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Prostataentzündung (Prostatitis): die wichtigsten Fakten

05.04.2017, 14:31 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Prostata-Entzündung. Bei Prostata-Beschwerden besser zum Arzt gehen.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Symbolbild)

Bei Prostata-Beschwerden besser zum Arzt gehen. (Quelle: Symbolbild/Thinkstock by Getty-Images)

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, liegt im Becken des Mannes unterhalb der Blase und umschließt die Harnröhre. Entzündet sich das kastaniengroße Organ, sprechen Urologen von Prostatitis. Diese tritt häufig bei älteren Männern auf, oftmals zusätzlich zu einer vergrößerten Prostata. Abhängig von der Ursache unterscheiden Mediziner zwischen der akuten und der chronischen Prostatitis.

Ursachen und Symptome: Prostataentzündung trifft häufig ältere Männer

Die Hauptfunktion der Prostata besteht darin, den Teil der Samenflüssigkeit zu produzieren, der die Samenzellen (Spermien) transportiert und beweglich hält. Bewusst wird den meisten Männern das kleine Organ allerdings erst mit dem Alter. Dann macht es häufig Beschwerden. So steigt unter anderem das Risiko für eine Prostataentzündung (Prostatitis). Schätzungen zufolge leidet jeder zweite Mann im Laufe seines Lebens einmal unter den Symptomen einer entzündeten Prostata. Mediziner unterscheiden dabei die akute bakterielle Prostatitis, die chronische bakterielle Prostatitis sowie die abakterielle chronische Prostatitis (chronisches Beckenschmerzsyndrom).

Akute bakterielle Prostataentzündung: Die akute bakterielle Prostatitis wird vor allem durch Bakterien wie den Darmkeim Escherichia coli, aber auch durch andere Erreger ausgelöst, die über die Harnröhre aufsteigen und die Prostata besiedeln. Eine mit dem Alter einhergehende gutartige Vergrößerung der Prostata erhöht das Risiko einer Prostatitis, da sie die Harnröhre häufig einengt und zu Harnabflussstörungen führt. Im Restharn vermehren sich die Bakterien besonders leicht. Nässe und Kälte schwächen den natürlichen Schutz der Prostata ebenfalls und führen auch bei jungen Männern immer wieder zu einer Entzündung des Organs. Im Zuge einer Hodenentzündung oder einer Entzündung der Samenblasen kann die Prostata ebenfalls mit infiziert werden.

Chronische bakterielle Prostataentzündung: Die chronische bakterielle Prostatitis kann aus einer nicht ausreichend therapierten akuten bakteriellen Prostataentzündung entstehen und macht etwa zehn Prozent der chronischen Entzündungen aus. Die Behandlung ist deutlich langwieriger als die der akuten bakteriellen Prostatitis.

Chronische abakterielle Prostataentzündung (chronisches Beckenschmerzsyndrom): Die chronische abakterielle Prostataentzündung macht etwa 90 Prozent der Fälle einer chronischen Prostatitis aus. Hierbei sind es nicht Bakterien, welche die Beschwerden auslösen, sondern unter anderem Reizungen durch Urin, Harnsäurekristalle oder Muskelverspannungen im Beckenboden. Auch psychische Belastungen werden als Auslöser diskutiert. Stress scheint das chronische Beckenschmerzsyndrom ebenfalls zu begünstigen. In einer Vielzahl der Fälle ist der Auslöser allerdings unklar.

Zu den Symptomen einer Prostatitis gehören:

• starke Schmerzen sowie ein Druckgefühl im Genital-, Damm- und Analbereich
• Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen
• häufiger Harndrang
• ein schwacher Harnstrahl
• Schmerzen beim Stuhlgang
• Störungen der Erektion und Ejakulation
• Blut im Ejakulat möglich
• Abnahme des sexuellen Interesses
• ein allgemeines Krankheitsgefühl
Fieber
• Schüttelfrost

Diagnose: Wie erkennt der Arzt eine Prostatitis?

Männer, die die genannten Symptome bei sich beobachten, sollten schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen, damit die Entzündung frühzeitig behandelt wird und sich nicht verschlimmert. Erste wichtige Hinweise auf eine Prostatitis bekommt der Arzt durch das Beschwerdebild des Patienten. Die Diagnose einer akuten Prostatitis ist für den Urologen einfach, vor allem wenn Fieber und Schüttelfrost hinzukommen. Schwieriger wird es bei den chronischen Verläufen. Um eine chronische Prostatitis festzustellen, kommt zu Beginn meist ein Fragebogen zum Beschwerdebild des Patienten zum Einsatz.

