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Keine Arteriosklerose: Ureinwohner sind besonders gesund

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Keine Arterienverkalkung  

Ureinwohner im Amazonas haben die gesündesten Herzen der Welt

20.03.2017, 12:01 Uhr | hs, dpa

Keine Arteriosklerose: Ureinwohner sind besonders gesund. Das Volk der Tsimane lebt im bolivianischen Amazonas. (Quelle: AP/dpa)

Das Volk der Tsimane lebt im bolivianischen Amazonas (Quelle: AP/dpa)

Die Tsimane im Amazonas haben gesündere Arterien als alle bislang untersuchten Bevölkerungsgruppen. Sie weisen kaum Anzeichen von Arterienverkalkung (auch Arteriosklerose) auf. Amerikanische Forscher erklären, warum die Tsimane so vital sind.

Ureinwohner haben starke Herzen

Professor Hillard Kaplan und sein Team von der University of New Mexico untersuchten 705 ältere Mitglieder des Tsimane-Stammes. Sie machten computertomografische Aufnahmen der Arterien und maßen Cholesterin-, Blutzucker- und Blutdruck-Werte. Dabei stellten sie fest, dass 85 Prozent der 40- bis 94-jährigen Probanden keinerlei Risiko für Herzkrankheiten aufwiesen.

Zum Vergleich: Bei älteren Amerikanern liegt die Rate bei nur 14 Prozent. Im Schnitt seien die Blutgefäße eines 80-jährigen Ureinwohners so geschmeidig wie die eines Mittfünfzigers aus den USA.

Ein gesunder Lebenswandel

Die Forscher vermuten, dass die Ernährung, extrem viel Bewegung und weitestgehender Verzicht aufs Rauchen für die gute Herzgesundheit der Ureinwohner verantwortlich sind.

Gesunde Ernährung: Kohlenhydrate und Ballaststoffe

Fast drei Viertel des Tsimane-Speiseplans besteht aus Kohlehydraten und Ballaststoffen – in Form von Reis, Maniok, Kochbananen, Mais, Nüssen und Früchten. Hinzu kommen wenig Proteine durch Fleisch und Fisch (14 Prozent) und ebenso wenig Fett.

Bananen tragen zu einer kohlenhydratreichen Ernährung der Tsimane bei. (Quelle: AP/dpa)Bananen tragen zu einer kohlenhydratreichen Ernährung der Tsimane bei (Quelle: AP/dpa)

Viel Bewegung sorgt für gesunde Gefäße

Während Menschen in Industriegesellschaften zudem mehr als die Hälfte ihres Tages sitzend verbringen, ruhen sich die Tsimane nur zehn Prozent ihrer Tageszeit aus. Den Rest verbringen sie mit Jagen, Fischen oder Getreideanbau.

Gesund trotz Entzündungen

Die Forscher fanden auch heraus, dass mehr als die Hälfte der untersuchten Tsimane erhöhte Entzündungswerte hatte. "Nach konventionellem Denken erhöhen Entzündungen das Risiko für Herzerkrankungen", sagt Mitautor Randall Thompson. Bei den Tsimane habe sich da jedoch kein Zusammenhang herstellen lassen – vermutlich stammten die Entzündungswerte von zahlreichen Infektionen, denen die Tsimane ausgesetzt seien.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen in den Industrienationen

In Deutschland sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigsten Todesursachen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jedes Jahr weltweit 17,5 Millionen Menschen an Herzinfarkt und Co. In den Industrienationen ist die gefährliche Arterienverkalkung sehr verbreitet.

Arterienverkalkung vorbeugen

Arteriosklerose kann durchaus verschiedene Ursachen haben, sagt Heribert Schunkert vom Herzzentrum München und Wissenschaftlicher Beirat der Deutschen Herzstiftung: "Es ist immer ein ganzes Bündel verschiedener Aspekte, die sich aufsummieren." Genetische Veranlagung und Lebensstil beeinflussten und modulierten sich dabei wechselweise. Für den einen sei zur Prävention je nach Stoffwechselveranlagung Sport hilfreicher, für den anderen cholesterinarme Ernährung.

Auch komme man aus den Konventionen seiner jeweiligen Lebensumwelt nur schwer heraus, sagt Schunkert. Trotzdem: "Die Studie erinnert daran, wie wichtig natürlicher Lebenswandel ist."

Der natürliche Lebenswandel hält die Tsimane fit und vital (Quelle: AP/dpa)Der natürliche Lebenswandel hält die Tsimane fit und vital (Quelle: AP/dpa)

Der Lebensstil der Tsimane verändert sich

Allerdings zeichnet sich nach Einschätzung der Wissenschaftler auch bei den Ureinwohnern ein Wandel ab. "In den vergangenen fünf Jahren haben neue Straßen und die Einführung motorisierter Kanus den Zugang zur nahen Marktstadt, wo Zucker und Speiseöl zu kaufen ist, dramatisch erhöht", beschreibt Mitautor Ben Trumble. In absehbarer Zeit wird sich auch bei den Tsimane der gesunde Lebensstil wandeln.

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