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Unterschätzte Gefahr  

Heuschnupfen bloß nicht als harmlos abtun

25.07.2016, 13:28 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Heuschnupfen bloß nicht als harmlos abtun. Die Symptome einer Pollenallergie können sich auf die Lunge ausbreiten und somit Asthma verursachen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Symptome einer Pollenallergie können sich auf die Lunge ausbreiten und somit Asthma verursachen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Heuschnupfen ist zwar nervig, aber harmlos – so zumindest denken viele, die sich jedes Jahr aufs Neue mit Fließschnupfen und tränenden, juckenden Augen herumschlagen. Doch unterschätzen sollte man die Pollenallergie auf keinen Fall. Wird sie nicht behandelt, kann es zu Asthma-Anfällen kommen.

Ausgelöst wird Heuschnupfen durch den Blütenstaub von Sträuchern, Gräsern und Bäumen, aber auch von Kräutern und Getreiden. Etwa 16 Prozent der Deutschen leiden unter dem allergischen Schnupfen. Ausgelöst wird dieser durch eine Überreaktion des Immunsystems. Die harmlosen Pollen werden vom Körper fälschlicherweise als Feind eingestuft und bekämpft.

Bei Heuschnupfen reagiert das Immunsystem über

"Dabei produziert der Körper sogenannte IgE-Antikörper, die sich an spezielle Körperzellen binden und Entzündungsstoffe produzieren, darunter Histamin. Es kommt zu einer allergischen Reaktion", erklärt Diplom-Biologin Anja Schwalfenberg vom Deutschen Allergie und Asthma Bund (DAAB). Da die Pollenallergie zu den Allergien vom Soforttyp gehört, lassen die Symptome nicht lange auf sich warten. Bereits kurz nach dem Kontakt beginnt die Nase zu laufen und die Augen tränen und jucken.

"Heuschnupfen ist keine Bagatellerkrankung"

Wird die Allergie nicht therapiert, können sich die Symptome auf die unteren Atemwege ausbreiten. "Menschen mit Allergien leiden nicht unter einer Bagatellerkrankung. Werden die allergischen Beschwerden nicht frühzeitig und richtig behandelt, kann aus einem allergischen Schnupfen ein Asthma entstehen", warnt die Expertin und ergänzt: "Diese Gefahr besteht nicht nur bei Pollen, sondern auch bei anderen Allergieauslösern wie beispielsweise Hausstaubmilben oder Tieren. In bis zu 40 Prozent der Fälle kann aus einer inhalativen Allergie ein allergisches Asthma werden."

Viele Allergiker unterschätzen die Gefahr

Das Problem ist, dass sich die meisten Allergiker dieser Gefahr nicht bewusst sind. Sie wissen zwar, dass sie auf einen Stoff allergisch reagieren, doch sie legen den Fokus lediglich auf die Behandlung der Symptome. Da viele Antiallergika rezeptfrei in den Apotheken zu bekommen sind, wird ein Arztbesuch oft hinausgezögert. "Die umfassende Allergiediagnostik ist und bleibt aber das A und O bei der Behandlung. Nur wer seine Auslöser kennt, kann die passende Therapie erhalten und einer Verschlimmerung vorbeugen", sagt Schwalfenberg.

Warnzeichen für beginnendes Asthma erkennen

Zudem sollte der Betroffene auf die Warnzeichen seines Körpers hören, denn dieser sendet frühzeitig Signale aus, die auf die Entstehung eines Asthmas hinweisen. Dazu zählt ständiges Räuspern ebenso wie Hustenreiz und Atemnot bei Anstrengung. "Die Ursache muss auf jeden Fall untersucht werden, damit Asthma möglichst frühzeitig erkannt wird", betont die Allergieexpertin.

Asthma-Anfall: So verhalten Sie sich richtig

Symptome wie anfallsweise auftretende Atemnot, ein Engegefühl in der Brust, starker Hustenreiz sowie eine pfeifende Atmung hingegen weisen auf einen akuten Asthma-Anfall hin. Hat der Betroffene kein Asthma-Spray zur Hand, etwa weil der Anfall zum ersten Mal auftritt, ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und atemerleichternde Maßnahmen anzuwenden.

"Helfen kann beispielsweise die Lippenbremse. Beim Ausatmen lässt man die Luft durch die leicht aufeinanderliegenden Lippen ausströmen", erklärt Schwalfenberg. Dabei sollte der Patient versuchen, ruhig zu atmen und nicht in Panik zu geraten. Eine weitere Hilfe-Maßnahme ist der Kutschersitz. Hierbei setzt sich der Betroffene hin, beugt sich leicht nach vorne und stützt seine Ellenbogen auf den Oberschenkeln oder auf einem Tisch ab. Diese Position erleichtert die Atmung. Wichtig ist auch hier zu versuchen, ruhig und gleichmäßig zu atmen. Hält die Atemnot an, sollte man nicht zögern, den Notruf unter 112 zu verständigen.

Hyposensibilisierung kann Asthma vorbeugen

Am besten ist es natürlich, wenn das Asthma gar nicht erst entsteht. Doch was kann der Heuschnupfengeplagte tun? "Mit der sogenannten Hyposensibilisierung steht ihm eine sehr gute Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung, die an der Ursache ansetzt", erklärt die Expertin. "Aber bevor die Therapie starten kann, muss der Auslöser bekannt sein. Nur so kann entschieden werden, ob eine Spezifische Immuntherapie sinnvoll und möglich ist."

Ist das Asthma erst mal da, bleibt es

Bei der Hyposensibilisierung wird der Patient langsam an den Allergieauslöser gewöhnt. Das Ziel dabei ist, die Überreaktion des Immunsystems zu lindern, die Medikamente zu reduzieren und das Asthmarisiko zu senken. "Frühzeitig zu handeln ist von großer Bedeutung, da Asthma zu den chronischen Erkrankungen gehört", sagt Schwalfenberg. "Ein allergisches Asthma kann ganz unterschiedliche Beschwerdezeiten und Schweregrade aufweisen. Es gibt Asthmatiker, mit allergischem Asthma, die ganzjährig betroffen sind, aber auch solche, die unter einer saisonalen Allergie leiden und nur während dieser Zeit ihre Asthmamedikamente benötigen."

Inhalationsgeräte mit Cortisol hemmen die Entzündung

Asthma wird vor allem mit der regelmäßigen Einnahme entzündungshemmender Medikamente behandelt. Hierzu gibt es Inhalationsgeräte mit Cortison-Wirkstoffen. Angst vor den Cortisonpräparaten braucht man nach Ansicht von Schwalfenberg nicht zu haben. Sie seien schon in sehr geringen Mengen wirksam und Nebenwirkungen auch bei einer dauerhaften Anwendung in der Regel nicht zu befürchten – sofern man sie richtig anwende. "Für den Notfall hingegen kommen spezielle bronchienerweiternde Medikamente zum Einsatz. Sie werden bei Atemnot als sogenanntes Bedarfsmedikament eingesetzt."

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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