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Krebsvorsorge: Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs unter Kritik

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Gesundheit  

Umstritten: Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs

08.10.2007, 13:05 Uhr | ag, t-online.de

Sie wurde gefeiert als die große Hoffnung im Kampf gegen eine der häufigsten Krebsarten bei Frauen: die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs. Seit kurzem übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die anfallenden Kosten in Höhe von rund 480 Euro. Auslöser von Gebärmutterhalskrebs sind bestimmte Typen Humaner Papillomviren (HPV), die in der Regel durch sexuellen Kontakt schon in jungen Jahren übertragen werden und Schleimhautzellen am Gebärmutterhals befallen. Geimpft werden sollen daher vor allem Mädchen und junge Frauen im Alter von neun bis 18 Jahren. Ob die kostspielige Impfaktion wirklich ein Durchbruch ist, wird jedoch von Kritikern bezweifelt. Denn die beiden Impfstoffe Gardasil und Cervarix, die auf dem Markt sind, sprechen nur etwa 70 Prozent der krebserregenden Viren an. Außerdem fehlen Langzeitstudien über mögliche Folgeschäden.

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Falsches Vertrauen in absoluten Impfschutz

Dass die Schutzimpfung keinen absoluten Schutz bietet, liegt daran, dass der Impfstoff nur zwei Virenarten enthält, die am häufigsten Gebärmutterhalskrebs verursachen. Wer sich damit impfen lässt, senkt sein Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, um 70 Prozent. Die Gefahr, an anderen, krebsauslösenden Papilloma-Viren zu erkranken, bleibt jedoch bestehen. Aus diesem Grund müssten auch die geimpften Frauen weiterhin regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung gehen. Kritiker der neuen Krebsimpfung befürchten jedoch, dass einmal geimpfte Frauen im Vertrauen auf den Impfschutz weniger motiviert seien, an Früherkennungsmaßnahmen zum Gebärmutterhalskrebs teilzunehmen.

Spritze ersetzt nicht den Krebsabstrich

Professor Rolf Rosenbrock, Gesundheitsforscher und Mitglied im Gesundheits-Sachverständigenrat der Bundesregierung, hält daher nichts von einer Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs. "Die Impfung ersetzt nicht die Früherkennung, und andersherum gesprochen, wer regelmäßig zur Früherkennung geht, braucht auch keine Impfung", erklärt der Experte gegenüber dem ARD-Magazin plusminus. Seiner Meinung nach wäre das Geld besser angelegt, "wenn man die Früherkennung verbessert, sie zum Beispiel auf den erheblich besseren Stand bringt, den sie in Großbritannien und Schweden heute schon hat." Das sei billiger und mindestens genauso effektiv.

Nebenwirkungen und Verträglichkeit

Obwohl auf den Beipackzetteln der Impfstoffe Unverträglichkeiten und körperliche Reaktionen fast gänzlich ausgeschlossen sind, treten diese gar nicht so selten auf. Der Verband Ärzte für individuelle Impfentscheidung in Herdecke weist darauf hin, dass unerwünschte Nebenwirkungen nach der Krebsimpfung sogar recht häufig auftreten würden. Zu diesen gehörten vor allem Fieber, Durchfall und Muskelschmerzen. Die Experten verweisen auf Impfstudien, in denen allergische Reaktionen und neurologische Störungen bei den Patientinnen auftraten. Außerdem gebe es bislang keine Untersuchungen über Langzeitnebenwirkungen.

Gefährdung nicht ausgeschlossen

Manche Kritiker befürchten sogar, dass Mädchen und Frauen durch die Impfung indirekt gefährdet werden. Auch der Arzt und Pharmazeut Wolfgang Becker Brüser, Herausgeber des pharmaunabhängigen Verbrauchermagazins Gute Pillen - schlechte Pillen sieht diese Gefahr: Da die Impfung nur gegen bestimmte HPV-Typen wirke, könne nicht ausgeschlossen werden, dass sie die Besiedelung mit anderen, ebenso gefährlichen Papillomviren fördere. Durch das Eliminieren zweier Viren-Typen entstehe eine Lücke, die andere Viren nur zu gern besetzen. "Darauf deuten große Studien bereits hin", sagt der Mediziner und beruft sich dabei auf eine aktuelle Veröffentlichung im New England Journal of Medicine, in der die Wirksamkeit und Verträglichkeit des Impfstoffs wissenschaftlich untersucht wurde.

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