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Brustkrebs: Kann Gentest die Chemotherapie ersparen?

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Brustkrebs: Kann Gentest die Chemotherapie ersparen?

26.07.2012, 17:40 Uhr | jb (CF)

Brustkrebs: Kann Gentest die Chemotherapie ersparen?. Diagnose Brustkrebs - Gibt ein Gentest bald Auskunft, ob eine Chemotherapie nötig ist? (Quelle: imago)

Diagnose Brustkrebs - Gibt ein Gentest bald Auskunft, ob eine Chemotherapie nötig ist? (Quelle: imago)

Brustkrebs ist bei Frauen die am häufigsten diagnostizierte Krebsart. Für die meisten Patientinnen folgt nach der Diagnose die Entfernung des Tumors und daraufhin eine Chemotherapie, die mit unangenehmen Nebenwirkungen verbunden ist. Mithilfe eines neu entwickelten Gentests soll nun das Rückfallrisiko von Krebspatientinnen errechnet werden. Dadurch könnten mehr Patientinnen möglicherweise auf eine Chemotherapie verzichten. Hierzu wird zur Zeit eine Studie durchgeführt. In unserer Fotoshow zeigen wir Ihnen Risikofaktoren für Brustkrebs und geben Tipps zur Früherkennung.

57.000 Frauen erkranken jährlich an Brustkrebs

Nach Informationen des Robert-Koch-Instituts fallen jährlich rund 18.000 Frauen Brustkrebs zum Opfer. 57.000 erkranken jedes Jahr neu daran, berichtet die "Welt". Zur Behandlung zählt zum einen die operative Entfernung des Tumors, zum anderen folgt im Anschluss für viele Patientinnen eine Chemotherapie, die das Rückfallrisiko minimieren soll. Nur 20 Prozent der betroffenen Frauen können derzeit laut "Ärztezeitung" als Patienten mit geringem Rückfallrisiko identifiziert werden und somit auf eine Chemotherapie verzichten. Die Chemotherapie ist bei allen Krebserkrankungen wichtiger Bestandteil der Behandlung. Dabei werden sogenannte Zystostatika verabreicht, die die Vermehrung von Krebszellen hemmen. Diese Zystostatika werden umgangssprachlich zu recht auch Zellengift genannt, denn die Nebenwirkungen für den Körper sind mitunter sehr sehr stark.

Pilotphase im Rheinland und in Hamburg

In einer Studie der „Westdeutschen Studiengruppe“ soll jetzt ein Gentest diese Quote auf 50 Prozent steigern. Sie findet seit April 2012 in Zusammenarbeit mit der AOK Rheinland/Hamburg und insgesamt zwölf Brustkrebszentren im Rheinland und in Hamburg statt, "Damit wären wir in der Behandlung definitiv eine Generation weiter", sagte die Medizinische Leiterin der WSG Professor Ulrike Nitz“, wie die „Ärztezeitung“ berichtet.

Die Kosten für den 3.000 Euro teuren Gentest für die geplanten 400 Probandinnen übernimmt die AOK für ihre Versicherten. Geplant ist eine spätere bundesweite Ausweitung der Studie mit 4.600 Frauen. (Mammografie: Die Brustkrebsvorsorge)

Gentest: Einteilung in Risikogruppen

Ziel der Studie ist es, die Therapie bei Brustkrebspatientinnen zu optimieren. Dafür arbeitet die "WSG" mit dem US-Unternehmen Genomic Health zusammen, Hersteller eines Multi-Gentests. Vor der operativen Entfernung des Krebsgewebes erhalten die Patienten eine dreiwöchige Antihormontherapie. Das bei der dann folgenden Operation entnommene Gewebe wird anschließend von Genomic Health daraufhin untersucht, ob die Brustkrebspatientin auf diese Therapie anspricht, berichtet die "Ärztezeitung". Entscheidend ist, wie stark das Zellwachstum durch die Antihormontherapie reduziert werden konnte.

Untersucht werden bei diesem Test insgesamt 16 Brustkrebs-Gene und fünf Referenzgene, so die "Welt". Bei einem errechneten geringen oder mittleren Rückfallrisiko können die Patienten in Absprache mit dem behandelnden Arzt entscheiden, ob Sie auf eine Chemotherapie verzichten möchten und stattdessen mit einer weniger belastenden Antihormontherapie behandelt werden wollen. Bei fast allen Brusttumoren ist das Wachstum abhängig von weiblichen Hormonen wie Östrogen oder Progesteron. Mit der Antihormontherapie wird also einem Wiederauftreten der Erkrankung entgegengewirkt. Die Behandlung selbst ist nicht mit so vielen und starken Nebenwirkungen verbunden wie eine Chemotherapie, dauert mit fünf bis zehn Jahren Behandlungsdauer dafür allerdings deutlich länger. (Brustkrebs: Wie kann eine Therapie aussehen?)

Kritik am Gentest

Es gibt allerdings auch Kritiker der Gentest-Studie. Der Brustkrebs-Experte Professor Michael Untch, Leiter eines Brustzentrums am Helios-Klinikum Berlin-Buch, äußert in einem Bericht der  "Welt": "Es gibt keine Evidenz, dass dieser Test prospektiv eingesetzt den Patientinnen eine Chemotherapie ersparen kann.“ Außerdem sei der Gentest nach Aussagen des Bundesverbandes Deutscher Pathologen mit 3.000 Euro zu teuer, berichtet die "Ärztezeitung". Zudem würde man es begrüßen, wenn die Auswertung des Gentests nicht in den USA, sondern in Deutschland vorgenommen würde.

Die entsprechenden Gentest sind bereits seit einigen Jahren auf dem Markt, gehören allerdings noch nicht zu Kassenleistungen und sind recht teuer. Da aktuell für die Studie noch Testpersonen rekrutiert werden, wird es konkrete Ergebnisse erst in einigen Jahren geben. (Brustkrebsoperation: Was Sie wissen sollten)

Teilnahme an der Studie

Laut Hamburger Abendblatt können nicht alle Patientinnen mit Brustkrebs an der Studie teilnehmen. Die Frauen sollten zwischen 18 und 75 Jahre alt sein und der Krebs muss zum ersten mal aufgetreten sein. Zudem dürfen sie keine Metastasen und keinen inflammatorischen Brustkrebs haben. ANsonsten können sich alle Patientinnen an der Studie beteiligen, wenn sie einen Gentest durchführen lassen. Die AOK Rheinland/Hamburg übernimmt die Kosten für diesen Test im Rahmen der Studie und weitere Kassen könnten diesem Beispiel noch folgen.

Die Teilnahme an der Studie schließt auch nicht aus, zur Sicherheit doch eine Chemotherapie zu machen. Diese kann für die Behandlung sogar von höchster Bedeutung sein und Leben retten. Sie sollten sich also ausführlich von ihren Ärzten beraten lassen und genau abwägen, wie Sie vorgehen. Schließen Sie die Chemotherapie jedoch nicht von vorneherein aus.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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