Grauer Star trifft fast jeden

Trübe Linse wird abgesaugt: So funktioniert die OP am Auge

24.02.2018, 14:33 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, mwe, t-online.de

Vor dem Grauen Star ist niemand im Alter gefeit. Eine OP kann die Sehkraft retten.

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Mit zunehmendem Alter bilden sich kleine Eiweißkristalle im Auge, die mit den Jahren die Sicht trüben. Die Betroffenen des Grauen Stars sehen dann wie durch eine "Milchglasscheibe". Erfahren Sie hier, welche Behandlungen das Sehvermögen erhalten können, wann eine Katarakt-Operation nötig ist und wie dieser Eingriff am Auge abläuft.

Grauer Star trifft im Alter fast jedes Auge

"Der Graue Star trifft im höheren Alter die allermeisten von uns", weiß Dr. Georg Eckert, Augenarzt und Pressereferent des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands (BVA). "Meist macht sich die Erkrankung ab dem 60. Lebensjahr bemerkbar. Mit 70 oder 80 Jahren ist das Sehvermögen dann deutlich eingeschränkt." Unbehandelt kann Grauer Star zur Erblindung führen.

Grauer Star: Die Trübung der Augenlinse

Grauer Star: Krankheitsbild

Grauer Star: Symptome

Grauer Star: Mögliche Ursachen

Grauer Star: Voruntersuchung

Grauer Star: Operation

Grauer Star: Nachbehandlung

Behandlungsmöglichkeiten bei Grauem Star

Medikamente gegen die Linsentrübung existieren nicht. Auch mit einer Brille kann in der Regel keine volle Sehschärfe mehr erreicht werden. Im fortgeschrittenen Stadium hilft nur noch eine Operation. Die Krankenkassen übernehmen meist die Kosten für die Standardbehandlung. Kommen weitere Korrekturen hinzu, muss der Betroffene allerdings selbst bezahlen.

Katarakt-Operation – der operable Linsenaustausch

Nach einem ärztlichen Beratungsgespräch und einer intensiven Augenuntersuchung kann die Entscheidung für eine Grauer-Star-Operation fallen. Der Zeitpunkt des Eingriffs wird meist nach den persönlichen Lebensumständen des Patienten gewählt – wichtige Entscheidungskriterien sind natürlich der Fortschritt der Erkrankung sowie die Seheinschränkung im Alltag. Dennoch gilt: Je später operiert wird, desto schwieriger ist der Eingriff. "Bei längerem Zuwarten muss mehr Energie aufgebracht werden, um die trübe Linse zu entfernen und damit steigt die Komplikationsrate", erklärt Eckert. Auch die Vermessung des Auges ist im fortgeschrittenen Stadium schwieriger.

Die Standardbehandlung des Grauen Stars ist ein operativer Austausch der trüben Linse gegen eine Kunstlinse. Dieser meist ambulante Eingriff erfolgt allein in Deutschland jährlich über eine Million Mal. Vor der Operation wird das Auge betäubt. Meist kommen hierfür Augentropfen zum Einsatz, seltener Spritzen. Um dem Patienten die Angst zu nehmen, kann ergänzend ein Beruhigungsmittel verabreicht werden. Bei dem Eingriff selbst wird die trübe Linse mittels Ultraschall oder mit Hilfe eines Lasers zerkleinert und anschließend abgesaugt. Eine neue Lasertechnologie mit dem sogenannten Femtosekundenlaser ermöglicht eine noch präzisere Vorgehensweise bei der Grauer-Star-OP.

In die verbleibende Linsenkapsel wird dann eine Kunstlinse mit zwei winzigen Haken eingesetzt. Die Operation dauert nicht länger als 10 bis 20 Minuten. Manche Patienten berichten von einem leichten Ziehen im Auge. Schmerzhaft ist der Eingriff aber nicht. "Die Wunde muss auch nicht genäht werden", nimmt Eckert Patienten die Angst. "Sie verschließt sich von selbst wieder."

Linsenmodelle für die Grauer Star-OP

Die Entscheidung, welche Art von Kunstlinse am besten für den jeweiligen Patienten geeignet ist, trifft der Facharzt nach einer Untersuchung mit Vermessung des Auges. So können unter den verschiedenen Linsentypen Modelle mit unterschiedlicher Kunstlinsenstärke und unterschiedlichem Linsendesign ausgewählt werden. Die Standardlinse (Monofokallinse) bietet eine gute Sehqualität: Nach der Operation ist es je nach Patient möglich, in der Nähe, auf mittlerer Distanz, in der Ferne oder fast überall scharf zu sehen. Angebotene Premium-Linsen (Multifokallinsen) können zusätzliche Funktionen erfüllen und zum Beispiel dabei helfen, bestehende Sehfehler zu korrigieren.

Nachbehandlung mit Augentropfen

An die Augenoperation schließt sich eine Nachbehandlung mit einem Salbenverband und Tropfen an. Die Salbe soll grundsätzlich bis zum Tag nach der OP auf dem Auge bleiben, die entzündungshemmenden Augentropfen werden meist für vier Wochen angewendet. Möglich ist, dass es nach dem Eingriff zu Rötungen, Juckreiz, vermehrtem Tränen und einem Fremdkörpergefühl kommt, das aber rasch nachlässt. In jedem Fall sind mehrere Untersuchungen beim Augenarzt zur Nachsorge empfehlenswert.

Damit die Kunstlinse Zeit hat einzuwachsen und das Auge in den ersten Wochen nicht unnötig gereizt wird, sollte man die Augen außerdem vor Staub und Schweiß schützen, körperliche Anstrengungen vermeiden und sich nur vorsichtig bücken. Bis die bestmögliche Sehkraft erreicht ist, können mehrere Wochen vergehen. 

Symptome des Grauen Stars: Das sind die ersten Anzeichen

Lichtempfindlichkeit, ein verstärktes Blendungsempfinden sowie eine Veränderung der Sehstärke sind erste Hinweise auf Grauen Star. Später kommen unscharfes Sehen, eine verminderte Kontrastwahrnehmung sowie ein Nachlassen der Farbintensität hinzu.

Mehr zum Thema: Symptome des Grauen Stars

Ursachen der Linsentrübung: Kann man einem Grauen Star vorbeugen?

Bisher gibt es keine eindeutigen Erkenntnisse zu den Ursachen des Grauen Stars. Der natürliche Alterungsprozess der Augenlinse ist meist der entscheidende Faktor für die Entstehung einer Katarakt. Folgende Ursachen können ebenfalls eine Linsentrübung hervorrufen: UV-Strahlen des Sonnenlichtes, Rauchen, Diabetes, Verletzungen am Auge und noch mehr.

Ein Grauer Star lässt sich nicht verhindern, aber durch eine Operation können die Symptome größtenteils behoben werden. Wichtig sind vor allem der Schutz der Augen vor UV-Strahlung, eine gesunde Lebensweise ohne Nikotin und Alkohol sowie regelmäßige Besuche beim Augenarzt.

Mehr zum Thema: Ursachen der Linsentrübung

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