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Bestimmte Bakterien fördern Darmkrebs

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Bakterium lässt Krebszellen wachsen  

Bestimmte Streptokokken fördern Darmkrebs

17.07.2017, 13:14 Uhr | Larissa Koch, t-online.de

Bestimmte Bakterien fördern Darmkrebs. Eine bestimmte Unterart von Streptococcus gallolyticus fördert Darmkrebs. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/royaltystockphoto)

Eine bestimmte Unterart von Streptococcus gallolyticus fördert Darmkrebs. (Quelle: royaltystockphoto/Thinkstock by Getty-Images)

Den Verdacht gibt es schon länger. Nun ist es bewiesen: Eine bestimmte Unterart von Streptokokken-Bakterien fördert Darmkrebs. Das vermelden US-amerikanische Wissenschaftler. Es wird angenommen, dass jeder Zehnte gesunde Mensch dieses Bakterium im Darm trägt. 

Es gibt die guten und die schlechten: Bakterien können uns schaden, wenn sie Überhand nehmen. Ansonsten erfüllen sie wichtige Aufgaben beispielsweise in unserem Darm. Streptokokken etwa können Krankheiten verursachen, gehören aber auch zu den normalen Darmbewohnern. Der bestimmte Typus Streptokokkus, um den es hier geht, trägt den umständlichen Namen 'Streptococcus gallolyticus subsp. gallolyticus'. Er soll nach Untersuchungen von Forschern des Texas A&M Health Science Center in Houston dafür sorgen, dass sich Krebszellen im Darm vermehren. Die Studie wurde im Fachblatt "PLoS Pathogens" veröffentlicht.

Andere Streptokokkenarten verursachen keinen Darmkrebs

Der Mechanismus ist laut den Forschern folgender: Menschen, bei denen Streptokokken ins Blut gelangen, können eine Infektion der Herzinnenwand (Endokarditis) hervorrufen. Handelt es sich dabei um eben jene spezielle Unterart des Bakteriums, haben diese Patienten ein deutlich erhöhtes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Diese Bakterien sorgen nämlich dann häufig im Darm dafür, dass sich dort Krebszellen vermehren. Das zumindest beobachteten die Wissenschaftler in der Petrischale mit menschlichen Darmkrebszellen und im Versuch mit Mäusen. Nach Auskunft der Wissenschaftler Regen die Bakterien ein bestimmtes Protein in der Krebszellen an, welches das Signal zur Teilung gibt. Die Streptokokken verursachen also eine erhöhte Zellteilung und sorgen so für das Tumorwachstum. Bei anderen Streptokokkenarten passierte das nicht.

Nur bestimmte Darmkrebsformen werden durch die Streptokokken verstärkt

Die Forscher prüften außerdem 148 Proben von Darmkrebspatienten. Das untersuchte Tumorgewebe zeigte bei 74 Prozent der Erkrankten, dass Streptococcus-gallolyticus-Bakterien im Darm waren. So wird vermutet, dass Darmkrebspatienten sehr häufig diese Bakterienform in sich tragen – nicht nur diejenigen mit einer Streptokokken-Infektion am Herzen. Aber nicht alle Darmkrebsformen werden durch diese Streptokokkenart beschleunigt: Einige Darmkrebszelltypen sind unbeeindruckt von dem Keim und vermehren sich nicht. 

Weitere Untersuchungen müssen zeigen, inwieweit die Erkenntnisse für die Vorsorge, Diagnose und Behandlung von Darmkrebs genutzt werden können.

Die wichtigsten Infos zur Darmkrebsvorsorge finden Sie in unserem Artikel.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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