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So reagiert das Herz auf Stress

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Toxische Reaktion  

So gefährlich ist Stress für das Herz

30.10.2016, 08:47 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

So reagiert das Herz auf Stress. Zu viel Stress kann das Herz belasten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Zu viel Stress kann das Herz belasten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Termindruck nimmt zu, immer scheint die Zeit zu knapp zu sein: im Beruf, in der Familie, in der Freizeit. Viele fühlen sich schlapp und ausgelaugt, sehnen sich nach mehr Ruhe. "Ich krieg´ noch einen Herzinfarkt", stöhnt so mancher. Ist diese Sorge berechtigt? Wir haben einen Experten gefragt, was ständiger Stress mit dem Herzen macht.

"Anspannung, also Stress, gehört zum Leben dazu. Wichtig ist, dass auf die Anspannung Entspannung folgt. Bleiben die Erholungsphasen für den Körper aus, hat das Folgen", erklärt Karl-Heinz Ladwig, Professor für Psychosomatische Medizin und Medizinische Psychologie an der Technischen Universität München und dem Helmholtz Forschungszentrum. Der Experte forscht schon lange zum Thema Stress.

Stress lässt das Herz schneller schlagen und erhöht den Blutdruck

Durch Stress wird das autonome Nervensystem hochgefahren: Beispielsweise nimmt die Insulinausschüttung zu, das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt, Stresshormone werden ausgeschüttet. Doch was den Körper kurzfristig stärkt und ihn handlungsbereit macht, schadet ihm auf Dauer. Wer sich über lange Zeit in dieser Aktivierungsphase befindet, riskiert laut dem Experten neben einem geschwächten Immunsystem und Entzündungsreaktionen im Körper unter anderem auch Diabetes, Schlaganfall, Arteriosklerose und Herzerkrankungen wie Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen.  

Hinzu kommt: Unter Dauerstress neigt man eher zu ungesunden Verhaltensweisen. Viele rauchen oder trinken vermehrt Alkohol, greifen häufiger zu fett- und zuckerreichen Speisen. Übergewicht droht – und mit ihm steigt auch das Risiko für verschiedene Erkrankungen. Die Zeit für ausreichende Bewegung ist zudem oft knapp oder die Motivation fehlt. "Alle diese Faktoren tragen dazu bei, dass Stress heute als bedeutsamer Risikofaktor für die Gesundheit gesehen wird, auch für das Herz", sagt Ladwig, der Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung ist.

Stresshormone erhöhen das Herzinfarktrisiko

Der Hormoncocktail, der bei Stress im Körper ausgeschüttet wird, birgt zudem noch eine weitere Gefahr für das Herz: "Sind Stresshormone, darunter Cortisol und Adrenalin, dauerhaft in zu großer Menge im Körper vorhanden, wirken sie toxisch und erhöhen das Herzinfarktrisiko deutlich", erklärt Ladwig. "Cortisol setzt Entzündungsprozesse in Gang, die das Aufbrechen arteriosklerotischer Plaques in den Arterien begünstigen. Werden Teile dieser Verkalkungen mit dem Blut zum Herzen gespült, können sie dort wichtige Gefäße verstopfen und einen Herzinfarkt auslösen."

Körper sendet eindeutige Warnsignale

Doch wann wird Stress für den Körper zu viel? Wann müssen wir einen Gang zurückschalten? Jeder Körper hat ein anderes Stresslimit. Um zu erkennen, wann dieses erreicht ist, muss man auf die Warnsignale des Körpers hören. "Der sensibelste Indikator, dass der Mensch dringend eine Entspannungsphase braucht, sind Schlafstörungen", erklärt der Experte. Auch wer ständig erschöpft und müde ist, sollte aufmerksam werden. Ein weiterer Hinweis: ein erhöhter Kaffeekonsum. "Wenn Sie ständig Kaffee trinken, um wach und leistungsfähig zu bleiben, ist das ein deutliches Zeichen, dass ihr Körper nach Ruhe verlangt", weiß Ladwig und ergänzt: "Leider ignorieren die meisten diese Warnsignale."

Bewegung besser als ein Couch-Abend

Hinzu kommt: Nicht immer lassen sich Stresssituationen umgehen. Dann ist es wichtig, einen Ausgleich zu finden, um die Batterien wieder aufzuladen. Auch wenn ein gemütlicher Abend auf dem Sofa verlockender klingt als anstrengende Sporteinheiten: "Fernsehen ist keine optimale Entspannung, weil wir es passiv über uns ergehen lassen. Körperliche Bewegung hingegen ist ein echtes Allheilmittel gegen Stress. Studien haben gezeigt, dass sie von der Wirkung her sogar mit Antidepressiva mithalten kann. Außerdem senkt Bewegung das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich", erklärt Ladwig.

Sind wir aktiv, werden Stresshormone abgebaut und der Blutdruck gesenkt. Der Kopf wird wieder frei, Muskeln und Gelenke werden aktiviert, der Körper mit Sauerstoff versorgt und Übergewicht vorgebeugt. Auch gesellige Abende geben dem Körper jede Menge Energie zurück. Hier kann man sich mit Freunden, der Familie oder dem Partner austauschen, sich ablenken und gemeinsam nach Lösungen suchen.

In die Vogelperspektive wechseln

Zudem rät der Experte, bei Stress öfter in die Vogelperspektive zu wechseln. "Bei stressauslösenden Situationen auf Abstand zu gehen, hilft, einen klareren Blick für die Dinge zu bekommen und Lösungen zu finden", sagt Ladwig und verweist auf das Beispiel Stau: "Ich kann mich darüber aufregen oder die Situation als gegeben hinnehmen und zum positiven wenden, die Zeit zum Beispiel für eine Kurzmeditation im Auto nutzen."

Anlässlich der bundesweiten Herzwochen „Herz unter Stress vom 1. bis 30. November bietet die Deutsche Herzstiftung neben kostenfreien Vorträgen für Interessierte auch vier neue, kostenfreie Ratgeber zu Bluthochdruck, Diabetes, Cholesterin und Stress an. Diese können angefragt werden unter: bestellung@herzstiftung.de.

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