Sie sind hier: Home > Gesundheit > Krankheiten & Symptome > Krebs-Erkrankungen >

Macht Milch Krebs?

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Macht Milch Krebs  

Krebsexpertin antwortet auf sieben Ernährungsfragen

03.06.2017, 12:50 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, t-online.de

Macht Milch Krebs?. Krebsexpertin antwortet auf sieben Ernährungsfragen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Das Gerücht, Milch löse Krebs aus, hält sich wacker. Doch was ist wirklich dran? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eine ausgewogene Ernährung kann das Krebsrisiko senken. Ungesunde Ernährungsgewohnheiten hingegen spielen bei der Entstehung vieler Krebsarten eine Rolle. Doch was sind die größten Krebsrisiken auf unserem Teller? Eine Krebsexpertin beantwortet sieben häufige Ernährungsfragen. 

Milch macht Krebs – davon ist so mancher überzeugt. Als Argumente werden die in der Milch enthaltenen Wachstums- und Sexualhormone genannt sowie Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und Schwermetallen. Doch stimmt das? Erhöht Milch wirklich das Krebsrisiko?

Ernährungsfrage eins: Macht Milch Krebs?

Sind Milchprodukte krebserregend? (Quelle: imago/Westend61)Sind Milchprodukte krebserregend? (Quelle: Westend61/imago)

„Es gibt keine Belege dafür, dass eine normale Zufuhr von Milch und Milchprodukten Krebs verursacht“, sagt Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). „Im Gegenteil: Die Qualität von Milch wird streng kontrolliert und das Kuhprodukt gilt als wichtiger Lieferant für Eiweiß und Kalzium. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät, einen Viertelliter fettarme Milch sowie ein bis zwei Scheiben Käse pro Tag zu verzehren. Es gibt sogar Hinweise, dass diese empfohlene Verzehrmenge das Risiko für Darmkrebs senken kann.“

Doch was ist, wenn man dauerhaft deutlich mehr aufnimmt? Übertreiben sollte man es mit dem Verzehr laut der Expertin nicht und Milch sei auch kein Durstlöscher. Zum einen enthalten Milch und Milchprodukte häufig viel Fett und sind damit sehr kalorienreich. Und Übergewicht gilt als bedeutender Krebs-Risikofaktor für Speiseröhren-, Brust-, Gebärmutter- und Nierenzellkrebs. Zum anderen haben Studien gezeigt, dass zu viel des Kuhprodukts das Risiko für Prostatakrebs erhöht.

Ernährungsfrage zwei: Ist Biogemüse mit Blick auf das Krebsrisiko gesünder?

Viele bevorzugen Produkte mit einem Bio-Siegel, machen diese den Unterschied?  (Quelle: imago/M.Stolt)Viele bevorzugen Produkte mit einem Bio-Siegel, machen diese den Unterschied? (Quelle: M.Stolt/imago)

Viele Menschen greifen zu Obst und Gemüse in Bioqualität, in der Hoffnung, schädliche Pestizide zu umgehen. Aber ist konventionelle Ware wirklich so viel schlechter? „Lebensmittel werden in Deutschland streng überwacht, unter anderem von dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) sowie dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)“, so Weg-Remers. „Die regelmäßigen Kontrollen haben gezeigt: Zwischen Bio-Ware und konventionellem Obst oder Gemüse gibt es im Supermarkt keinen nennenswerten Unterschied. Wer „Standard“ isst, hat kein höheres Krebsrisiko als der Bio-Konsument.“

Ernährungsfrage drei: Welchen Einfluss hat Fett auf das Krebsrisiko?

Unser Körper braucht Fett. Es ist ein wichtiger Energielieferant und notwendig, um wertvolle fettlösliche Vitamine wie A, D, E und K aufnehmen zu können. Allerdings fördert eine zu hohe Fettzufuhr Übergewicht und erhöht so auch das Krebsrisiko. Daher sollte die Fettzufuhr 30 Prozent des täglichen Energiebedarfs nicht übersteigen. Außerdem kommt es darauf an, welches Fett man aufnimmt. „Pflanzliche Öle und Fisch enthalten wertvolle mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Tierische Produkte hingegen haben viele ungesunde gesättigte Fette, die das Risiko für verschiedene Krebsarten, darunter Darmkrebs, erhöhen können“, erklärt die Expertin. 

Ernährungsfrage vier: Verursachen Sojaprodukte Brustkrebs?

