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Wie Frauen gut durch die Wechseljahre kommen

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Frauengesundheit  

Wie Frauen gut durch die Wechseljahre kommen

19.10.2016, 10:53 Uhr | dpa

Wie Frauen gut durch die Wechseljahre kommen. Nicht jede Frau hat mit hormonellen Veränderungen zu kämpfen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Nicht jede Frau hat mit hormonellen Veränderungen zu kämpfen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Schweißausbrüche, Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen - die Zeit der Wechseljahre bringt für viele Frauen unangenehme Beschwerden mit sich. Es ist ein Prozess, der schleichend verläuft - das Ende der natürlichen Fruchtbarkeit einer Frau erfolgt nicht auf einen Schlag. Abfinden müssen sie sich damit aber nicht.

Diese Phase, wenn die Eierstöcke der Frau die Produktion von weiblichen Geschlechtshormonen nach und nach gegen Null reduzieren, nennt sich Wechseljahre oder auch Klimakterium. Dass sie angefangen haben, merkt eine Frau daran, dass ihre Menstruation unregelmäßiger kommt. Irgendwann bleibt sie ganz aus.

Ein Drittel der Frauen leidet stark unter den Wechseljahren

In welchem Alter die Wechseljahre eintreten, ist verschieden. "Bei manchen Frauen beginnen sie schon um die 40 Jahre, bei anderen erst mit 56", sagt der Hannoveraner Gynäkologe Christian Albring und Präsident des Berufsverbands der Frauenärzte. Etwa ein Drittel aller Frauen habe kaum Beschwerden, ein Drittel mäßige.

Wie Frau ihre Hormone beeinflussen kann. (Screenshot: t-online.de)
Wie Frau ihre Hormone beeinflussen kann

Gute Ernährung und viel Bewegung sind in den Wechseljahren besonders wichtig.

So können Frauen ihre Hormone beeinflussen


Aber das übrige Drittel hat laut Albring einen echten Leidensdruck: Sie klagen vor allem über Hitzewallungen - Anfälle von Wärmeschüben, die minutenlang andauern können und häufig einen Schweißausbruch nach sich ziehen. Ursache sind die hormonellen Regelkreise, die sich während der Wechseljahre verändern. "Bei Hitzewallungen empfängt das Wärmezentrum im Gehirn den falschen Impuls, dass die Körpertemperatur zu hoch sei", erläutert Albring. Die Folge: Die Blutgefäße werden weit gestellt und die Schweißproduktion wird angetrieben. Beides soll die Körpertemperatur senken.

Nikotingenuss kann Beschwerden hervorrufen

Die Wechseljahre bringen es auch mit sich, dass Frauen mit der Zeit eine trockene und leicht verletzliche Scheide bekommen. Damit verbunden sein kann auch eine Neigung zu Blaseninfektionen, weil die ohnehin dünne Hautschicht in der Harnröhre noch dünner wird.

In den Wechseljahren können auch Reizbarkeit, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen auftreten. "Dass die abnehmenden Östrogenspiegel und die Veränderungen in den hormonellen Regelkreisen bei manchen Frauen diese Symptome hervorrufen und bei anderen nicht, liegt an vielen Faktoren", betont Albring. Ursachen können zum Beispiel Übergewicht, aber auch Nikotingenuss sein.

Gesunde Ernährung und Sport wirken sich positiv aus

Bettina Sauer von der Stiftung Warentest in Berlin rät in diesem Zusammenhang zu einer gesunden Ernährungsweise. "Ab den Wechseljahren braucht der Körper weniger Energie - Frauen nehmen leichter zu", sagt sie. Mit bewusster Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Seefisch und Vollkorn lässt sich gegensteuern. "Sport in den Wechseljahren tut ebenfalls gut", betont Sauer. Die Bewegung wirkt sich günstig auf Kreislauf, Psyche und Körpergefühl aus. Um Hitzewallungen zu vermeiden, sollten möglichst Aufregung und chronischer Stress vermieden werden.

Gezielte Entspannungsübungen wie Yoga, autogenes Training und Meditationstechniken können dazu beitragen, die innere Gelassenheit zu erhöhen. Laut Sauer helfen bei akuten Hitzewallungen auch ganz einfache Dinge wie Ventilatoren, Fenster aufzureißen oder kaltes Wasser über die Handgelenke laufen zu lassen.

Bei starken Beschwerden kann eine Hormontherapie Abhilfe schaffen

Bei wirklich schweren Hitzewallungen und Nachtschweiß hilft das aber möglicherweise nicht. "In solchen Fällen sollten Frauen eine Hormonersatztherapie in Erwägung ziehen, wenn keine Gründe wie zum Beispiel ein hormonabhängiger Tumor dagegen sprechen", rät Albring. Die Hormonersatztherapie hilft nach seinen Angaben auch gegen die neu aufgetretenen psychischen Veränderungen wie Depressivität und Schlafstörungen. "Das ist, da nur Botenstoffe gegeben werden, auf jeden Fall natürlicher als Psychopharmaka und Schlafmittel", so der Gynäkologe. Frauen sollten sich umfassend beraten lassen.

Er verweist darauf, dass pflanzliche Mittel bei leichten Wechseljahrebeschwerden vorübergehend helfen, wenn sie passend ausgewählt werden. "Pflanzliche Östrogene haben dieselben Wirkungen, aber auch dieselben Risiken wie eine normale Hormonersatztherapie", sagt Albring. Das wird nach seinen Angaben oft übersehen. Gegen eine Hormonersatztherapie wird häufig ins Feld geführt, dass im Zuge der Behandlung das Brustkrebsrisiko leicht erhöht ist. Auch soll es vermehrt zu Schlaganfällen und Herzinfarkten kommen.

Eine Hormonersatztherapie kann jederzeit abgebrochen werden

Detaillierte Auswertungen der Women's Health Initiative-Studie haben jedoch inzwischen international zu einer Neubewertung der Hormonersatztherapie geführt, der sich gynäkologische Fachgesellschaften in Deutschland anschließen. Danach betrifft das hohe Infarkt- und Schlaganfallrisiko vor allem Frauen, die schon vor der Therapie mit hohem Blutdruck oder Herzproblemen zu kämpfen hatten. Liegen solche Gesundheitsprobleme nicht vor und wird frühzeitig mit der Hormonersatztherapie begonnen, dann ist nach aktuellem Stand das Risiko von Herzinfarkten sogar reduziert. Ein leicht erhöhtes Brustkrebsrisiko gibt es der Studie zufolge in der Tat. "Jede Frau sollte die Entscheidung für sich selbst treffen, sie kann jederzeit die Botenstoffe wieder absetzen", betont Albring.

Die Diplom-Psychologin und Psychotherapeutin Hildegard Belardi empfiehlt Frauen, die Wechseljahre trotz möglicher Beschwerden nicht ausschließlich negativ zu sehen, sondern sie als einen "spannenden Prozess auf dem Weg zu sich" zu begreifen. Bei Problemen kann es auch ihrer Sicht hilfreich sein, sich mit Frauen in der gleichen Lebenssituation auszutauschen. "So kann man sich gegenseitig Tipps geben und hat außerdem das gute Gefühl, dass man nicht allein mit seinen Beschwerden ist."

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