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Smartphone und Co: Wie Jugendliche ihre Augen ruinieren

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Smartphone, Tablet und Co: Wie Jugendliche ihre Augen ruinieren

03.05.2017, 16:15 Uhr | Joachim Mangler, dpa-tmn

Smartphone und Co: Wie Jugendliche ihre Augen ruinieren. Eine Jugendliche schaut auf ihr Smartphone. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Symbolbild/Rasulovs)

Das ständige Schauen aufs Smartphone ist laut Experten schlecht für die Augen (Quelle: Symbolbild/Rasulovs/Thinkstock by Getty-Images)

Für viele Menschen ist das Smartphone der ständige Begleiter. Die Folgen des permanenten Konsums können jedoch gravierend sein – besonders für Jugendliche. Nicht nur das Sozialverhalten kann sich ändern. Es gibt auch medizinische Probleme.

Nur eine halbe Stunde, damit man sich mal unterhalten kann: Viele Eltern sind schon froh, wenn sie ihre Sprösslinge überreden können, ohne Smartphone in der Hand am Familienessen teilzunehmen. Kinder und Jugendliche verbringen Stunden, einige ganze Tage vor Bildschirmen – mit gravierenden Folgen: Einer Studie der Universität Mainz zufolge leidet mehr als die Hälfte der Abiturienten und Hochschulabsolventen unter Kurzsichtigkeit (Myopie). "Das wird noch weiter zunehmen", warnt der Direktor der Augenklinik der Unimedizin Rostock, Prof. Anselm Jünemann.

Smartphones und viel Zeit drinnen können Fehlsichtigkeit fördern

Das Problem sei nicht nur die Smartphone-Nutzung, sondern auch die dadurch immer weniger im Freien verbrachte Zeit. Der Blick schweift nur noch selten in die Ferne. Beim permanenten Betrachten von Nahobjekten bekomme das Auge das Signal zu wachsen.

"Das Wachstum ist unumkehrbar", erklärt der Mediziner. Je höher die Dioptrienzahl, desto länger ist der Augapfel. "Das ist wie bei einem Luftballon. Je stärker der aufgeblasen wird, desto dünner wird er." Das führe zu einer schlechteren Durchblutung und zur Degeneration der Netzhaut. Eine neue Volkskrankheit drohe.

Der Berufsverband der Augenärzte teilt Jünemanns Einschätzung. Aber letztlich seien die Einflussmöglichkeiten der Mediziner gering, sagt Verbandssprecher Georg Eckert. "Eine allmähliche Bewusstseinsänderung muss stattfinden."

Im Freien verbrachte Zeit ist auch eine Erholung für die Augen

Kinder und Jugendliche sollten wieder mehr Zeit draußen verbringen, am Tageslicht. "Wenn man die 'Stubenhocker' mit Draußenspielern vergleicht, ist die Kurzsichtigkeit bei den 'Stubenhockern' größer", erklärt Jünemann. Jede im Freien verbrachte Stunde ist nicht nur gut für Herz und Kreislauf, auch die Augen erholen sich, wenn sie mal nichts Nahes fokussieren müssen. Helles Licht hemmt über den Botenstoff Dopamin zudem das Augenwachstum.

Was die Verbreitung von Smartphones angeht, ist Jünemann allerdings skeptisch und verweist auf die Fettsucht. Auch da seien alle Zusammenhänge bekannt, trotzdem steige die Zahl der Betroffenen unaufhörlich.

Wie man Jugendliche zum Umdenken bewegen könnte

Er könne sich aber vorstellen, dass man bei den Jugendlichen ein Umdenken erlangen könnte, indem man auf die Einschränkung der Berufswahl durch Kurzsichtigkeit hinweist. Denn stark Fehlsichtige seien von einigen Berufen ausgeschlossen; sie können zum Beispiel nicht Piloten werden.

Es sei völlig ungeklärt, wie sich die Sehfähigkeit bei den heutigen jungen Fehlsichtigen bei anhaltender Fehlbelastung entwickelt.

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