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Cannabisagentur soll Hanfanbau überwachen

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Hilfe für Schwerkranke  

Cannabisagentur soll Anbau kontrollieren

01.03.2017, 16:58 Uhr | AFP

Cannabisagentur soll Hanfanbau überwachen.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/(Symbolbild: Thinkstock))

Cannabis für medizinische Zwecke: Eine Cannabisagentur soll den Anbau von Hanfpflanzen überwachen. (Quelle: (Symbolbild: Thinkstock)/Thinkstock by Getty-Images)

Eine neue Cannabisagentur soll in Deutschland künftig den Anbau von Hanfpflanzen zu medizinischen Zwecken überwachen. Hintergrund ist eine Gesetzesnovelle, die schwerkranken Patienten den Zugang zu Cannabis erleichtern soll. Ein Überblick:

Was regelt das neue Gesetz?

Für schwerkranke Menschen, denen nicht anders geholfen werden kann, sollen die Krankenkassen künftig die Kosten für Cannabisarzneimittel übernehmen. Bisher zahlen die Kassen nur in Einzelfällen für die teure Therapie. Der Gesetzentwurf beziffert die durchschnittlichen monatlichen Behandlungskosten auf 540 Euro, in besonderen Fällen könnten sie bis zu 1800 Euro pro Patient betragen.

Eine Ausnahmeerlaubnis vom BfArM zum Erwerb von Cannabisblüten oder -extrakten "im Rahmen einer medizinisch betreuten und begleiteten Selbsttherapie", die bisher nötig war, brauchen Patienten künftig nicht mehr. Die Betroffenen können nach der Verordnung durch den Arzt ihren Medizinalhanf in der Apotheke bekommen.

Welche Aufgabe hat die Cannabisagentur?

Ganz wichtig: Der Eigenanbau von Cannabis durch Patienten bleibt auch weiterhin verboten. Vielmehr soll die beim BfArM angesiedelte Agentur den Cannabisanbau in Deutschland staatlich kontrollieren. Sie vergibt die Aufträge an Cannabisanbauer und kassiert dann auch die Ernte. Die Cannabisagentur verkauft den Medizinalhanf anschließend an Arzneihersteller, Großhändler oder Apotheken weiter und sorgt dafür, dass nur Hanf "in pharmazeutischer Qualität" zu den Patienten gelangt. Gewinne darf sie dabei nicht machen.

Geht es gleich los mit dem Cannabisanbau?

Nein, nach dem für März geplanten Inkrafttreten des Gesetzes wird es zunächst ein Ausschreibungsverfahren für den Anbau von Cannabis geben. Bis der staatlich kontrollierte Anbau in Deutschland beginnen kann, wird die Versorgung mit Cannabis über Importe gedeckt. 2015 wurden dem Bundesgesundheitsministerium zufolge insgesamt 94 Kilogramm importiert.

Welche Wirkung hat die Droge?

Die beiden wichtigsten Inhaltsstoffe sind Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). Ihnen wird unter anderem eine schmerzlindernde, entzündungshemmende, appetitanregende und krampflösende Wirkung zugeschrieben. Nicht immer ist der medizinische Nutzen eindeutig belegt. Es gibt viele positive Beobachtungen, allerdings noch zu wenige aussagekräftige Studien. Die Regierung will daher weiter forschen lassen.

Bei welchen Krankheiten wird Cannabis eingesetzt?

Cannabis wird unter anderem zur Behandlung von chronischen Schmerzen, Nervenschmerzen, bei grünem Star (Glaukom) zur Reduzierung des Augeninnendrucks, bei ADHS und dem Tourettesyndrom eingesetzt. Verwendet werden Cannabisextrakte, Cannabisblüten oder einzelne Cannabinoide - das sind Mittel auf Cannabisbasis. Angewandt wird Cannabis auch gegen Übelkeit und zur Appetitsteigerung bei Krebs- und Aidspatienten, bei Rheuma sowie bei spastischen Schmerzen bei Multipler Sklerose.

Wie ist die rechtliche Situation in Deutschland?

Seit Mai 2011 dürfen zugelassene Fertigarzneimittel auf Cannabisbasis auch in Deutschland hergestellt und von Ärzten auf Betäubungsmittelrezept verschrieben werden. Mit Sativex ist ein Extrakt aus Cannabis sativa - so der lateinische Name für die Hanfpflanze - für Patienten zugelassen, die an Multipler Sklerose erkrankt sind und an schweren spastischen Lähmungen und Krämpfen leiden.

2015 wurde ein Fertigarzneimittel mit dem Wirkstoff Nabilon zugelassen, das unter dem Namen Canemes erhältlich ist. Angewendet wird es zur Behandlung von Nebenwirkungen einer Chemotherapie. Zudem können Patienten im Ausland zugelassene Fertigarzneimittel mit den Wirkstoffen Dronabinol und Nabilon verschrieben bekommen.

Derzeit verfügen insgesamt 1020 Patienten über eine Ausnahmeerlaubnis zum Erwerb von Cannabis. Nur zwei dürfen Hanf offiziell selbst anbauen.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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