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Krebsmediziner hält das Insulinpräparat Lantus für ungefährlich

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Krebsmediziner hält Lantus für ungefährlich

16.07.2009, 12:48 Uhr | dpa/AP

Insulin: Mit einem Insulin-Pen spritzen sich Diabetiker die nötige Dosis Insulin. (Foto: dpa)Mit einem Insulin-Pen spritzen sich Diabetiker die nötige Dosis Insulin. (Foto: dpa)Vor kurzem geriet das Diabetiker-Mittel Lantus wegen Krebsgefahr in die Schlagzeilen. Jetzt warnt der Krebsmediziner Prof. Gerhard Ehninger vor Panikmache: "Patienten, die damit behandelt werden, können sicher sein und sollten unbedingt dabei bleiben", sagte der Direktor der Medizinischen Klinik I des Dresdner Universitätsklinikums. Eine Umstellung berge große Risiken, warnte er.

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Kritik an der Studie zu Lantus

Ehninger kritisierte im Gespräch mit der deutschen Presseagentur die Lantus-Studie und deren Mitautor Professor Peter Sawicki. Dieser ist Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Laut Ehringer vergleicht Sawicki in der Studie Äpfel mit Birnen. Bei den Zusammenstellungen sei nicht angegeben, welcher Diabetestyp vorliege. Zudem fehlten wichtige Angaben zu Krebsrisikofaktoren wie Übergewicht, Rauchen, Diabetes-Dauer und Insulinproduktion der Patienten.

Krebsrisiko bei Diabetiker generell höher

Diabetiker hätten im Vergleich zu Gesunden insgesamt ein höheres Krebsrisiko, erläuterte Ehninger. "Die Ursache dafür ist letztlich nicht geklärt." Als Erklärungsversuche würden Ernährungsgewohnheiten, Übergewicht und eine über längere Zeit erhöhte eigene Insulinproduktion herangezogen. "Nach unseren heutigen Erkenntnissen liegt dies aber nicht an einer zusätzlichen Therapie mit Insulinen."

Zweifel an Lantus als Krebs-Auslöser

"Die Ergebnisse sind verwirrend, man muss davon ausgehen und bezweifeln, dass ein wirklicher Zusammenhang zwischen Lantus-Insulin und Krebsentstehung besteht", zitierte Ehninger aus der Bewertung der deutschen Studie durch die US-Arzneimittelzulassungs-Behörde FDA. "Für mich ist das ein Lehrbeispiel, wie man Daten so lange bearbeitet und knetet, bis das gewünschte Ergebnis herauskommt."

Patienten sind verunsichert

"Die Patienten sind verunsichert", berichtete Ehninger. Sie würden vor einem Medikament wegrennen, das nach seinen Analysen sogar hinsichtlich der Lebenserwartung besser sei. Lantus (Inhaltsstoff Glargin) werde von vielen Diabetesärzten bevorzugt, weil es weniger lebensbedrohliche Unterzuckerungen auslöse, vor allem bei Älteren, die diese nicht spürten, erklärte Ehninger. "Hier wird eine öffentliche Panikmache ausgelöst, die wissenschaftlich unbegründet ist."

Kein Anlass, die Therapie zu ändern

"Diabetiker sollten auf keinen Fall das verordnete Insulin eigenmächtig absetzen oder die Dosis vermindern", sagt auch Professor Martin Schulz, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK). Es bestehe derzeit kein unmittelbarer Anlass, eine Therapie zu ändern. Verunsicherten Patienten rät er, ihren Arzt um Rat zu fragen.

Krebsrisiko ist umstritten

Der "Spiegel" hatte am 27. Juni von der möglichen Krebsgefahr durch das Mittel berichtet. Betroffen sei vor allem das Präparat Lantus von Sanofi-Aventis, das nach Angaben des "Spiegel" rund 500.000 Diabetiker nehmen. Es handelt sich um ein sogenanntes Insulinanalogon, ein künstlich hergestelltes Insulinpräparat. Analoga werden sehr häufig verschrieben, weil sich Diabetes-Patienten davon eine bessere Lebensqualität versprechen. Gesetzliche Kassen bezahlen sie aber nur noch dann, wenn sie nicht teurer sind als Humaninsuline. Aktuelle Studien deuten darauf hin, dass es einen Zusammenhang zwischen der Gabe von Lantus (Inhaltsstoff Glargin) und dem Auftreten von Krebserkrankungen geben könnte. Bislang kann das Risiko aber nicht abschließend beurteilt werden.

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