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Die "Darm-Hirn-Achse“: Macht Ihr Darm Sie psychisch krank?

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Reizdarmsyndrom beeinflusst Gehirn  

Die "Darm-Hirn-Achse“: Macht Ihr Darm Sie psychisch krank?

17.07.2017, 11:57 Uhr | jb, dpa-tmn

Die "Darm-Hirn-Achse“: Macht Ihr Darm Sie psychisch krank?. Eine Frau hält ihren Bauch (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/AntonioGuillem)

Die Darmflora beeinflusst die Psyche (Symbolbild) (Quelle: AntonioGuillem/Thinkstock by Getty-Images)

Menschen mit einer Darmerkrankung wie dem Reizdarmsyndrom oder Morbus Crohn leiden häufig auch unter Angststörungen oder Depressionen. Eine Studie bestätigt nun den Zusammenhang zwischen einer gestörten Darmfunktion und psychischen Erkrankungen.

Was ist die "Darm-Hirn-Achse“?

Kanadische Forscher haben nun bewiesen, dass sich eine defekte Darmflora nicht nur auf die Verdauung, sondern auch auf die Psyche des Betroffenen auswirkt. Sie bestätigten hierdurch, dass der Darm wesentlich mit dem Gehirn zusammenhängt – die sogenannte "Darm-Hirn-Achse“. Demnach beeinflussen Darmkeime bestimmte Funktionen im Hirn und sind somit für psychische Störungen und neurologische Erkrankungen mitverantwortlich.

Was bedeutet das Ergebnis für Darmkranke?

"Unsere Ergebnisse liefern die Grundlage zur Entwicklung von Therapien, die auf die Darmflora abzielen. Und sie können helfen, die Diagnose des Reizdarms zu verbessern“, erklärt Forschungsleiter Dr. Premysl Bercik von der McMaster University in Hamilton gegenüber der wissenschaftlichen Fachzeitschrift "Science Translational Medicine“.

Für Menschen mit Angststörungen, die unter dem Reizdarmsyndrom oder einer anderen Darminfektion leiden, könnten demnach präbiotische Nahrungsergänzungsmittel oder probiotische Bakterien sowohl bei der Behandlung der Darmstörung als auch bei der Verbesserung ihres psychischen Befindens helfen.

Probiotischen Lebensmitteln wurden bestimmte (Milchsäure-)Bakterien zugesetzt. Diese sollen nach dem Verzehr positive Wirkungen auf den Darm haben. Laut einigen Ernährungswissenschaftlern unterstützen die Mikroorganismen aus den probiotischen Lebensmitteln die menschlichen Darmbakterien bei der Verdauung und stärken zusätzlich das Immunsystem.
Als präbiotische Nahrungsmittel sind unter anderem Pastinaken, Artischocken und Chicorée. Sie dienen den nützlichen Darmbakterien als Nahrungsquelle und fördern somit zusätzlich die Verdauung.

Wie können Sie vorbeugen?

Darmkrankheiten entstehen häufig durch eine falsche Ernährung und Lebensführung. Dauerhafter Stress – beruflich oder privat –, und andere seelische Probleme wirken sich auf die Darmflora aus. Auch ständiges Sitzen, mangelnde Bewegung und eine falsche, ungesunde Ernährung kann den Darm stark belasten und krank machen.
Die Funktionsstörungen des Darms können Sie vorbeugen, indem Sie

  • zwei- bis dreimal Sport treiben. Dies fördert die Darmbewegung, unterstützt die Sauerstoffversorgung Ihres Gehirns und hebt somit die Stimmung.
  • sich gesund und ausgewogen ernähren. So versorgen Sie Ihre Darmbakterien mit ausreichend Nährstoffen.
  • Probleme ansprechen anstatt diese „herunterzuschlucken“.
  • Ihren Konsum von Kaffee, Nicotin und Alkohol einschränken. Diese Stoffe beeinflussen die Darmflora negativ.
  • regelmäßig, erholsam Schlafen und sich Ruhephasen gönnen.

Weiterhin können bestimmte Verhaltenstherapien und eine Lebensumstellung helfen, Darmerkrankungen wie das Reizdarmsyndrom oder sogar Darmkrebs vorzubeugen. Auch das regelmäßige Fasten oder eine Darmentschlackung kann Darmerkrankungen vorbeugen.

"Da den Beschwerden unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen, gibt es beim Reizdarmsyndrom kein Patentrezept", erklärt Prof. Thomas Frieling, Direktor der Medizinischen Klinik II des Helios Klinikums Krefeld. Die Ernährung spielt aber eine wichtige Rolle. Denn in vielen Fällen sind Lebensmittel der Auslöser für das Reizdarmsyndrom.

Multiple Sklerose, Parkinson und Schlaganfall beeinflussen Darmflora

In früheren Studien wurde bereits ein Zusammenhang zwischen Darmerkrankungen und neurologischen Krankheiten wie Multipler Sklerose (MS), Parkinson oder Schlaganfall festgestellt.
Studienleiter Prof. Hartmut Wekerle am Max-Planck-Institut für Neurobiologie in München, der zu Multiplen Sklerose forscht, erklärt: "Den Mikrobiota kommt eine entscheidende Bedeutung als Trigger der Multiplen Sklerose zu." Mikrobiota ist eine andere Bezeichnung für die Darmflora, auch Mikrobiom genannt, und ist ein Zusammenschluss von über 1000 verschiedenen Arten von Darmbakterien.

Anhaltende Beschwerden beachten

Dass der Bauch hier und da nach einem schweren Essen mal zwickt, ist allerdings normal und sollte kein Grund zur Sorge sein. Anhaltende Beschwerden können aber nicht nur auf Magen-Darm-Erkrankungen, sondern auch auf eine beginnende Depression hinweisen, warnt der Berufsverband der Niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. Lassen Sie sich daher regelmäßig untersuchen.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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