Die Tastuntersuchung der Vorsteherdrüse über den Enddarm wird für die Diagnosestellung ebenfalls mit einbezogen – allerdings nur zu Beginn der Erkrankung. Im fortgeschrittenen Stadium ist die Untersuchung zu schmerzhaft für den Patienten. Ein Urintest beziehungsweise Spermatest zeigt, ob Bakterien der Auslöser der Erkrankung sind. Auch ein Abstrich der Harnröhre kann im Bedarfsfall bei der Diagnose helfen. Ebenfalls möglich ist die Messung des PSA-Wertes: Das Prostataspezifische Antigen (ein von der Prostata gebildetes Eiweiß) ist bei einer Entzündung meist erhöht.

Eine Messung des Restharns sowie des Harnstrahls schließt sich an die Untersuchungen häufig an: Bei einer Prostatitis ist der Harnstrahl bei etwa der Hälfte der Patienten verringert. Zu den weiteren möglichen Untersuchungsmethoden zählen die Ultraschalluntersuchung (Sonografie), Röntgenaufnahmen vom Harntrakt, die Blasenspiegelung sowie die Spiegelung des Enddarms.

Therapie: Wie wird die Prostatitis behandelt?

Eine akute bakterielle Prostataentzündung wird meist mit Antibiotika behandelt. Zudem kommen Entzündungshemmer zum Einsatz, die außerdem die Schmerzen lindern. Ist die Restharnmenge der Blase stark erhöht, steigt das Entzündungsrisiko zusätzlich. Dann ist der Einsatz eines Katheters sinnvoll. Regelmäßige Ultraschalluntersuchungen runden die Behandlung ab. Nur so kann der Urologe frühzeitig erkennen, wenn sich ein Abszess (Abkapselung mit Eiterbildung) bildet. Dann kann ein operativer Eingriff notwendig werden, um eine Blutvergiftung zu verhindern. In seltenen, stark ausgeprägten Fällen muss der Patient in eine Klinik. Bei normalem Krankheitsverlauf ist die Behandlung nach zehn bis vierzehn Tagen meist abgeschlossen.

Die chronische bakterielle Prostataentzündung muss ebenfalls mit Antibiotika behandelt werden. Die Therapie dauert zwischen vier bis sechs Wochen. Sind Harnsäurekristalle schuld an den Beschwerden, können Medikamente deren Neubildung vorbeugen. Bei abgeschwächtem Harnstrahl kommen Medikamente zum Einsatz, die dem Patienten das Wasserlassen erleichtern. Entzündungshemmer sowie muskelentspannende Präparate lindern die Symptome ebenfalls. Weitere Behandlungsansätze bei starken Beschwerden stellen die transurethrale Mikrowellentherapie (TUMT) sowie die Resektion der Prostata (TUR-P) dar. Bei der TUMT wird die Prostata mittels Strahlung verkleinert. Bei der Resektion werden Teile der Prostata mit Hilfe einer elektrischen Schlinge abgetragen.

Ergänzend zu den medizinischen Behandlungsmethoden können Wärmeanwendungen, etwa in Form von Sitzbädern, helfen, die Beschwerden zu lindern. Betroffene Männer sprechen am besten mit ihrem Urologen über das Therapieangebot und welche Maßnahmen für sie ergänzend zu den Standardtherapien in Frage kommen.

Vorbeugen: Was können Männer tun?

Um zu verhindern, dass sich Bakterien im Harntrakt ausbreiten, sollten Männer darauf achten, ausreichend zu trinken. Dadurch werden Blase und Harnröhre regelmäßig gespült und Erreger können sich nicht so leicht festsetzen. Auch sollte eine gutartige Vergrößerung der Prostata regelmäßig von einem Urologen untersucht werden. Drückt das Organ auf die Harnröhre und beeinflusst das Wasserlassen, sollte dies behandelt werden. Empfehlenswert ist es zudem, Kältereize zu vermeiden. Jede Auskühlung im Beckenbereich erhöht das Risiko für eine Entzündung. Wenn möglich sollten zudem starke mechanische Reize gemieden werden. Hierzu zählt etwa intensives Radfahren, bei dem der Sattel Druck und Stöße auf die Intimregion ausübt. Eine gute Federung sowie ein bequemer Sattel schaffen Abhilfe. Eine gute Sexualhygiene beugt ebenfalls der Vermehrung von Bakterien vor.

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