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Krebs  

Leben nach dem Krebs - Betroffene berichten

23.02.2011, 14:10 Uhr | vdb

Leben nach dem Krebs - Betroffene berichten . Krebs - wie ist das Leben danach? (Foto: imago)

Krebs - wie ist das Leben danach? (Foto: imago)

Ein Knubbel am Hals und Nachtschweiß, mit diesen Symptomen ging Lara S. Zum Arzt. Die niederschmetternde Diagnose: Lymphknotenkrebs. Eine Zeit zwischen Chemotherapie, Übelkeit und Bestrahlungen begann. Heute ist die 26-Jährige geheilt. Doch hinterlässt sie Krebserkrankung auch in der Psyche ihre Spuren, die ein Leben lang prägen. Wir haben mit Menschen gesprochen, die an Krebs litten.

Schockdiagnose Krebs

Als die junge Frau vor fünf Jahren an Krebs erkrankte, verstand sie die Welt nicht mehr. "Ich habe mich immer gesund ernährt, rauche nicht", haderte sie mit ihrem Schicksal. Ihre Ausbildung zur Pferdewirtin musste sie zunächst aufgeben. Das hohe Pensum an körperlicher Arbeit hätte sie während der Chemotherapie nicht mehr geschafft und ihr geschwächtes Immunsystem hätte den Kontakt zu den Tieren nicht verkraftet. "Die Heilungschancen sind gut", hatte ihr der Arzt gesagt und an diesem Spruch krallte sich Lara regelrecht fest. Auch wenn sie vor Übelkeit gekrümmt auf dem Sofa lag, ihre langen braunen Haare ausfielen oder sie für die Bestrahlung mit einer schweren Maske bekleidet wurde. Obwohl die Zahl der Neuerkrankungen steigt, stehen die Heilungschancen heute besser als vor zwanzig Jahren: Über 60 Prozent der Erkrankten überstehen den Krebs. Bei ihnen wird fünf Jahre nach der ersten Diagnose kein neuer Tumor gefunden.

Leben neu geordnet

Auch bei Lara verschwand der Krebs und ist bis heute nicht zurückgekehrt. Dennoch hat er Laras Leben verändert. Zwar beendete sie ihre Ausbildung zur Pferdewirtin, doch schien ihr der Beruf nicht mehr sinnvoll genug zu sein. "Das Leben ist kostbar, und ich möchte anderen helfen", sagt Lara, die seit 2007 in Essen soziale Arbeit studiert. Mutter zu werden, kann sie sich allerdings nicht mehr vorstellen. "Die Ärzte haben gesagt, nach der Chemotherapie sollte man fünf Jahre lang mit dem Kinderkriegen warten, aber ich möchte das gar nicht mehr. Ich habe Angst, dass das Kind krank ist oder ich nicht alt genug werden könnte", sagt die junge Frau.

Kein Glauben an langes Leben

Aus diesem Grund verzichtet sie auch auf eine private Rentenvorsorge. Das Rentenalter gesund zu erreichen, hält sie für unwahrscheinlich. Doch eins lässt sie sich nicht nehmen: Im Sommer die Sonne zu genießen. "Meine Haut ist von der Chemotherapie noch immer trocken und ich soll mich nicht in der Sonne aufhalten. Aber das lasse ich mir nicht nehmen", sagt die Essenerin.

Fünf Jahre lang zur Krebsnachsorge

Auch Falk R. musste leidvolle Erfahrungen machen. Als er 13 war, hatte er Schmerzen in Hals und Ohren. Zunächst vermutete man eine Mittelohrentzündung, doch eine gründliche Untersuchung ergab, dass er an einem Halskarzinom litt. Von da an lag der Junge vier Monate in der Freiburger Uniklinik, bekam drei Chemotherapien und Bestrahlung. Die Nebenwirkungen: Übelkeit, Erbrechen, Haarausfall und Gewichtsverlust. Zwischenzeitlich konnte er nichts essen und musste künstlich ernährt werden. Seine Eltern machten sich große Sorgen und versuchten ihr Kind mit Erdbeeren und Vanillepudding aufzupäppeln. Heute ist er ein 26-jähriger junger Mann. Fünf Jahre lang musste er regelmäßig zur Nachsorge. "Am Anfang musste ich alle sechs Wochen hin, dann vier mal im Jahr und am Ende halbjährlich". In dieser Zeit machte sich die Folgen der aggressiven Therapie bemerkbar: Er litt lange unter Mundtrockenheit und hatte Probleme mit den Zähnen. Sie sind ihm teilweise abgebrochen. An sehr trockener Haut leidet er noch immer.

"Gelernt, dass das Leben schnell vorbei sein kann"

Der Krebs hat Falk nicht in Todesangst versetzt. "Ich hatte erstaunlich wenig Angst", sagt er. "Das lag wohl am Alter von 13 Jahren, da bekommt man das nicht mit der vollen Wucht mit wie als Erwachsener. Außerdem hat man mir früh gesagt, dass ich sehr gute Chancen habe, da problemlos durchzukommen." Auch große Sorgen wieder krank zu werden, mache er sich nicht. Er achtet aber darauf, bewusst zu leben. "Für mich war es eine Krankheit, wie jede andere", erzählt der Student. "Doch ich habe in der Klinik Menschen kennengelernt, bei denen war das anders und der Krebs konnte nicht geheilt werden. Ich habe gelernt, dass das Leben schnell vorbei sein kann. Und ich war von einem Tag auf den anderen verdammt erwachsen. Der Krebs hat mir einen großen Teil der Pubertät geraubt."

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