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Krebs: Tumore werden bei Mammografie meist in günstigem Stadium entdeckt.

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Brustkrebs-Screening  

Mammografie erkennt Tumoren meist in günstigem Stadium

21.02.2014, 09:06 Uhr | Cinthia Briseño, Spiegel Online

Krebs: Tumore werden bei Mammografie meist in günstigem Stadium entdeckt.. Krebs: Viele Frauen wissen nicht, wie effektiv ein Brustkrebs-Screening wirklich ist. (Quelle: dpa)

Viele Frauen wissen nicht, wie effektiv ein Brustkrebs-Screening wirklich ist. (Quelle: dpa)

Es ist eine erste Bilanz des deutschen Brustkrebs-Screenings: Die erkannten Tumoren sind in den meisten Fällen noch klein - und haben gute Therapieprognosen. Dennoch sind viele Frauen nicht ausreichend über Risiken und Nutzen der Mammografie informiert.

Es ist ein Forumsbeitrag, der das Dilemma vieler Frauen verdeutlicht: "Kann eine Mammografie das Brustkrebsrisiko wirklich senken?", fragt "weibchen38" dort. Eine scheinbar einfache Frage. Weiter schreibt die Userin: "Neulich habe ich in einem Prospekt über Brustkrebs gelesen, dass das Brustkrebsrisiko durch Mammografie stark gesenkt werden kann." Daraufhin habe sie ihren Arzt befragt. Dieser aber habe nur gesagt, dass eine Mammografie nach den neuesten Studien nicht viel bringe. "Ich als medizinischer Laie bin etwas überfordert... Was meint ihr?"

Etlichen Frauen geht es mit der Röntgenuntersuchung wie "weibchen38". Und nicht nur ihnen, wie der Eintrag zeigt: Auch Ärzte streiten seit Jahren darüber, was beim Mammografie-Screening überwiegt: der Nutzen - oder die Risiken?

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"Auf dem richtigen Kurs"

Eine Antwort darauf sollen Studien bringen. Doch deren statistische Interpretation ist höchst komplex und liefert bisher keine eindeutige Pro- oder Contra-Antwort. Die Kooperationsgemeinschaft Mammografie hat jetzt erstmals eine Zwischenbilanz über das deutsche Screening-Programm veröffentlicht. Darin gibt sich die Organisation, die die Reihenuntersuchung koordiniert, positiv: "Wir haben nun Gewissheit, dass das deutsche Screening auf dem richtigen Kurs ist", sagt Tatjana Heinen-Kammerer, Geschäftsstellenleiterin der Kooperationsgemeinschaft, laut einer Pressemitteilung.

Dem Bericht zufolge sind deutschlandweit 17.500 Karzinome innerhalb eines Jahres durch das Mammografie-Screening entdeckt worden - viele davon in einem sehr frühen Stadium: 80 Prozent der Tumoren waren demnach kleiner als zwei Zentimeter, 78 Prozent der Karzinome hatten die Lymphknoten noch nicht befallen. "Damit haben die Karzinome heute eine deutlich bessere Therapieprognose als vor Einführung des Screenings", heißt es.

Für den Jahresbericht hatten Mediziner die Daten von 2,7 Millionen Untersuchungen ausgewertet. 2005 wurde das Screening-Programm in Deutschland eingeführt, seit 2009 wird es flächendeckend an 400 Standorten durchgeführt. Frauen zwischen 50 und 69 Jahren erhalten schriftliche Einladungen zum Screening. Alle zwei Jahre haben sie Anspruch auf die Früherkennungsuntersuchung, die von der Krankenkasse bezahlt wird.

Das Problem: Noch können die zahlreichen Studien nicht eindeutig belegen, dass die Brustkrebssterblichkeit durch das Screening wirklich sinkt. Auch die aktuelle Auswertung der Kooperationsgruppe kann das anhand der momentanen Datenlage nicht. "In Deutschland werden wir frühestens 2018 etwas darüber sagen können", sagt Alexander Katalinic vom Institut für Krebsepidemiologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, der an der Auswertung beteiligt ist.

Eine Frage der Lebensqualität anstatt der Sterblichkeit

Katalinic zählt zu jenen Experten, die dafür plädieren, das Mammografie-Screening nicht anhand der Brustkrebssterblichkeit zu beurteilen. Sondern vielmehr daran, welchen Vorteil an Lebensqualität die Untersuchung den betroffenen Frauen bringt. "Wir diskutieren viel über die Brustkrebsmortalität", sagt Katalinic. "Dabei ist die Fünfjahres-Überlebensrate in den vergangenen Jahren stetig gestiegen." 87 Prozent der Frauen mit Brustkrebs überleben inzwischen die Diagnose um mindestens fünf Jahre.

Die Kritik an Mammografie-Screenings aber ebbt nicht ab: Jüngst hatte eine weitere großangelegte Studie aus Kanada die Nachteile der Röntgenuntersuchung deutlich gemacht. Demnach wird das Leben von zu wenigen Frauen gerettet, und zu viele Frauen nehmen durch unnötige Therapien wie Bestrahlung oder Chemotherapie Schaden. Es ist nicht die erste Studie mit so einem Ergebnis, weshalb einige Gesundheitsexperten sogar eher davon abraten, an Screening-Programmen teilzunehmen.

Einer von ihnen ist der Berliner Psychologe Gerd Gigerenzer, der die Art erforscht, wie Menschen ihre Entscheidungen treffen. "Jeder sollte um die Vor- und Nachteile wissen", sagte er einmal in einem SPIEGEL-Interview. "Leider aber sind zum Beispiel die deutschen Frauen in Sachen Mammografie europaweit am dürftigsten informiert."

Tatsächlich offenbarte auch eine vor kurzem veröffentlichte Umfrage der Barmer GEK und der Bertelsmann Stiftung, dass offenbar jede zweite Frau falsch oder unzureichend über die Früherkennung von Brustkrebs und das Mammografie-Screening informiert ist. Vielen Frauen ist beispielsweise nicht bewusst, dass das Mammografie-Screening eine Früherkennungs- und keine Vorsorgeuntersuchung ist. Vor Brustkrebs schützen kann sie also nicht.

Um zu verdeutlichen, welchen Nutzen - aber auch welche Risiken - die zweijährige Mammografie hat, gibt es inzwischen von der Kooperationsgemeinschaft Grafiken (siehe Bilderstrecke), die anschaulich erklären, wo die Medizin auch heute noch steht: Eine Mammografie kann zu unnötigen Therapien führen. Frauen können auch ohne Mammografie eine Brustkrebsdiagnose überleben. Eine Mammografie kann aber auch Leben retten.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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