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Mit Speziallasern gegen Lungentumore

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Krebs  

Mit Speziallasern gegen Lungentumore

09.03.2012, 14:23 Uhr | dapd

Mit Speziallasern gegen Lungentumore. Laser gehören in Coswig standardmäßig zur OP-Ausstattung. (Quelle: dapd)

Laser gehören in Coswig standardmäßig zur OP-Ausstattung. (Quelle: dapd)

Präzise schneidet der Laser eine Metastase aus dem Lungengewebe. Obwohl die Lunge zu den am besten durchbluteten Organen gehört, ist kein Tropfen Blut zu sehen. Der Film auf dem Laptop von Professor Axel Rolle zeigt eine Operation am Fachkrankenhaus Coswig bei Dresden, bei der einer Patientin gleich mehrere Metastasen aus der Lunge entfernt werden. Seit zehn Jahren wird das Verfahren in Coswig eingesetzt - mit Erfolg: Patienten, die mit dieser Methode behandelt wurden, haben bessere Heilungs- und Überlebenschancen.

Mit dem Laser gegen Lungenmetastasen

Das Hochleistungsgerät verödet sofort die umgebenden Blutgefäße, anschließend werden die einzelnen Wunden vernäht. "Unser Verfahren ist besonders gewebeschonend", erläutert der Chefarzt für Thorax- und Gefäßchirurgie. Er hat das Operationsverfahren entwickelt und forscht seit Mitte der 1980er Jahre zum Einsatz von Lasern bei Lungen-Operationen - zuerst an der Universität in München und später im sächsischen Coswig.

Coswig ist weltweit Vorreiter

Da sich die Gewebe der einzelnen Organe stark unterscheiden, waren bewährte Laser aus der Haut- oder Augenheilkunde für den Einsatz im Brustbereich ungeeignet, sagt der Mediziner. Zunächst ging es deshalb darum, einen Laser mit passender Leistung und Wellenlänge zu finden. Vor gut zehn Jahren gelang schließlich der Durchbruch, seither wird am Coswiger Fachkrankenhaus die neue Operationsmethode standardmäßig angewendet. Die Klinik war damit nach eigenen Angaben weltweit Vorreiter bei der gewebeschonenden Entfernung von Metastasen aus der Lunge. Mehr als 2.000 Patienten wurden seither in Coswig operiert, 10.000 Metastasen entfernt, sagt Rolle. Die jährlich 200 Patienten kommen aus der ganzen Welt - von Neuseeland bis in die USA hat sich die Coswiger Operationsmethode bei Medizinern und Krebskranken herumgesprochen. So wurden einer Krankenschwester aus den Vereinigten Staaten insgesamt 269 Metastasen entfernt. Die Frau habe noch sieben Jahre ein Leben fast ohne Einschränkungen führen und ihre Kinder aufwachsen sehen können, sagt der Mediziner. Bisher galten diese Erkrankten als inoperabel.

Lasern bei Lungenkrebs geht nur im Frühstadium

Die Behandlung wird auch von deutschen Krankenkassen bezahlt. Rolle erklärt, dass sich die Operationsmethode vorwiegend für Menschen eignet, die an Primärtumoren in Nieren, Brust, Dickdarm oder an Schwarzem Hautkrebs leiden und deren Tumore Metastasen in die Lunge gestreut haben, erklärt Rolle. Bis zu 25 Prozent der Metastasen werden erst während der Operation entdeckt. Die Ärzte entdecken bei entlüfteter Lunge selbst winzige Knoten und können diese sofort entfernen oder verdampfen. Der eigentliche Lungenkrebs kann mit den Hochleistungslasern aber nur dann behandelt werden, wenn er in einem sehr frühen Stadion erkannt wird. Meist wird jedoch Lungenkrebs sehr spät entdeckt, sodass große Tumore dann nach herkömmlichen Verfahren entfernt werden müssen, wobei viel gesundes Lungengewebe oder einer der fünf Lungenlappen komplett verloren geht.

Überlebensrate laut Klinik über dem Durchschnitt

Laut dem Chefarzt liegt die Überlebensrate der mit der Lasermethode operierten Patienten nach fünf Jahren über dem Durchschnitt. Zudem hätten etliche Patienten auch zehn Jahre nach der OP keine neuen Metastasen gebildet und gelten als geheilt. Die meisten Patienten, die nach der OP durchschnittlich zwei Wochen in der Klinik bleiben, erreichen nach sechs Monaten wieder 80 Prozent ihrer früheren Lungenleistung und spüren damit keine Beeinträchtigungen.

Zeitersparnis als Vorteil für Mediziner

Professor Hans Hoffmann aus Heidelberg erklärt im Namen der Deutschen Krebsgesellschaft, dass die Entfernung von Metastasen aus der Lunge mittels Laser einen anerkannten Stellenwert als Operationsmethode hat. Vorteile bringen die Laser vor allem bei sehr tief im Lungengewebe gelegenen Metastasen. Bei Metastasen am Rand der Lunge - und dies sind die häufigeren Lokalisationen - gibt es medizinisch aber gleichwertige alternative Verfahren.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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