Zoodles mit Soja-Bolognese. (Quelle: Westend61)Zoodles mit Soja-Bolognese. (Quelle: Westend61)

Wie kritisch sind Sojaprodukte in Hinblick auf das Krebsrisiko? Die Behauptung, dass Soja das Krebsrisiko – insbesondere das Brustkrebsrisiko – erhöht, hält sich hartnäckig. „Wer Soja in normalen Mengen verzehrt, etwa in Form von Sojamilch, Tofu oder Sojajoghurt, braucht kein erhöhtes Krebsrisiko zu befürchten“, sagt Weg-Remers. „Vorsichtig sollte man allerdings bei Nahrungsergänzungsmitteln sein, da sie die hormonähnlichen Pflanzenstoffe der Sojapflanze in extrem konzentrierter Form enthalten. Fachgesellschaften raten von der Einnahme ab, da das Risiko in Hinblick auf die Krebsentstehung nicht genau abschätzbar ist.“

Ernährungsfrage fünf: Lässt Zucker Krebszellen wachsen?

Auch Zucker steht immer wieder im Verdacht, das Krebsrisiko zu erhöhen. Doch laut dem aktuellen Stand der Forschung ist Zucker selbst kein Krebsauslöser. „Worauf es letztendlich ankommt, ist die richtige Kalorienbilanz“, sagt Weg-Remers. „Vor allem Limonaden, Fruchtsäfte und Smoothies sind wahre Kalorienbomben und weit weniger gesund als viele denken. Von der Zuckermenge her können Sie da auch Schokolade essen. Da ist kein großer Unterschied. Zucker ist vor allem dahingehend riskant, dass er Übergewicht begünstigt.“

Ernährungsfrage sechs: Wie super sind Superfoods wie Chia, Goji & Co.?

Das Auge isst bekanntlich mit: Doch sind Chiasamen auch krebsvorbeugend? (Quelle: imago/Westend61)Das Auge isst bekanntlich mit: Doch sind Chiasamen auch krebsvorbeugend? (Quelle: Westend61/imago)

Superfoods liegen im Trend: Chiasamen, Gojibeeren und Acerola-Kirschen stürmen die Supermarktregale. Doch sind die Exoten wirklich besser als Leinsamen, Sesam & Co.? „Pauschal lässt sich sagen, dass es keinerlei Hinweise gibt, dass die Superfoods Krebs vorbeugen können oder bei einer Krebsbehandlung Vorteile bringen“, erklärt Weg-Remers. Man kann Superfoods im Zuge einer ausgewogenen Ernährung zwar einsetzen, sollte sich aber nicht auf sie fokussieren. Heimische Nüsse, Samen und Beeren haben den gleichen gesundheitlichen Nutzen.

Ernährungsfrage sieben: Was ist die größte Krebsgefahr auf unserem Teller?

Fleisch ist das größte Krebsrisiko, dass auf unserem Teller landen kann. Die Internationale Agentur für Krebsforschung hat im Jahr 2015 mehr als 800 Veröffentlichungen zum Zusammenhang zwischen Krebs und rotem Fleisch beziehungsweise verarbeiteten Fleischprodukten ausgewertet. Das Ergebnis: Verarbeitetes Fleisch gilt als krebserregend, rotes Fleisch als wahrscheinlich krebserregend.

„Daher lautet die Empfehlung, pro Woche nicht mehr als 300 Gramm rotes Fleisch zu konsumieren und verarbeitete Wurstwaren wie geräucherten Schinken und Speck sowie gepökelte Salami oder Würste nur in sehr geringen Mengen zu verzehren“, rät Weg-Remers. „Bei der Zubereitung, etwa beim Grillen, sollte man zudem darauf achten, nichts anbrennen zu lassen. Denn die schwarzen Stellen enthalten ebenfalls krebserregende Stoffe.“

Ernährung kann Krebsrisiko senken

Doch selbst wer sich gesund und ausgewogen ernährt, hat keinen hundertprozentigen Krebsschutz. Denn neben der Ernährung sind auch die Lebensweise sowie genetische Faktoren und Umwelteinflüsse wichtige Faktoren. Das Krebsrisiko ist nie sicher zu bezwingen. Trotzdem trägt man mit einer gesunden Ernährung einen Teil dazu bei, das Krebsrisiko zu senken.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Video des Tages

Shopping
Shopping
Jetzt stylische Jacken für Herbst & Winter entdecken
neue Kollektion bei TOM TAILOR
Shopping
Warme Strickmode für die kalte Jahreszeit
jetzt bei BONITA shoppen
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Meistgesuchte Themen A bis Z

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017