Sie sind hier: Home > Gesundheit > Krankheiten & Symptome >

Lungenkrebs: Mehr Frauen sterben an Folgen des Rauchens

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Hoher Tabakkonsum  

Mehr Frauen sterben an Folgen des Rauchens

29.05.2015, 11:36 Uhr | t-online.de, dpa

Lungenkrebs: Mehr Frauen sterben an Folgen des Rauchens. Hohe psychologische Abhängigkeit: Viele Frauen greifen zur Zigarette, um sich zu entspannen. (Quelle: dpa)

Hohe psychologische Abhängigkeit: Viele Frauen greifen zur Zigarette, um sich zu entspannen. (Quelle: dpa)

Immer mehr Frauen in Deutschland sterben an den Folgen des Rauchens. An Krebserkrankungen, die mit Tabakkonsum in Verbindung gebracht werden können, starben im Jahr 2013 nach Angaben des Statistischen Bundesamts 15.370 Frauen. Im Jahr 2005 waren es mit 11.870 Frauen noch wesentlich weniger.

"Während bei Männern der Nikotinkonsum langsam abfällt, nimmt er bei Frauen zu", sagt Michael Thomas, Chefarzt der Abteilung Onkologie an der Thoraxklinik-Heidelberg. Auf die Folgen dieses Lasters macht auch der Weltnichtrauchertag am 31. Mai aufmerksam. Zu den tabakbedingten Krebserkrankungen gehören Lungen- und Bronchialkrebs und Kehlkopf- und Luftröhrenkrebs.

Rauchen fördert auch Herz-Kreislauferkrankungen

Allein Bronchien- und Lungenkrebs sei 2013 für 15.129 Frauen tödlich gewesen. Es war die siebthäufigste Todesursache bei Frauen. Falls sich die Entwicklung fortsetze, werde diese Diagnose künftig häufiger auftreten als Brustkrebs, schreiben die Statistiker. Sie hatten nur die tabakbedingten Krebserkrankungen berücksichtigt.

Es müsse aber davon ausgegangen werden, dass viele Herz-Kreislauferkrankungen - nach wie vor Todesursache Nummer eins - auch auf das Rauchen zurückgeführt werden könnten.

Mehr Tote durch Lungenkrebs als durch Brustkrebs

Weltweit betrachtet sterben inzwischen sogar mehr Frauen an Lungen- als an Brustkrebs. Laut einem Bericht von Wissenschaftlern anlässlich des Weltkrebstages (American Cancer Society und International Agency for Research on Cancer) starben 2012 in den Industrieländern rund 210.000 Frauen an Lungenkrebs. Bei Brustkrebs waren es etwa 198.000 Tote.

Bei Männern steht sowohl in Industrie- als auch in Entwicklungsländern Lungenkrebs an der Spitze der Statistik. "Die Frauen lagen beim Rauchen zwar immer hinter den Männern, haben sich ihnen aber immer weiter angenähert", sagt die Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), Martina Pötschke-Langer.

Allerdings rauchen inzwischen weniger junge Leute. So stieg der Anteil der Nichtraucher in den jüngeren Altersgruppen zwischen 2005 und 2013 um zehn Prozentpunkte. Bei den 15- bis 19-jährigen Männern verzichten 84 Prozent aufs Qualmen, bei den gleichaltrigen Frauen sind es 89 Prozent.

Sterberate durch Lungentumore wird weiter steigen

Sorge bereiten den Wissenschaftlern vor allem die Frauen mittleren Alters: Bei den 25- bis 69-Jährigen sei das Rauchverhalten sehr stabil - es liege bei etwa einem Drittel. Das DKFZ schlägt deshalb Alarm: "Die Frauen, die zwischen 1935 und 1960 geboren wurden, haben im Rauchverhalten einen enormen Schub nach oben getan", sagt Pötschke-Langer. "Das sind die Frauen, die jetzt die tabakbedingten Erkrankungen bekommen - die Hälfte eines Jahrgangs davon hat regelmäßig im Leben geraucht."

Eine Trendwende hält die DKFZ-Expertin - bei optimistischer Schätzung - erst in 20 Jahren für möglich. "Die Lungenkrebssterblichkeit wird mit Sicherheit im nächsten Jahrzehnt bei den Frauen noch weiter ansteigen, weil jetzt auch die geburtenstarken Jahrgänge dazukommen."

Nur eine von fünf Frauen überlebt Lungenkrebs

Ein Problem sind auch die geringen Heilungschancen bei Lungenkrebs. Während die Wissenschaft bei Brustkrebstherapien Erfolge verbucht, ist sie bei Lungentumoren noch nicht so weit. "Beim Lungenkrebs kommen die Beschwerden sehr spät, auch die Diagnose wird meistens zu spät gestellt," erklärt Pötschke-Langer.

Langfristig überlebt dem Onkologen Thomas zufolge nur eine von fünf Frauen die Krankheit. "Wenn der Lungenkrebs in einem sehr frühen Stadium erkannt wird, hat man eine Chance von bis zu 70 Prozent, die Patienten zu heilen." Doch die Krankheit bleibe lange unauffällig und führe erst relativ spät zu Schmerzen.

Kritik an Zigaretten-Werbung

Um die Lungenkrebssterblichkeit zu senken, fordert Pötschke-Langer umfassende Gesetzesänderungen, etwa ein Verbot von Tabakwerbung. "Frauen werden Zigaretten besonders durch spezielle Zusatzstoffe schmackhaft gemacht. Bei bestimmten Marken ist auch das Produktdesign sehr weiblich, zum Beispiel bei Mentholzigaretten oder bei der ganzen Palette der ehemalig als 'light' bezeichneten Zigaretten."

Für sehr wirksam hält Pötschke-Langer Steuererhöhungen, wie es vor zehn Jahren der Fall war. Bei Mädchen seien so gemeinsam mit Nichtraucherschutzgesetzen und öffentlichen Debatten schon Erfolge erzielt worden.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Kunst aus Körperteilen: 
Das ist der gruselige Puppen-Sammler

Sein Balkon in Caracas ist ein Museum der Puppenköpfe Video

Anzeige
Arztsuche 
Einen guten Arzt finden

Hier finden Sie Haus- und Fachärzte in Ihrer Nähe. Arztsuche


Shopping
Shopping
Unglaubliche Auswahl: Ihre Nr. 1 für Boxspringbetten

Bequeme Betten in allen Größen zu kleinen Preisen. Riesenauswahl entdecken bei ROLLER.de.

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILBabistadouglas.deKlingel.de

 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Meistgesuchte Themen A bis Z

Anzeige
shopping-portal