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Spirituosen und Likörweine: Forscher finden Krebsgift Acetaldehyd (1)

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Likörweine enthalten Krebsgift in hoher Konzentration

23.09.2008, 15:25 Uhr | Volker Mrasek/Spiegel Online, Spiegel Online

Forscher haben gefährliches Krebsgift in Likören entdeckt. (Foto: Archiv)Forscher haben gefährliches Krebsgift in Likören entdeckt. (Foto: Archiv)Lieber kein Gläschen mehr? In Portwein, Sherry und Obstbrand haben Forscher außerordentlich hohe Konzentrationen des Karzinogens Acetaldehyd entdeckt. Der verblüffende Fund könnte die Entstehung von Rachen- und Speiseröhrenkrebs erklären.

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Im Tierversuch krebserregend

Als Molekül macht es nicht viel her. Gerade mal ein ordinäres Sauerstoff-, zwei Kohlenstoff- und vier Wasserstoffatome braucht es, schon hat man Acetaldehyd. Auch Mediziner und Biologen machen im Allgemeinen nicht viel Aufhebens um die Substanz mit dem sperrigen Namen. Sie ist ein normales, wenn auch rasch umgesetztes Zwischenprodukt des Kohlenhydratstoffwechsels von Pflanzen und Tieren. Und dennoch: Hinter dem biochemischen Winzling verbirgt sich ein gesundheitlich hochbrisanter Stoff. Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) bewertete Acetaldehyd als eindeutig krebserregend im Tierversuch - und zugleich als potentiellen Auslöser von Tumoren (Karzinogen) beim Menschen.

Krebsgift vor allem in Schnäpsen

Jetzt gibt es neue Aufregung um das Mini-Molekül. Eine Studie deutscher Lebensmittelchemiker zeigt: Das mutmaßliche Krebsgift kommt in zum Teil außerordentlich hohen Konzentrationen in alkoholischen Getränken vor. Mehr als 1500 Proben analysierte die Arbeitsgruppe von Dirk Lachenmeier am Chemischen Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Karlsruhe. Bier und Wein enthalten danach eher wenig Acetaldehyd (siehe Tabelle). Nicht sonderlich viel steckt auch in Rum, Whisky und Wodka. Höhere Konzentrationen fanden sich dagegen in Obst- und Tresterbränden. "Und die höchsten hatte die Gruppe der Likörweine also beispielsweise Sherry oder Portwein", so der Leiter des Alkohollabors in der Karlsruher Fachbehörde. Lachenmeier stellte die Ergebnisse jetzt auf dem Deutschen Lebensmittelchemikertag in Kaiserslautern vor. Detailliert berichtet er darüber zudem in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift "Food and Chemical Toxicology".

Tabelle Acetaldehyd-Konzentration in alkoholischen Getränken

Acetaldehyd schädigt die Mundschleimhaut

Wer sich ein Gläschen genehmigt, kommt ohnehin mit Acetaldehyd in Berührung. Es ist nämlich das erste Abbauprodukt des Trinkalkohols (Ethanol) und entsteht bereits in der Mund- und Rachenhöhle. Die dort ansässige Mikroflora stürzt sich förmlich auf den Alkohol, sobald man einen Schluck Bier, Wein oder Schnaps nimmt, und metabolisiert ihn augenblicklich. Im Vergleich zum Acetaldehyd, der auf diese Weise entsteht und minutenlang auf die Mundschleimhaut einwirkt, "sind die natürlichen Mengen im Kohlenhydratstoffwechsel sehr, sehr gering", sagt Dieter Schrenk, Professor für Lebensmittelchemie und Toxikologie an der TU Kaiserslautern.

Vor allem Obstbrand und Liköre gefährlich

Doch noch höher kann die Belastung durch den Anteil des Krebsgiftes sein, der schon in der Flasche steckt, wie sich aus den Karlsruher Laboruntersuchungen ergibt. "Unsere Ergebnisse widersprechen der bisherigen Ansicht, dass die Hauptquelle für die Acetaldehyd-Exposition der Alkoholabbau ist", heißt es in der Fachveröffentlichung. Tatsächlich enthielt Portwein bis zu 0,8 Gramm des Karzinogens pro Liter, ein deutscher Obstbrand sogar mehr als ein Gramm. Wie Lebensmittelchemiker Lachenmeier feststellt, "ist dieser Acetaldehyd bisher bei der Einschätzung des krebserregenden Potentials alkoholischer Getränke unberücksichtigt geblieben". Gewisse Mengen des Giftes werden von Hefen während der alkoholischen Gärung gebildet. Des Weiteren führt mangelnde Hygiene bei der Herstellung, gepaart mit der Aktivität von Bakterien, zu erhöhten Konzentrationen im Getränk. Auch wenn eine Spirituose nicht luftdicht gelagert wird, entsteht zusätzliches Acetaldehyd. Likörweine dagegen sind laut Lachenmeier ein besonderer Fall: "Die werden ja fassgelagert unter Einfluss von Sauerstoff, da wird die Bildung von Acetaldehyd forciert."

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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