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Fünf Fakten über Winterdepression, die Sie kennen sollten

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Kleine Schwester der Depression  

Fünf Fakten über die Winterdepression, die Sie kennen sollten

29.10.2017, 11:23 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, t-online.de

Fünf Fakten über Winterdepression, die Sie kennen sollten.  (Quelle: imago/Westend61)

Mit der tristen Herbststimmung kommt bei vielen die Winterdepression (Quelle: Westend61/imago)

Mit der tristen Herbststimmung kommt bei vielen die Winterdepression. Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Traurigkeit begleiten dann die dunklen Tage. Doch kann aus der Antriebslosigkeit eine echte Depression werden? Fünf Fakten, die Sie über Winterdepression wissen sollten.

Die Winterdepression, auch saisonal abhängige Depression (SAD) genannt, ähnelt in ihrer Symptomatik der echten Depression. Die Betroffenen leiden unter Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Melancholie. Die Leistungsfähigkeit ist herabgesetzt, die Herbststimmung drückt auf das Gemüt. Vor allem zwischen Oktober und März haben viele mit depressiven Verstimmungen zu kämpfen.

Die Winterdepression ist die kleine Schwester der Depression

Schuld ist vor allem die fehlende Sonne. Die Dunkelheit kurbelt die Melanin-Produktion an. Der Körper wird müde und träge, Traurigkeit und Stimmungstief zeigen sich. "Die Winterdepression ist die kleine Schwester der Depression", sagt Thomas Voigt, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Depressionsliga e.V. "Die Symptome sind sehr ähnlich. Allerdings ist die Winterdepression im Verlauf deutlich milder und einfacher therapierbar. Die Winterdepression ist vor allem ein Zeichen des Körpers, Winterschlaf machen zu wollen. Mit einer echten Depression hat sie nichts zu tun."

Tageslichtlampen sind wertvolle Helfer gegen den Lichtmangel

Eine Winterdepression lässt sich meist gut behandeln. Spaziergänge an der frischen Luft sowie der Einsatz von Tageslichtlampen mit einer Stärke von 10.000 Lux bringen bei den meisten die Energie zurück. "Mit Tageslichtlampen lassen sich die besten Erfolge bei einer Winterdepression erzielen" weiß der Psychologe. "Es wäre wünschenswert, dass die Krankenkassen die Kosten für solch ein Gerät übernehmen. Es kann Betroffenen deutlich Lebensqualität zurückgeben."

Winterdepression ist zeitlich begrenzt

Mit den ersten Sonnenstrahlen im Frühling verschwinden meist auch die Symptome der Winterdepression wieder. Hierin liegt ein weiterer Unterschied zu der richtigen Depression: Die Winterdepression ist zeitlich begrenzt. Den Betroffenen geht es bald wieder besser. "Depressive hingegen kämpfen das ganze Jahr über gegen die bedrückenden Gedanken und Gefühle an. Mit einer Tageslichtlampe und Spaziergängen allein ist ihnen nicht geholfen. Sie brauchen professionelle Hilfe. Eine echte Depression ist eine ernstzunehmende Krankheit", erklärt Voigt, der 2012 selbst an einer Erschöpfungsdepression erkrankte.

Winterdepression ernst nehmen

Trotzdem warnt Voigt davor, die Winterdepression zu verharmlosen. Wer sich in Herbst und Winter schlecht fühle, antriebslos sei und traurig, dürfe sich nicht scheuen, einen Arzt aufzusuchen. Es gehe darum, das eigene Wohlbefinden zu stärken. Wer merke, dass er die erforderliche Leistung im Alltag nicht mehr bringen könne und dadurch mit seinem Alltag stark überfordert sei, solle Hilfe suchen. "Ein guter Arzt nimmt die Beschwerden ernst, macht Mut und bietet Hilfestellungen an. Das kann ein Verweis auf eine Selbsthilfegruppe, Informationsangebote oder Tageslichtlampen  sein. Niemand muss sich schämen – weder für eine Winterdepression noch für eine echte Depression", betont Voigt

"Dass sich aus einer Winterdepression eine echte Depression entwickelt, ist theoretisch zwar möglich, praktisch vermutlich aber sehr selten", sagt der Psychologe. Allerdings könne die dunkle Jahreszeit eine gedrückte Stimmung und bestehende negative Gedanken verstärken. Viele verbinden den Herbst symbolisch mit Tod und Sterben. Nicht jeder kommt aus diesem Stimmungstief alleine wieder heraus. Wer bereits unter einer Depression leidet, hat es in den Herbst- und Wintermonaten daher oft besonders schwer.

"Niemand darf sich schämen"

Voigt wünscht sich, dass die Vorurteile, die mit Depressionen und depressiven Verstimmungen verbunden sind, in Zukunft noch deutlich stärker abgebaut werden. Jeder habe das Recht, Unterstützung zu bekommen, wenn er alleine seinen Alltag nicht mehr bestreiten könne. Scham sei hier fehl am Platz, betont er und spricht damit vor allem Männer an: "Aus Angst, Schwäche zu zeigen, greifen viele betroffene Männer oft lieber zu Alkohol statt zu einem Arzt  zu gehen. Doch das verschlimmert alles nur. Hier sind noch viel Aufklärungsarbeit und Akzeptanz nötig", so Voigt. "Niemand darf aufgrund einer Erkrankung verurteilt werden."


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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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