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So tückisch ist Leberkrebs

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So tückisch ist Leberkrebs  

Zwei Krebsformen können die Leber befallen

28.08.2015, 19:29 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

So tückisch ist Leberkrebs. Leberkrebs bereitet im Anfangsstadium kaum Symptome. (Quelle: Illustration Thinkstock by Getty-Images)

Leberkrebs bereitet im Anfangsstadium kaum Symptome. (Quelle: Illustration Thinkstock by Getty-Images)

Leberkrebs wird oft erst spät erkannt. Das kranke Organ schmerzt nicht, sondern sendet lediglich unspezifische Warnsignale. Doch wie kann man überhaupt feststellen, ob die Leber gesund ist oder nicht? Wir haben eine Krebsexpertin gefragt, wer seine Leber einem Check unterziehen sollte und auf welche Symptome man achten sollte.

Es gibt zwei Arten von Tumoren, die sich in der Leber bilden können. Beim Leberzellkarzinom hat der Tumor seinen Ursprung in der Leber selbst, er geht von den Leberzellen aus. Diese Krebsart ist selten. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts erkranken hierzulande jedes Jahr etwa 8.400 Menschen.

Zwei Krebsformen können die Leber befallen

Weitaus häufiger kommen sogenannte Lebermetastasen vor. Hierbei handelt es sich um gestreute Krebszellen, die ihren Ursprung in einem anderen Organ des Körpers haben. "Im Durchschnitt sind bei drei bis vier von zehn Krebserkrankungen Lebermetastasen zu erwarten. Die häufigsten Ursprungstumoren von Lebermetastasen sind Lungen-, Brust-, Darm- und Gebärmutterkörperkrebs", erklärt Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ).

Risikogruppen müssen regelmäßig zum Check

Alle sechs Monate zum Leber-Check: So lautet die Empfehlung von Ärzten für sogenannte Risikogruppen. Dazu zählen unter anderem Menschen mit einer bereits bestehenden Lebererkrankung, einem Alkoholproblem oder einer Infektion mit Hepatitis B oder C. Die Untersuchung erfolgt per Ultraschall und Blutabnahme.

"Eine flächendeckende Leberkrebs-Früherkennung ist nicht sinnvoll"

Für alle anderen gibt es solche regelmäßigen Maßnahmen nicht. Aber warum? "Es ist nicht nötig, Menschen mit einem gesunden Lebensstil, die nicht zu den Risikogruppen zählen, immer wieder zu untersuchen. Denn die Leber wird selten einfach so krank. Meist geht einer Krebserkrankung eine Leberzirrhose voraus", erklärt die Expertin.

Laut Weg-Remers ist der größte Risikofaktor in Deutschland Alkohol, an zweiter Stelle stehen Hepatitis-Viren, besonders B und C, und an dritter Stelle Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes und Übergewicht.

Gegen Hepatitis-Viren impfen lassen

Die Faktoren Alkohol und Übergewicht kann man selbst beeinflussen. Gegen die Viren lautet ihre Empfehlung: "Lassen Sie sich gegen Hepatitis B impfen." Die Impfung kann bereits im Kindesalter vorgenommen werden, ist aber auch für medizinisches Personal, Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern und Drogenabhängigen sinnvoll.

Gegen Hepatitis C gibt es keine Impfung. "Man kann sich schützen, indem man beim Sex Kondome benutzt und außerdem Kontakt mit infiziertem Blut oder infizierten Instrumenten meidet. Bei geplanten Operationen, bei denen ein großer Blutverlust erwartet wird, kann man zum Beispiel die Möglichkeiten zur vorherigen Eigenblutspende abklären. Und natürlich muss eine Drogenabhängigkeit adäquat behandelt werden", erklärt Weg-Remers.

Bei Übergewicht und regelmäßigem Alkoholkonsum zum Arzt

Laut der Krebsexpertin macht es dann Sinn, seine Leber untersuchen zu lassen, wenn man stark übergewichtig ist und erhöhte Blutzuckerwerte hat – oder bereits ein Diabetes besteht. Auch wer fast täglich Alkohol trinke, solle an seine Leber denken. 

Finger weg von Selbst-Tests für Zuhause

Wer den Arztbesuch umgehen und lieber zu einem Selbst-Test greifen möchte, sollte allerdings aufpassen. "Ich rate von solchen Tests ab", sagt Weg-Remers. "Zwar sind diese Tests als Medizinprodukte zugelassen und mussten strenge Qualitätskontrollen durchlaufen, aber kein Test ist zu 100 Prozent sicher."

Auch im Zuge der Handhabung können Fehler passieren. Das eigene Zuhause sei kein Labor. Man laufe daher immer Gefahr, ein falsches Ergebnis zu bekommen, so die Expertin. Bei einem Arzt ist man am besten aufgehoben. Er weiß die Werte richtig zu deuten und einzuschätzen und ist bei Fragen der beste Ansprechpartner. Sich allein auf einen Teststreifen zu verlassen, findet Weg-Remers kritisch. "Außerdem müssen Sie bei einem positiven Testergebnis sowieso zum Arzt."

Leber sendet unspezifische Warnsignale

Laut der Expertin können auch unspezifische Symptome wie Oberbauchschmerzen, Appetitlosigkeit, plötzlicher Gewichtsverlust, Müdigkeit und Leistungsabfall ein Hinweis darauf sein, dass mit der Leber etwas nicht stimmt. "Gehen Sie in einem solchen Fall zum Arzt und äußern Sie Ihren Verdacht."

Verschimmeltes Essen immer wegwerfen

Am besten ist es aber, einer kranken Leber vorzubeugen. "Trinken Sie auf keinen Fall täglich und immer nur in sehr geringen Mengen Alkohol, vermeiden Sie Übergewicht, rauchen Sie nicht und lassen Sie sich gegen Hepatitis-Viren impfen", rät Weg-Remers. Und: "Werfen Sie verschimmeltes Essen immer weg. Denn das Gift von Schimmelpilzen, die sogenannten Aflatoxine, erhöhen das Risiko, an Leberzellkrebs zu erkranken."

Kaffee tut der Leber gut

Abschließend hat die Expertin noch eine gute Nachricht für alle Kaffeeliebhaber. Studien haben Hinweise darauf gegeben, dass Kaffee das Risiko einer Lebererkrankung senken kann. Welche Wirkstoffe genau für den schützenden Effekt verantwortlich sind, muss zwar noch erforscht werden, aber: "Mit ein bis zwei Tassen am Tag können Sie aber nichts falsch machen."

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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