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Fische gegen Krebs  

Diagnose Brustkrebs - eine Frau erzählt

22.10.2014, 19:29 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Fische gegen Krebs. Sonja Funke hat ihre Erlebnisse vom Kampf gegen Krebs aufgeschrieben.  (Quelle: Sonja Funke/ privat)

Sonja Funke hat ihre Erlebnisse vom Kampf gegen Krebs aufgeschrieben. (Quelle: Sonja Funke/ privat)

Sonja Funke ist 37 Jahre alt, als sie die Diagnose Brustkrebs erhält. Die Erkrankung zieht ihr den Boden unter den Füßen weg, weckt aber auch ihren Kampfgeist: "Das hier ist meine Brust. Du hast da nichts verloren", so ihre deutliche Ansage an den Krebs. In ihrem Buch "Fische gegen Krebs" (Herder-Verlag, 19,99 Euro) schreibt sie schonungslos und authentisch über ihre Erfahrungen mit der Krankheit.

Die Diagnose Brustkrebs kommt unerwartet. Funke fühlt sich vollkommen gesund. Während einer Früherkennungsuntersuchung der Brust zögert ihr Arzt kurz, gibt dann aber Entwarnung. Doch sie ist verunsichert und sucht einen weiteren Arzt auf. Mikrokalk habe sich gebildet, sagt dieser zu ihr. Das sei an sich nicht beunruhigend, aber vorsichtshalber entnehme er noch ein Stück Brustgewebe für eine weitere Untersuchung.

Krebstrauma verursacht Erinnerungslücken

"Nun ja. So ein bisschen Mikrokalk kann man ja schon mal haben. Das ist nicht Schlimmes", versucht sich Funke zu beruhigen. Doch dann steht eine Dame im weißem Kittel vor ihr, stellt sich als Leiterin des Brustzentrums vor und teilt ihr mit, dass ein bösartiger Tumor in ihrer Brust wächst. "In meinen Augen sammeln sich Tränen. In meinem Hals wächst ein Kloß. Ich versuche etwas zu sagen. Es geht nicht. Mein Mund klappt nur wieder zu und wieder auf", beschreibt Funke den Moment, in dem sie die Diagnose erhält.

An vieles, was in den Tagen nach der Diagnose geschieht, kann sie sich nicht mehr erinnern. Auch nicht daran, wie sie es ihrer Familie und ihren Freunden gesagt hat. "Aber da sie alle davon wussten und zur Stelle waren, muss ich es wohl gesagt haben", schreibt sie in ihrem Buch. Es dauert drei Jahre, bis Funke genug Abstand gewonnen hat, um ihr Erleben am Tag der Diagnose aufschreiben zu können.  

Die Angst ist immer mit dabei

Doch mit dem Schock und der Angst, die Brust zu verlieren oder gar zu sterben, erwacht auch der Wille zu kämpfen. "Das ist MEINE Krankheit, und ich behalte die Fäden in der Hand", so ihr Ziel. Nicht nur die Operationen selbst, auch die anschließende Chemo- und Strahlentherapie schwächen ihren Körper. Die ausfallenden Haare machen Funke ebenso zu schaffen wie Verdauungsprobleme, Schmerzen, Übelkeit, trockene Haut und Nasenbluten. Und immer schwingt die Angst mit, dass der Krebs sich noch irgendwo in ihrem Körper verstecken könnte.

Diese Sätze wollen Krebskranke niemals hören

Auch die Reaktionen von menschlicher Seite setzen ihr oft zu und machen sie wütend und traurig. Sie kann es nicht fassen, wie unsensibel ihre Umwelt häufig auf ihre Erkrankung reagiert. "Völlig wurscht, ob mich ein Kollege, eine Perückenverkäuferin, eine Apothekerin oder wer auch immer als Nächstes mit Schnappatmung schachmatt setzt – ich brauche eine Strategie, um mir das Gesagte nicht so zu Herzen zu nehmen", schreibt sie und beginnt, die verletzenden Sprüche zu sammeln.

Die Hitliste der dümmsten Sprüche ist ihre Art, mit Humor an die Sache heranzugehen. Darunter finden sich Sätze wie: "Also – für mich wär das nix!", "Meine Tante ist auch daran gestorben" und "Sie haben Krebs? Wo denn?".

Blaue Fische gegen den Krebs

Ihren Kampfgeist lässt sich Funke trotz Verzweiflung und Ängsten nicht nehmen. Hoffnung und Kraft zieht sie aus der Unterstützung von Familie, Freund und Freunden: "Glücklich sein. Dem Krebs zum Trotz. Ihm zeigen, dass er mit mir nicht machen kann, was er will. Dass ich mich nicht unterkriegen lassen werde. Dass noch immer ich bestimme, wo es langgeht – und dass ich Spaß am Leben habe." Das ist, was sie sich und der Krankheit beweisen möchte. Dieser Leitsatz gibt ihr die Kraft durchzuhalten.

Im Laufe der Chemotherapie beginnt sie, sich vorzustellen, dass mit den Medikamenten auch kleine blaue Fische in ihre Venen gespritzt werden, die alle Krebszellen in ihrem Körper auffressen. Durch dieses positive Bild gelingt es ihr, die Chemotherapie trotz starker Nebenwirkungen anzunehmen. Ihre Stärke hat den Krebs zurückgedrängt. Bis heute ist er nicht zurückgekehrt. Ihre Brust konnte erhalten werden.

Ein Buch, das berührt

Die ehrliche Art der Autorin und der schonungslos offene Einblick in die Höhen und Tiefen nach der Krebsdiagnose machen dieses Buch so wertvoll – nicht nur für Patienten, auch für Gesunde. Eindrucksvoll schildert Funke ihren Marathon durch die verschiedenen Untersuchungen und Behandlungen und beschreibt ohne Scham, wie sich ihr Leben durch den Krebs verändert hat. Obwohl man beim Lesen häufig zwischen Traurigkeit und Fassungslosigkeit schwankt, weckt das Buch auch Hoffnungen und macht Mut. Das Motto ist klar: Aufgeben gilt nicht. Es lohnt sich, zu kämpfen. Absolut lesenswert.

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