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Hautkrebs-Vorsorge: Magazin "Kontraste" zweifelt an Screening

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ARD-Sendung "Kontraste"  

Hautkrebs-Screening zeigt offenbar keine Wirkung

18.04.2015, 13:58 Uhr | cme

Hautkrebs-Vorsorge: Magazin "Kontraste" zweifelt an Screening. Versicherte können ab 35 Jahren alle zwei Jahre die Hautkrebs-Früherkennung in Anspruch nehmen.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Versicherte können ab 35 Jahren alle zwei Jahre die Hautkrebs-Früherkennung in Anspruch nehmen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wer über 35 ist, sollte alle zwei Jahre zur Hautkrebs-Früherkennung gehen. So sehen es die Vorsorgeprogramme der Krankenkassen vor. Jährlich nehmen ungefähr acht Millionen Versicherte das Angebot an. Doch die Untersuchung bringt offenbar nicht so viel wie gedacht. Das berichtet das ARD-Politikmagazin "Kontraste". Denn obwohl die Krankenkassen seit 2008 die kostenlose Vorsorgeuntersuchung anbieten, hat sich die Sterblichkeitsrate nicht verändert.

Dem Sender liegt nach eigenen Angaben das erste Gutachten zum Hautkrebsscreening in Deutschland vor. Es wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen in Auftrag gegeben, um die Auswirkungen der Hautkrebsvorsorge zu überprüfen.

Es werden vor allem harmlose Tumore entdeckt

So wurden seit 2008 dem Gutachten zufolge zwar etwa 25 Prozent mehr Hautkrebs-Diagnosen gestellt, doch 50 Prozent der entdeckten Tumore seien sogenannte Krebsvorstufen. Bei diesen ist nicht klar, ob sie die Betroffenen je gesundheitlich beeinträchtigt hätten. Dagegen starben fünf Jahre nach Einführung des Screening immer noch genauso viele Menschen an einem Melanom wie vor 2008.

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Gehen Sie regelmäßig zum Hautkrebs-Screening?

"Viele Menschen werden dadurch unnötig mit einer Krebsdiagnose belastet", kritisierte Professor Hans-Werner Hense, Leiter des Krebsregisters Münster in der Sendung.

Die tödlichen Melanome "verpassen wir immer noch"

Der Dermatologe Professor Reinhard Dummer vom Universitätsspital in Zürich erklärte gegenüber "Kontraste" die Gründe für die unveränderte Sterblichkeit. So würden gerade die schnell wachsenden und gefährlichen schwarzen Melanome durch die Früherkennung meist nicht gefunden.

Es sei reiner Zufall, ob sie gerade beim Früherkennungstermin auftreten: "Die Melanome, die zum Tod führen, das sind meist dicke Melanome, und die verpassen wir immer noch trotz Früherkennungsprogrammen".

Untersuchung wiegt die Menschen in falscher Sicherheit

Und noch ein Problem zeigt das Gutachten auf: Die Untersuchung wiegt die Menschen offenbar in falscher Sicherheit. "Es besteht die Gefahr, dass Patienten denken: 'Da ist zwar eine Veränderung, aber da muss ich mich jetzt erstmal nicht drum kümmern'", sagte Hense. Da könne sogar eine negative Wirkung entstehen.

Kein Beleg für den Nutzen des Screenings

Der Leiter des Instituts zur Qualitätssicherung und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG), Prof. Jürgen Windeler, kritisierte in der Sendung, dass das Screening-Programm 2008 ohne Beleg für den Nutzen eingeführt wurde: "Deutschland ist das einzige Land der Welt, das trotz völlig ungeklärter Beweislage das Hautkrebscreening eingeführt hatte."

Das Früherkennungsprogramm war 2008 auf Druck der Haut- und Hausärzte durchgesetzt worden. Für jedes Screening können die Ärzte rund 22 Euro pro Patient zusätzlich abrechnen. Die Kosten der Krankenkassen allein für die Vorsorgeuntersuchungen belaufen sich auf mindestens 130 Millionen Euro jährlich. Weitere Kosten entstehen durch Einzelverträge der Krankenkassen mit Ärzteverbänden.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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