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Spirituosen und Likörweine: Forscher finden Krebsgift Acetaldehyd (2)

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KREBS  

Likörweine enthalten Krebsgift (Teil 2)

23.09.2008, 15:16 Uhr | Spiegel Online, Spiegel Online

Starker Alkoholkonsum ruiniert nicht nur die Leber. Wer viel und vor allem Hochprozentiges trinkt, riskiert auch Tumore der Mundhöhle, des Rachens und der Speiseröhre. Das bedeutet: Die direkte Exposition der Schleimhäute gegenüber Ethanol ist kritisch und kann langfristig zu einer Krebserkrankung führen. Möglicherweise ist aber gerade Acetaldehyd das entscheidende Kontaktgift.

Schwelle zu erhöhtem Krebsrisiko überschritten

Hinweise darauf lieferte zuletzt eine französisch-finnische Forschergruppe um den Acetaldehyd-Spezialisten Mikko Salaspuro von der Universität Helsinki. Sie setzte sich mit dem Phänomen erhöhter Raten von Speiseröhrenkrebs in der Normandie auseinander - einer Region, in der traditionell selbstgebrannter Calvados getrunken wird. Die Wissenschaftler konnten nachweisen, dass der Apfelbranntwein stark mit Acetaldehyd belastet ist. Das, sagt Salaspuro, sei eine mögliche, plausible Erklärung für die erhöhte Turmorrate. Auch Forscher des Krebsinstitutes von Neusüdwales in Australien schreiben in einer neuen Monografie, dass "der karzinogene Effekt alkoholischer Getränke" im oberen Verdauungstrakt "wahrscheinlich durch das hochgiftige und erbgutschädigende Acetaldehyd vermittelt wird".

Schon geringe Mengen gefährlich

Gerade weil der Aldehyd im normalen Stoffwechsel auftaucht, gehen Toxikologen von einer Schwellenkonzentration aus, die überschritten sein muss, damit er karzinogen wirkt. "Ich glaube nicht, dass die Natur so etwas machen würde: ein Zwischenprodukt im normalen Stoffwechsel zu bilden, das unser Erbgut schädigt", sagt auch der Kaiserslauterer Toxikologe Schrenk. Forscher wie der Finne Salaspuro haben erste Vorschläge für eine solche Wirkschwelle gemacht, gestützt auf Versuche mit Zellkulturen. Auch Dirk Lachenmeier zog sie für seine Studie heran und schätzte ab, wie hoch die Konzentration von Acetaldehyd im Speichel nach dem Konsum von Likörweinen oder stark belasteten Bränden sein müsste. Das beunruhigende Resultat: Der Wert liegt "weit über der Schwelle, die mit einem erhöhten Krebsrisiko verbunden ist", wie Lachenmeier ermittelte. Überschritten werden kann sie nach Mikko Salaspuros Studien schon beim Genuss "moderater Alkoholmengen".

Experten fordern Grenzwert

Auf dem Lebensmittelchemikertreffen in Kaiserslautern regte Lachenmeier einen Grenzwert für Acetaldehyd in Alkoholika an, "um diese sehr hohen Gehalte wirksam verhindern zu können". Auch Dieter Schrenk von der TU Kaiserslautern würde eine neue Risikoabschätzung für das Karzinogen begrüßen, wie er im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE sagte: "Das wäre zum Beispiel eine wichtige Aufgabe für das BfR, das Bundesinstitut für Risikobewertung." Dort hat man sich mit der Karlsruher Studie bereits "kritisch auseinandergesetzt", so Reiner Wittkowski, Vizepräsident der Berliner Fachbehörde und ebenfalls Lebensmittelchemiker. Für ihn "geben die Ergebnisse sicher Anlass, nach technologischen Möglichkeiten hinsichtlich einer Reduktion der Acetaldehyd-Gehalte zu suchen". Das BfR werde prüfen, ob die aktuelle Datenlage eine Neubewertung des Karzinogens erforderlich mache, erklärte Wittkowski auf Anfrage.

Krebsgift auch im Kuchen

Dirk Lachenmeier beunruhigt derweil, dass Acetaldehyd auch als Aromastoff in Lebensmitteln zugelassen ist, und zwar ohne Grenzwert. Das BfR bestätigte den Einsatz als Aromazusatz in Backwaren, Fetten, Milchprodukten und Fleischwaren grundsätzlich. Allerdings seien Angaben darüber schon älter und heute möglicherweise nicht mehr aktuell. Zudem komme der Aldehyd auch von Natur aus etwa in Früchten, Gemüse, Getreide und Joghurt vor. Deshalb lasse sich bei solchen Lebensmitteln "nicht beurteilen, ob die gefundenen Gehalte auf ein natürliches Vorkommen oder auf einen Zusatz zurückzuführen sind", wie Reiner Wittkowski sagt. Mit der geplanten EU-Aromastoff-Verordnung seien auf jeden Fall Beschränkungen für einzelne Aromastoffe denkbar. Für Dirk Lachenmeier passt das jedenfalls nicht zusammen: ein anerkanntes Krebsgift, das Lebensmitteln zugesetzt werden darf. "Aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes", mahnt der Lebensmittelchemiker, "sollten die Acetaldehyd-Gehalte unbedingt so gering wie möglich gehalten werden."

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