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Krebs: Das Metabolische Syndrom begünstigt viele Krebsarten

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Tumorforschung  

Das Metabolische Syndrom erhöht das Krebsrisiko

26.02.2014, 13:35 Uhr | ag

Krebs: Das Metabolische Syndrom begünstigt viele Krebsarten. Falsche Ernährung und Bewegungsmangel führen zu Übergewicht und steigern das Risiko für das Metabolische Syndrom. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Falsche Ernährung und Bewegungsmangel führen zu Übergewicht. Damit steigt das Risiko für das Metabolische Syndrom. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Übergewicht ist ein weltweites Problem, von dem laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1,6 Milliarden Menschen betroffen sind. Kommen Bluthochdruck, hohe Blutzucker- und Cholesterinwerte dazu, spricht man vom Metabolischen Syndrom. Jeder vierte Deutsche wird im Laufe seines Lebens daran erkranken, schätzen Experten. Damit verbunden ist nicht nur ein erhöhtes Risiko für Diabetes, Gefäßerkrankungen und Herzinfarkt. Auch die Gefahr, an Krebs zu erkranken, steigt.

"Der Komplex Fehlernährung, Übergewicht und Metabolisches Syndrom wird sich voraussichtlich in den nächsten Jahren zu einem wesentlichen Risikofaktor für Krebs entwickeln“, sagt Professor Otmar Wiestler, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Krebsforschungsinstituts (DKFZ).

Übergewicht begünstigt zahlreiche Krebsarten

Die Zusammenhänge zwischen einem hohen Body Mass Index (BMI) und dem Risiko, an Krebs zu erkranken, sind durch Studien belegt. Eine Untersuchung der Harvard-Universität schreibt Übergewicht und Fettleibigkeit einen Anteil von zehn Prozent bei Männern und 15 bis 20 Prozent bei Frauen am Gesamtkrebsrisiko zu. Dies betrifft vor allem Brustkrebs nach den Wechseljahren, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Darmkrebs, Leber- und Speiseröhrenkrebs sowie Karzinome der Gebärmutter.  

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Möglicherweise stehen noch weitere Tumorarten wie Gallenblasen- und Schilddrüsenkrebs in direktem Zusammenhang mit Übergewicht, bestätigt Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformatinsdienstes (KID).

Gefährliche Entzündungszellen im Fettgewebe

Doch welcher Mechanismus steckt dahinter, dass gesunde Zellen mit zunehmendem  Körpergewicht leichter entarten? Und welche Rolle spielt das Metabolische Syndrom dabei? Der Molekularforscher Stephan Herzig vom DKFZ sucht nach Antworten auf diese Fragen. In der Stoffwechselstörung, die mit dem Metabolischen Syndrom einhergeht, sieht er eine Erklärung: "Dadurch werden entzündliche Prozesse im Fettgewebe des Bauchraums gefördert", so der Experte.

Speichert der Körper viel Fett, vergrößern sich vor allem die Fettzellen des tiefliegenden Bauchfetts, die wiederum entzündungsfördernde Substanzen freisetzen. In diesem Sinne sei Übergewicht eine Art "chronischer Entzündungszustand“, so Herzig. Das habe gravierende Folgen. Denn: "Entzündungsvorgänge  können das Tumorwachstum verstärken.“

Insulin als Wachstumsfaktor für Tumore

Herzig weist noch auf einen weiterer Faktor hin, der schwerwiegende Folgen hat: "Übergewicht führt zu einer Insulinresistenz. Der Körper versucht das zu kompensieren, indem er immer mehr Insulin ausschüttet.“ Die Folge sei ein dauerhaft hoher Insulinspiegel. Warum dieser gefährlich ist, erklärt der Experte folgendermaßen: "Insulin ist nicht nur ein Hormon, das Blutzucker senkt. Es ist auch ein Wachstumsfaktor, der die Zellteilung ankurbelt und so zu einem schnellerem Tumorwachstum führen kann.“

Da eine gesteigerte Insulinausschüttung eine der häufigsten Begleiterscheinung von Fettleibigkeit (Adipositas) ist, steht den Tumorzellen hier besonders viel "Treibstoff" zur Verfügung.

Hormone steigern die Aktivität von Krebszellen

Hinzu kommen bei Patienten mit Metabolischem Syndrom vermutlich weitere hormonelle Fehlsteuerungen, die ebenfalls das Tumorwachstum fördern. Eine wichtige Rolle hierbei spielen die Fettgewebshormone Leptin und Adiponektin. Sie beeinflussen nicht nur den Fett- und Zuckerstoffwechsel, sondern beschleunigen auch das Zellwachstum. Studien belegen, dass Leptin auf verschiedene Tumorzellen, unter anderem Brust- und Darmkrebs, wachstumsfördernd wirkt und darüber hinaus die Aktivität der Krebszellen steigert. 

Vorbeugen durch die richtige Ernährung

Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Dem Metabolischen Syndrom kann man vorbeugen. Da  Übergewicht in den meisten Fällen am Anfang steht, ist eine fettarme Ernährung, die reich an Vitaminen und Ballaststoffen ist, ratsam. Wichtig ist zudem viel Bewegung. Wer abnimmt, kann auch die andere Risikofaktoren minimieren: So senken schon fünf bis sieben Prozent weniger Körpergewicht das Diabetesrisiko um 60 Prozent. Außerdem sollte man regelmäßig seine Blutdruck- und Blutzuckerwerte kontrollieren. Fallen diese ungünstig aus, sollten Betroffene zum Arzt gehen und ihre Blutwerte untersuchen lassen.  

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