhagische und der ischämische Schlaganfall in ihrer Ursache und Auswirkung.

  • hämorrhagischer Schlaganfall
    Kommt es aufgrund eines eingerissenen Blutgefäßes zu einer Hirnblutung, kann ein hämorrhagischer Schlaganfall die Folge sein. Häufigste Ursache ist Bluthochdruck. Dieser führt zu einer Schwächung der Gefäßwände. Steigt der Blutdruck plötzlich deutlich an, so kann es zu einem Riss der Gefäßwand kommen. Etwa zwei von zehn Patienten erleiden diese Art Schlaganfall.
  • ischämischer Schlaganfall
    Die häufigste Form des Schlaganfalls ist der ischämische Schlaganfall. Acht von zehn Betroffenen erleiden diese Form des Hirnschlags. Die Folgen sind Lähmungen oder auch Koma. Teilweise führt dieser Schlaganfall zum Tode. Er wird durch ein Blutgerinnsel ausgelöst, der eine wichtige Hirnarterie zum Teil oder komplett verstopft. Die Folge ist eine Unterbrechung der Blut- und Sauerstoffversorgung einzelner Bereiche im Gehirn. Besonders Patienten, die an einer Arterienverkalkung (Arteriosklerose), erleiden diese Art von Hirnschlag.

Wie Sie einen Schlaganfall erkennen

Neben Sehstörungen, Sprachstörungen und Lähmungen beziehungsweise ein Taubheitsgefühl gibt es auch weitere Anzeichen, die auf einen Schlaganfall hinweisen. Die fünf häufigsten haben wir Ihnen in unserem Ratgeber zusammengefasst.

Bei Verdacht führen Sie am besten den FAST-Test durch: 

  • Face / Gesicht: Kann der Betroffene noch lächeln oder sein Gesicht anderweitig bewegen?
  • Arme: Kann der Betroffene seine Arme bewegen?
  • Sprache: Kann der Betroffene noch sprechen?
  • Time / Zeit: Konnte der Betroffene eine Anforderung nicht erfüllen, sollten Sie keine Zeit verlieren und umgehend den Arzt rufen.

Bei diesen Symptomen sollten Sie umgehend einen Notarzt oder den Rettungsdienst kontaktieren. Wichtig ist, dass Sie den genaue Zeitpunkt sowie die Symptome dem Arzt so genau wie möglich mitteilen.

Sobald der Arzt vor Ort ist, wird er die Sauerstoff- sowie Blutversorgung des Patienten sicherstellen und weitere Maßnahmen sowie den Transport ins Krankenhaus sicherstellen. Hier werden dann weitere Tests (Magnetresonanz-Tomografie, Computertomografie, Duplex-Sonografie) vorgenommen und eine entsprechende Behandlung eingeleitet.

Lassen Sie Ihren Schlaganfall behandeln

Die Behandlung des hämorrhagischen Schlaganfalls unterscheidet sich leicht von der Therapie eines ischämischern Schlaganfalls. 

  • hämorrhagischer Schlaganfall
    Die Stoppung der Blutung und somit die Verhinderung weiterer Auswirkungen steht bei der Behandlung im Vordergrund. Das entstandene Blutgerinnsel drückt auf ein bestimmtes Hirnareal und kann hierdurch gesundheitliche Folgen haben. Aus diesem Grund muss nach der Stillung der Blutung das Gerinnsel operativ entfernt werden. 
  • ischämischer Schlaganfall
    Der Hirnstamminfarkt durch Gefäßverschluss schlägt vor allem auf die Atmung sowie das Bewusstsein. Bei der Behandlung werden Medikamente eingenommen, die Blutgerinnsel verhindern und auflösen (Thrombolyse). Teilweise können auch Kathetereingriffe erfolgen, mit denen die Verschlüsse mechanisch gelöst werden (mechanische Thrombektomie). Auch die Hemmung der Blutgerinnung kann bei der Behandlung eines ischämischen Schlaganfalls sinnvoll sein (Antikoagulation). 

Nach der kurzfristigen Therapie beziehungsweise Erstversorgung im Krankenhaus sollten die Betroffenen eine Rehabilitation wahrnehmen. Hierdurch können Sie neurologische Symptome wie eine beeinträchtigte Sprachstörungen oder Lähmungen verbessern. Auch verbessert sich der körperliche Zustand bei einer langfristigen Therapie dank der Krankengymnastik deutlich.

Welche Angewohnheit das Risiko eines Schlaganfalls noch erhöht, erfahren Sie hier.


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